Es gibt so Tage, da läuft einfach nix. Abhaken, Nürnberger Lebkuchen oder wahlweise den VIP-Grünkohl noch schnell eintuppern und weiter geht`s. Nach dem ernüchternden 0:2 gegen die Klose-Boys folgt jetzt der mit Spannung erwartete West-Schlager. Platz 10 trifft auf Platz 12 der aktuellen Tabelle. Was für die einen wie ein schnödes Mittelfeld-Duell anmutet ist für viele Fans hüben wie drüben nicht weniger als das Spiel des Jahres. Doch genug der aufgeheizten Stimmung bei nasskalter Witterung. Ganz nüchtern sagen wir
Vorhang auf für den
14. Spieltag: Arminia Bielefeld - Preußen Münster.
Die Arminia
verfiel in Nürnberg wieder in einen altbekannten "wir verschlafen die erste Viertelstunde nach der Pause"-Modus und liefen fortan der Musik und einem 2-Tore Rückstand hinterher. Auch das altbewährte "never change a winning team" darf im Nachhinein durchaus kritisch betrachtet werden. Auch wenn es am Sonntag noch nicht mit der Kader-Nominierung geklappt hat dürften Russo und Mehlem schon mit den Hufen scharren und ebenso wie ein grundsolider Lannert auf ihre Einsatz-Minuten hoffen. Es mangelt also nicht an personellen Alternativen.
Den Extra-Kick Motivation dürfte Jonny Grodowski innehaben. Der machte insgesamt über 100 Spiele für Münster. Wurde erst zum gefeierten Aufstiegshelden, um ihm dann 6 Monate später die Tauglichkeit für Liga 2 abzusprechen. Gut für Arminia, die Ende Januar dieses Jahres zuschlugen und die Arminia-Erfolgsgeschichte um einen wichtigen Mosaikstein erweiterten.
Ordentliche Heimbilanz trifft auf ...ja, wer ist denn wohl aktuell das Schlusslicht in der Auswärts-Tabelle ? Richtig,
Der Gegner,
der in 6 Auswärtspartien 5 Niederlagen einstecken musste. Statistik ist für euch nur Schall und Rauch ? Na gut, dann Schenk ich euch noch einen ein, und zwar einen schönen sauren Behrens`en Apfel. Zumindest steht ebendieser ehemalige Darmstädter Ersatzkeeper jetzt im Preußen-Tor, nachdem Jungspund Schenk unlängst den Schalker Sylla rustikal abräumte und als Belohnung dafür den roten Karton erhielt.
Überzeugt euch noch nicht ? Okay, wie wäre es mit dem Münsteraner Kreuzbandriss-Trio um Tikvic, Scherder und Batmaz die genauso bei Münster fehlen wie der ehemalige Kieler Bundesliga-Spieler Marvin Schulz. Ihr meint, die haben aber immer noch einen ordentlichen Kader zusammen ? Gut, in der Abwehr steht ein Unge-Heuer. Im Mittelfeld macht der Ex-Verler Benger den Banger. Neben ihm steht der von der Öffentlichkeit weitgehend geheim gehaltene Enkel von Jimi namens Jorrit Hendrix als Kapitän meist "All along the watchtower". Doch offensiv geht die Herrlichkeit aktuell zu Ende. In den letzten 4 Spielen gelangen nur zwei eigene Treffer. Ohne den lange verletzten und erst kurz wieder genesenen Joshua Mees schwingt sich Oliver Batista Meier mit mickrigen 3 Toren zum Top-Torschützen auf.
Bei dem Namen klingelt doch was ? Na klar, recht schmerzvoll hat "OBM" den unsrigen seine Künste vor 2 Jahren vollführt und war der überragende Mann beim 3:1 Sieg vom SC Verl gegen unsere Arminia. Ein Jahr zuvor übrigens wusste ein Trainer Kniat in Verl mit dem Offensiv-Freigeist wenig anzufangen und ließ ihn des Öfteren auf der Ersatzbank schmoren. Über die Umwege Dresden, Zürich und Ulm spielt er nun in Münster. Und wenn er nicht selbst trifft, dann gibt es noch den gebürtigen Herforder Amenyido und mit Lars Lokotsch einen weiteren Ex-Verler, die auch schon ins Tor getroffen haben.
Ja, ist ja gut, ihr habt mich überzeugt. Es wird also doch kein Spaziergang, sondern ein Duell auf Augenhöhe, bei dem Nuancen über den Spielausgang entscheiden können. 3 Euro ins Phrasenschwein und vielleicht hilft uns ja ein Blick auf die
His-TOR-ie
In der Form-Tabelle liegen beide Teams gleichauf. In den letzten 3 Spielen gab es jeweils einen Sieg, ein Remis, eine Niederlage. Die Bilanz in Liga 2 ist klar auf Seiten der Arminia. 6 Siege in 10 Spielen bei nur einer Niederlage sprechen eine klare Sprache. Das letzte Pflichtspiel datiert vom März 2024. In einem nervenzerfetzenden Spiel siegte die Arminia mit 4:3 im Elfmeterschießen im Rahmen des Westfalen-Pokal-Halbfinals. Keeper Oppermann wurde vom Paulus zum Saulus-oder andersherum. Auf jeden Fall war er am Ende der gefeierte 11-Meter-Killer-Held. Das Ende dieser Pokal-Reise ist noch allgemein bekannt. Das letzte Heimspiel in Liga 2 gewann Arminia mit 2-1. Das ist allerdings schon unglaubliche 45 (!) Jahr her und stammt aus der Saison 79/80.
Höchste Zeit also ein neues Kapitel aufzuschlagen im ewigen Duell der ungeliebten Fast-Nachbarn. Während Wilsberg und "Keek" Ekki noch verzweifelt Bielefeld suchen, haben etliche andere unseren neuen Gäste-Käfig sicher schon gefunden. Bereiten wir Ihnen ein stimmungsvollen Empfang und lassen ihnen keinen Zweifel, dass sie gerne ein schönes Stadion und eine leckere ostwestfälische Stadion-Wurst bestaunen können. Mehr sollen sie am kommenden Sonntag aber nicht aus Bielefeld mitnehmen.![]()
Mit ungewohnt kämpferischem Unterton singen wir
"Auf geht`s Arminia - kämpfen und Siegen !"![]()


