Arminia Bielefeld - 1.FC Magdeburg - "Was nicht passt, wird passend gemacht!"
Es ist Freitag Abend. Die große "Nacht der Berufe" läuft seit 17.00h in Bielefeld. Über 30 Unternehmen öffnen ihre Türen und zeigen ihre Professionen. Fleißige Handwerker zeigen ihr Können. Hier wird Beton angerührt und damit Mauern gebildet. Dort kommen Brechstangen zum Einsatz, Ärmel werden hochgekrempelt und hier und da wird auch mal ein Hammer rausgeholt. Im Musikhaus wird über die Flügel gespielt und bei störenden Insekten probieren sich die Kids auch mal als Fliegenfänger.
Im Westen der Stadt passiert genau dasselbe und noch viel mehr. Nachdem in der Länderspielpause der Kader ausgemistet und das Ticket für die nächste Pokalrunde gezogen wurde heißt die Marschroute für unsere Arminia weiterhin "Raus aus dem Fahrstuhl". Willkommen zurück auf der Showbühne der Alm und damit
Vorhang auf für den
5. Spieltag: Arminia Bielefeld - 1. FC Magdeburg
Die Arminia
freut sich diebisch über den "wasweissichwer" Fauxpas des Bundestrainers und reitet die mediale Welle nebst Sondertrikot noch etwas ab. Außerhalb Ostwestfalens mag dieser Ausspruch keinen Hund vom Ofen hergeholt haben, in Bielefeld ging das Ganze "viral", wie man so schön neudeutsch sagt. Das alleine bringt uns vielleicht ein paar Sympathien und etwas Aufmerksamkeit, aber keine Punkte. Nach dem abgelehnten Gnadengesuch bleibt Lannert weiter gesperrt, sodass Coach Kniat in der Außenverteidigung weiterhin "2 aus 3" spielt, denn Handwerker, Sicker und Hagmann liegen mit ihren Leistungsnachweisen insgesamt dicht beieinander. Vielleicht überrascht er auch alle mit einer erneuten Nominierung von Boakye als Lannert-Ersatz. Der darf sich mittlerweile U20-Nationalspieler nennen. Wurde allerdings bei seinem Debut schon nach 26 Minuten ausgewechselt.
Da passt es doch ganz gut, dass der zweite verlorene Sohn Momuluh nun auch wieder bei der Arminia im Kader steht. Reichlich Optionen also für die Startaufstellung, zumal auch gegen Braunschweig wie so häufig die Einwechselspieler erfolgreich waren. in dem Fall die Herren Micheler und Isi Young. Marius Wörl spielte in Braunschweig gleich über 90 Minuten auf Linksaußen recht überzeugend und dürfte dort auch am Freitag eine ernsthafte Start-Option sein.
Der Gegner
stöhnt laut auf: "Was ? Arminia hat jetzt 10 Stürmer im Kader ? Das müssen wir toppen !" Gesagt, getan. Nach dem Last-Minute Abgang des Top-Stürmers Kaars nach St.Pauli, was mit 4 Mio. versüßt wurde, kauften die Magdeburger im Sommer-Schlussverkauf nochmal richtig groß ein. "Dann kaufen wir halt einen verletzten Stürmer, ist doch egal !" Naja, vielleicht ist Mateusz Zukowski ja ebenso versiert an der Wander-Klampfe wie sein Namensvetter Rolf. Fußball spielen kann der polnische Neuzugang nach seiner Fuß-OP allerdings voraussichtlich erst in einigen Monaten.
So kommen die Elbstädter auf satte 11 Stürmer und insgesamt 36 Spieler im XXL-Kader. Darunter so illustre Namen wie Maxi Breunig und Laurent Ullrich, die beide auch als Neuzugsang bei der Arminia heiß diskutiert wurden. Sie folgten aber lieber ihrem ehemaligen Trainer, der sein 36-köpfiges Orchester als echter Fiedler dirigiert.
Parallel zur Arminia muss auch Magdeburg auf einen etatmäßigen Stammverteidiger verzichten. Hier traf es den ehemaligen Stürmer Nollenberger, der erfolgreich seine Umschulung in die Abwehr vollzogen hat. "Nolle" kassierte am letzten Spieltag eine gelb-rote Karte bei der spektakulären 4:5 Heimpleite gegen Fürth. Einer starken Offensive steht also eine insgesamt wacklige Defensive mit schon 10 Gegentreffern gegenüber.
His-TOR-ie
In der Schreckens-Saison 22/23 zerlegten die Magdeburger am letzten Spieltag die Arminia mit 4:0 und zerrten sie in die Relegation-Ende bekannt. Im Hinspiel in der Saison allerdings konnte Arminia einem der seltenen überzeugenden Heimsiege erzielen und gewann mit 3:1. Die Herren Gebauer, Consbruch und Hack konnten sich im November 22 in die Torschützen-Liste eintragen und machten fortan ganz unterschiedliche Karrieren in unterschiedlichen Ligen. Auf Seiten der Magdeburger waren damals wie heute Keeper Reimann schon mit dabei wie auch die Feldspieler Gnaka, Krempicki sowie der wuselige Baris Atik auf Linksaußen.
Keinen Bock mehr auf langweilige TV-Abende mit der deutschen Nationalmannschaft ? Auf Nationalspieler, die ihre Arbeit auf dem Platz verrichten wie frustrierte Beamte im Büro nach 30 Dienstjahren ? Dann herzlich willkommen zurück dort, wo Fußball noch gearbeitet wird. Die Arminia kann den insgesamt guten Saisonstart veredeln und am "Flutlicht-Freitag" die Alm zum Beben bringen. Schal, Kleingeld, Dauerkarte - alle Arbeits-Utensilien eingepackt ? Dann los. Die Spätschicht ruft. Fan-Dasein ist zuweilen auch harte Arbeit. Als Gruppen-Arbeit macht es aber immer mehr Spaß.
"Auf geht`s Arminia - kämpfen und Siegen !" ![]()