Buschtrommler
Bei allem berechtigten Lob für die Kritischen Arminen, sollte man auch die Kritiker der Kritiker zu Wort kommen lassen. Diese Email-Nachricht habe ich heute erhalten, wahrscheinlich weil ich unter den ersten 30 Unterstützern stehe. Der Verfasser stellt einige Fragen, die man durchaus stellen kann, aber im "Kritische Arminen" Forum kann ich keine neuen Themen erstellen, deshalb stelle ich die Email hier rein.
Ich möchte dabei nochmal betonen, dass die Email nicht von mir ist und ich selbst 100% auf der Seite der KA stehe.
Sehr geehrte "kritische Arminen",
auf der Internetseite der "kritischen Arminen" heißt es: "Mach Dir eigene Gedanken und teile uns diese mit!"
Nachfolgend meine Gedanken zu acht Aussagen der "kritischen Arminen". Ich zitiere jeweils zunächst die "kritischen Arminen"; es folgen meine Gedanken, Bedenken und Anregungen und Fragen.
1. "Gemeinsam für eine neue Arminia!"
Was heißt das? Soll es sagen, "alt" raus und "neu" rein? Hätte der Trainer nach der bitteren Niederlage in Dortmund im anschließenden Heimspiel gegen Hannover elf "neue" Spieler aufbieten sollen, von Rowen Fernandez über Berat Sadik bis hin zu Thilo Versick und Leonidas Kampantais? Ich kann nur warnen: Man kann das Kind auch mit dem Bade ausschütten! Was spricht gegen eine strukturelle und personelle Weiterentwicklung (statt "Neuorientierung")!?!
2. "Mehr Investitionen in die Mannschaft"
Gut gebrüllt, "kritische Arminen"! Aber wie viel? Soll der Verein die wirtschaftliche Konsolidierung den sportlichen Zielen unterordnen? Was ist ein Klassenerhalt wert, wenn am Ende der Saison der Schuldenberg größer geworden ist? An dieser Stelle ist Klartext unverzichtbar! Aber warum schweigen die "kritischen Arminen" zu dieser für den Verein existenziell entscheidenden Frage? (Zur Erinnerung: Borussia Dortmund hat diese Saison meines Wissens mit einem Minus von drei Millionen Euro abgeschlossen. Ist das ein Erfolg?)
3."3000 zusätzliche Stehplätze"
Zu diesem Antrag vermisse ich Überlegungen, ob und wie sich zusätzliche Stehplätze auf die Einnahmenseite auswirken würden, könnten oder sollen. Weniger Einnahmen würden die Möglichkeiten für "Investitionen in die Mannschaft" mindern. Das sollte man aussprechen dürfen! Zu diesem schwierigen Balanceakt zwischen den berechtigten Interessen junger oder einkommensschwacher Zuschauer einerseits und dem wirtschaftlichen Ertrag des Vereins andererseits sind konkrete Argumente von beiden Seiten und die Bereitschaft zum Dialog gefordert. Einfache und einseitige Forderungen helfen in der Sache nicht weiter.
4. "Was sind die Hauptziele der Kritischen Arminen" und "Antrag von Olaf Köster für die Kritischen Arminen: Konzeptentwicklung"
Wer mag den fünf allgemeinen Zielen widersprechen? Ich meine: Niemand! Denn jeder Verein will sich systematisch verbessern! Jeder Spieler, Präsident oder Fan würde den fünf Zielen vermutlich zustimmen! Aber was ist ein "kompetenter" Trainer? Welche Weise der Einbeziehung von Fans ist "geeignet". "Transparenz" kann auch kontraproduktiv sein (und die Konkurrenz schnappt zu). Was ist das "tatsächliche Zuschauer- und Sympathie-Potential von Arminia Bielefeld"? Gibt es eine "tatsächliche Marktsituation in OWL", die konzeptionell genau analysiert werden kann? Was sind die "emotionalen wie ökonomischen Bedürfnisse der ca. 6 Mio. bundesweiten Arminia-Sympathisanten"?
Angenommen, eine externe Unternehmensberatung würde den "kompetenten" Trainer, der zum DSC Arminia passt, definieren. Dann stellt sich in der konkreten Situation die Frage, ob es diesen Trainer auch gibt, ob er verfügbar ist, bezahlbar, will er überhaupt kommen. Und was sagen die Fans dazu?Sollen dann auch diese Fragen wider gutachterlich und konzeptionell geklärt, also in Auftrag gegeben werden? Wenn dann auch dieser Auftrag abgearbeitet ist, so steht zu befürchten, kommt die noch so kluge Empfehlung schlicht zu spät. Ich will damit auch sagen: Der Ruf nach Konzeptionen und Experten ist nicht selten auch Ausdruck der mangelnden Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen für schwer kalkulierbare Risiken. Deshalb habe ich großen Respekt vor denen, die den Mut haben, im schnelllebigen Profifußball Verantwortung zu tragen und sich Woche für Woche der kritischen und überkritischen Öffentlichkeit stellen.
Deshalb zu den Hauptzielen und zum Antrag einer Konzeptentwicklung mein bissiger Kommentar, mit Bert Brecht: "Mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht, und mach' dann noch 'nen zweiten Plan, geh'n tun sie beide nicht". Was spricht gegen punktuell sorgfältig begründete konkrete Verbesserungsvorschläge? In dieser Sache können viele Mitglieder und Fans mit ihren privaten und beruflichen Erfahrungen wertvolle und kompetente Tipps für die Weiterentwicklung des Vereins geben. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen. Denn es geht doch nicht darum, das Rad konzeptionell neu zu erfinden. Wer die Bodenhaftung nicht verloren hat und das sportliche und wirtschaftliche Wohl des DSC Arminia auch als eine Herzensangelegenheit empfindet, sollte meines Erachtens primär auf das vorhandene Know-how, Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge aus den Reihen des Vereins setzen!
5. "Satzungsentwurf der Kritischen Arminen ... Dies soll der Übersichtlichkeit dienen ... Transparenz schaffen"
"Transparenz schaffen", fordern die "kritischen Arminen". Aber wie soll ich den Satzungsentwurf beurteilen und darüber abstimmen können, wenn nicht einmal die inhaltlichen Abweichungen im Vergleich zur Satzung des Vereins markiert (z.B. durch Fettdruck) und begründet sind. Wollen die "kritischen Arminen" für die Mitglieder, die sich nicht viele Stunden in Entwürfe vertiefen wollen und können, tatsächlich "Transparenz schaffen" oder sollen wir blind vertrauen?
6. "Doch wir wollen nicht nur kritisch auf die zahlreichen Fehler aufmerksam machen, die besonders in den letzten Jahren zu einem stetigen Niedergang des Vereins geführt haben, sondern uns auch konstruktiv im Verein einbringen"
Was heißt "in den letzten Jahren"? Welche "zahlreichen" Fehler"? "Stetiger Niedergang"? Mein Kommentar: Die Vorwürfe sind alles andere als "konstruktiv". Was spricht gegen eine präzise und sachliche Sprache! Ich beobachte den Verein seit 1995 und erinnere stichwortartig an einige Leistungen: die Arminis, die (ausnahmslos) erfolgreichen Jugendmannschaften, der aktuelle Sieg beim Pfingstturnier, die Mitgliederentwicklung, die gestiegene Zuschauerzahl in der laufenden Saison, der Ausbau des Stadions und des Trainingsgeländes, fünf Jahre erste Liga! Die aktuelle Enttäuschung ist menschlich, aber Rundumschläge helfen nicht. Gerade in der aktuellen Situation muss es darum gehen, mit kühlem Verstand die Herausforderung zu meistern. Wir wissen und sollten nicht vergessen: Der Beobachter (Zuschauer) hat (im Nachhinein) immer Recht. Wer aber als Stürmer, Manager oder Präsident Entscheidungen treffen muss, macht auch Fehler (die dann auf den Prüfstand gehören).
7. "Aufgrund von Fehlverhalten ... besitzen ... besonders Herr Kentsch als Geschäftsführer Finanzen/Vorstandsmitglied des eV. keinerlei Kredit mehr bei Mitgliedern, Fans, Mitarbeitern und anderen Arminia-Verbundenen".
"Keinerlei" Kredit? Das ist anmaßend. Bei mir hat Herr Kentsch noch Kredit, und ich bin vermutlich nicht als einziges Mitglied dieser Meinung. Ich habe eine Fan-Anleihe gezeichnet und diese Entscheidung - auch Dank meiner ungebrochenen Wertschätzung für die Arbeit des Geschäftsführers Finanzen - bislang nicht bereut. Herr Kentsch hat meines Erachtens Stärken UND Schwächen! Auf seine Stärken sollte der Verein nicht verzichten! Allerdings darf auch ein Finanzchef das Ansehen des Vereins nicht schädigen! Aber er muss zuallererst nicht freundlich, für alle sympathisch oder "pflegeleicht" sein, sondern mit Geld umgehen können. Hätte Herr Kentsch den finanziellen Wünschen von Benno Möhlmann, Uwe Rapolder und Thomas von Heesen entsprochen, wäre der Ausbau des Stadions meines Erachtens nicht (so zügig) möglich gewesen. Der sportliche Erfolg UND die Verbesserung der wirtschaftlichen Basis bedingen einander wechselseitig und sind nur schrittweise zu haben. Rückschläge (Abstieg) eingeschlossen. In diesem schwierigen Prozess hat der Verein seit 1995 sehr beachtliche Ergebnisse vorzuweisen, die man auch fair anerkennen sollte.
8. "Was wir nicht wollen: ... Ausstiegsklauseln bei Verträgen"
Zunächst ganz allgemein: Der Rechtsstaat basiert auf Grundrechten und Grundsätzen, erlaubt und regelt aber auch Grundrechtseinschränkungen (z. B. zur Meinungsfreiheit). Der Volksmund weiß, dass zu einer guten Regel häufig die Ausnahme gehört ("Keine Regel ohne Ausnahme"). Prinzipien sind erlaubt, nicht nur im Sport. Doch das Leben besteht auch aus Kompromissen. Soll Radim Kucera darauf bestehen dürfen, ausschließlich auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld zu spielen? Gerade er hat uns in den vergangenen Jahren immer wieder demonstriert, wie wertvoll und unverzichtbar Kompromisse im Interesse des mannschaftlichen Erfolgs sein können.
Aber es bleiben viele offene Fragen: Untergraben Ausstiegsklauseln die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Trainer, Spieler, Vorstand und Fans? Warum sollen Ausstiegsklauseln im Rahmen der Vertragsfreiheit und allgemeiner Gesetze nicht erlaubt sein? Warum wollen Fans Ausstiegsklauseln nicht akzeptieren? Sind Ausstiegsklauseln Ausdruck einer Win-win-Strategie, also einer Kompromissformel, von der in der Regel beide Seiten profitieren? Diese und weitere Fragen könnten ein lohnendes Thema für eine Podiumsdiskussion sein, zu der im Rahmen eines Fanabends auch Experten geladen werden könnten.
Mit sportlichen Grüßen
Ich möchte dabei nochmal betonen, dass die Email nicht von mir ist und ich selbst 100% auf der Seite der KA stehe.
Sehr geehrte "kritische Arminen",
auf der Internetseite der "kritischen Arminen" heißt es: "Mach Dir eigene Gedanken und teile uns diese mit!"
Nachfolgend meine Gedanken zu acht Aussagen der "kritischen Arminen". Ich zitiere jeweils zunächst die "kritischen Arminen"; es folgen meine Gedanken, Bedenken und Anregungen und Fragen.
1. "Gemeinsam für eine neue Arminia!"
Was heißt das? Soll es sagen, "alt" raus und "neu" rein? Hätte der Trainer nach der bitteren Niederlage in Dortmund im anschließenden Heimspiel gegen Hannover elf "neue" Spieler aufbieten sollen, von Rowen Fernandez über Berat Sadik bis hin zu Thilo Versick und Leonidas Kampantais? Ich kann nur warnen: Man kann das Kind auch mit dem Bade ausschütten! Was spricht gegen eine strukturelle und personelle Weiterentwicklung (statt "Neuorientierung")!?!
2. "Mehr Investitionen in die Mannschaft"
Gut gebrüllt, "kritische Arminen"! Aber wie viel? Soll der Verein die wirtschaftliche Konsolidierung den sportlichen Zielen unterordnen? Was ist ein Klassenerhalt wert, wenn am Ende der Saison der Schuldenberg größer geworden ist? An dieser Stelle ist Klartext unverzichtbar! Aber warum schweigen die "kritischen Arminen" zu dieser für den Verein existenziell entscheidenden Frage? (Zur Erinnerung: Borussia Dortmund hat diese Saison meines Wissens mit einem Minus von drei Millionen Euro abgeschlossen. Ist das ein Erfolg?)
3."3000 zusätzliche Stehplätze"
Zu diesem Antrag vermisse ich Überlegungen, ob und wie sich zusätzliche Stehplätze auf die Einnahmenseite auswirken würden, könnten oder sollen. Weniger Einnahmen würden die Möglichkeiten für "Investitionen in die Mannschaft" mindern. Das sollte man aussprechen dürfen! Zu diesem schwierigen Balanceakt zwischen den berechtigten Interessen junger oder einkommensschwacher Zuschauer einerseits und dem wirtschaftlichen Ertrag des Vereins andererseits sind konkrete Argumente von beiden Seiten und die Bereitschaft zum Dialog gefordert. Einfache und einseitige Forderungen helfen in der Sache nicht weiter.
4. "Was sind die Hauptziele der Kritischen Arminen" und "Antrag von Olaf Köster für die Kritischen Arminen: Konzeptentwicklung"
Wer mag den fünf allgemeinen Zielen widersprechen? Ich meine: Niemand! Denn jeder Verein will sich systematisch verbessern! Jeder Spieler, Präsident oder Fan würde den fünf Zielen vermutlich zustimmen! Aber was ist ein "kompetenter" Trainer? Welche Weise der Einbeziehung von Fans ist "geeignet". "Transparenz" kann auch kontraproduktiv sein (und die Konkurrenz schnappt zu). Was ist das "tatsächliche Zuschauer- und Sympathie-Potential von Arminia Bielefeld"? Gibt es eine "tatsächliche Marktsituation in OWL", die konzeptionell genau analysiert werden kann? Was sind die "emotionalen wie ökonomischen Bedürfnisse der ca. 6 Mio. bundesweiten Arminia-Sympathisanten"?
Angenommen, eine externe Unternehmensberatung würde den "kompetenten" Trainer, der zum DSC Arminia passt, definieren. Dann stellt sich in der konkreten Situation die Frage, ob es diesen Trainer auch gibt, ob er verfügbar ist, bezahlbar, will er überhaupt kommen. Und was sagen die Fans dazu?Sollen dann auch diese Fragen wider gutachterlich und konzeptionell geklärt, also in Auftrag gegeben werden? Wenn dann auch dieser Auftrag abgearbeitet ist, so steht zu befürchten, kommt die noch so kluge Empfehlung schlicht zu spät. Ich will damit auch sagen: Der Ruf nach Konzeptionen und Experten ist nicht selten auch Ausdruck der mangelnden Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen für schwer kalkulierbare Risiken. Deshalb habe ich großen Respekt vor denen, die den Mut haben, im schnelllebigen Profifußball Verantwortung zu tragen und sich Woche für Woche der kritischen und überkritischen Öffentlichkeit stellen.
Deshalb zu den Hauptzielen und zum Antrag einer Konzeptentwicklung mein bissiger Kommentar, mit Bert Brecht: "Mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht, und mach' dann noch 'nen zweiten Plan, geh'n tun sie beide nicht". Was spricht gegen punktuell sorgfältig begründete konkrete Verbesserungsvorschläge? In dieser Sache können viele Mitglieder und Fans mit ihren privaten und beruflichen Erfahrungen wertvolle und kompetente Tipps für die Weiterentwicklung des Vereins geben. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen. Denn es geht doch nicht darum, das Rad konzeptionell neu zu erfinden. Wer die Bodenhaftung nicht verloren hat und das sportliche und wirtschaftliche Wohl des DSC Arminia auch als eine Herzensangelegenheit empfindet, sollte meines Erachtens primär auf das vorhandene Know-how, Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge aus den Reihen des Vereins setzen!
5. "Satzungsentwurf der Kritischen Arminen ... Dies soll der Übersichtlichkeit dienen ... Transparenz schaffen"
"Transparenz schaffen", fordern die "kritischen Arminen". Aber wie soll ich den Satzungsentwurf beurteilen und darüber abstimmen können, wenn nicht einmal die inhaltlichen Abweichungen im Vergleich zur Satzung des Vereins markiert (z.B. durch Fettdruck) und begründet sind. Wollen die "kritischen Arminen" für die Mitglieder, die sich nicht viele Stunden in Entwürfe vertiefen wollen und können, tatsächlich "Transparenz schaffen" oder sollen wir blind vertrauen?
6. "Doch wir wollen nicht nur kritisch auf die zahlreichen Fehler aufmerksam machen, die besonders in den letzten Jahren zu einem stetigen Niedergang des Vereins geführt haben, sondern uns auch konstruktiv im Verein einbringen"
Was heißt "in den letzten Jahren"? Welche "zahlreichen" Fehler"? "Stetiger Niedergang"? Mein Kommentar: Die Vorwürfe sind alles andere als "konstruktiv". Was spricht gegen eine präzise und sachliche Sprache! Ich beobachte den Verein seit 1995 und erinnere stichwortartig an einige Leistungen: die Arminis, die (ausnahmslos) erfolgreichen Jugendmannschaften, der aktuelle Sieg beim Pfingstturnier, die Mitgliederentwicklung, die gestiegene Zuschauerzahl in der laufenden Saison, der Ausbau des Stadions und des Trainingsgeländes, fünf Jahre erste Liga! Die aktuelle Enttäuschung ist menschlich, aber Rundumschläge helfen nicht. Gerade in der aktuellen Situation muss es darum gehen, mit kühlem Verstand die Herausforderung zu meistern. Wir wissen und sollten nicht vergessen: Der Beobachter (Zuschauer) hat (im Nachhinein) immer Recht. Wer aber als Stürmer, Manager oder Präsident Entscheidungen treffen muss, macht auch Fehler (die dann auf den Prüfstand gehören).
7. "Aufgrund von Fehlverhalten ... besitzen ... besonders Herr Kentsch als Geschäftsführer Finanzen/Vorstandsmitglied des eV. keinerlei Kredit mehr bei Mitgliedern, Fans, Mitarbeitern und anderen Arminia-Verbundenen".
"Keinerlei" Kredit? Das ist anmaßend. Bei mir hat Herr Kentsch noch Kredit, und ich bin vermutlich nicht als einziges Mitglied dieser Meinung. Ich habe eine Fan-Anleihe gezeichnet und diese Entscheidung - auch Dank meiner ungebrochenen Wertschätzung für die Arbeit des Geschäftsführers Finanzen - bislang nicht bereut. Herr Kentsch hat meines Erachtens Stärken UND Schwächen! Auf seine Stärken sollte der Verein nicht verzichten! Allerdings darf auch ein Finanzchef das Ansehen des Vereins nicht schädigen! Aber er muss zuallererst nicht freundlich, für alle sympathisch oder "pflegeleicht" sein, sondern mit Geld umgehen können. Hätte Herr Kentsch den finanziellen Wünschen von Benno Möhlmann, Uwe Rapolder und Thomas von Heesen entsprochen, wäre der Ausbau des Stadions meines Erachtens nicht (so zügig) möglich gewesen. Der sportliche Erfolg UND die Verbesserung der wirtschaftlichen Basis bedingen einander wechselseitig und sind nur schrittweise zu haben. Rückschläge (Abstieg) eingeschlossen. In diesem schwierigen Prozess hat der Verein seit 1995 sehr beachtliche Ergebnisse vorzuweisen, die man auch fair anerkennen sollte.
8. "Was wir nicht wollen: ... Ausstiegsklauseln bei Verträgen"
Zunächst ganz allgemein: Der Rechtsstaat basiert auf Grundrechten und Grundsätzen, erlaubt und regelt aber auch Grundrechtseinschränkungen (z. B. zur Meinungsfreiheit). Der Volksmund weiß, dass zu einer guten Regel häufig die Ausnahme gehört ("Keine Regel ohne Ausnahme"). Prinzipien sind erlaubt, nicht nur im Sport. Doch das Leben besteht auch aus Kompromissen. Soll Radim Kucera darauf bestehen dürfen, ausschließlich auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld zu spielen? Gerade er hat uns in den vergangenen Jahren immer wieder demonstriert, wie wertvoll und unverzichtbar Kompromisse im Interesse des mannschaftlichen Erfolgs sein können.
Aber es bleiben viele offene Fragen: Untergraben Ausstiegsklauseln die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Trainer, Spieler, Vorstand und Fans? Warum sollen Ausstiegsklauseln im Rahmen der Vertragsfreiheit und allgemeiner Gesetze nicht erlaubt sein? Warum wollen Fans Ausstiegsklauseln nicht akzeptieren? Sind Ausstiegsklauseln Ausdruck einer Win-win-Strategie, also einer Kompromissformel, von der in der Regel beide Seiten profitieren? Diese und weitere Fragen könnten ein lohnendes Thema für eine Podiumsdiskussion sein, zu der im Rahmen eines Fanabends auch Experten geladen werden könnten.
Mit sportlichen Grüßen
Sonst hast du aber noch alle Latten auf dem Zaun, oder?