Prolog
Gedanken verloren starrt der Schreiber auf sein Handy, während um ihn herum die Party tobt - "Hellllaaauuu, Kaaaamelle !" - Paff, ein Karamellbrocken in der Größe einer 5 Euro Münze knallt ihm ins Gesicht. Ach, diese Rheinländer mit ihrer erfrischenden Fröhlichkeit. Ja, wenn ich Kamele sehen will, kann ich auch in den Zoo gehen. "MarkyMarc, die rufen KameLLe, nicht KameLe. Jetzt schaue Dir doch diesen tollen Schul- und Veedelszug an". "Ja, gleich sofort, ich muss nur noch...TOOOOR, jawoll !" Die umliegenden Passanten sehen mich an , als wäre ich ein Alien. Ach so, vielleicht liegt es an meiner amateurhaften Alien-Verkleidung. Vielleicht aber auch daran, dass die Menschen außerhalb Ostwestfalens die Bedeutung eines Auswärtssieges der Arminia gar nicht angemessen zu würdigen wissen. Puh, wenn dieses Multitasking am Sonntag schon schwierig war, wie soll das dann erst am kommenden Freitag werden ? Doch dazu später mehr. Erheben wir voller Freude den Vorhang auf für den
23. Spieltag: SpVgg.Fürth - Arminia Bielefeld
Der Gegner
steht nun wirklich mit dem Rücken zur Wand. Trainerwechsel vollzogen, Großeinkauf in der Winterpause, Systemwechsel. Alle Patronen im Abstiegskampf schon gezogen und trotzdem mag sich nicht recht ein Erfolg einstellen. Nach dem 4:5 Spektakel-Debakel gegen Magdeburg folgte jüngst eine neuerliche Niederlage, diesmal denkbar knapp mit 0:1 in Lautern. Jetzt steht die Vogel-Truppe mit 19 Punkten am Tabellenende, sodass die Bedeutung des Heimspiels gegen Arminia nicht höher sein könnte. Dabei ist die Truppe von den Namen und dem Marktwert her deutlich höher anzusiedeln. Hrgota, Felix Klaus, Noel Futkeu - die Offensive vermag an guten Tagen immer noch brillieren. Jedoch sind 53 (!) Gegentore eindeutig der Minusrekord in der Liga und ein deutliches Indiz, wo die Probleme der Franken insbesondere liegen. Das mein alter Spezi "Wurst-Pelle" Boevink kein überdurchschnittlicher Zweitliga-Keeper ist, hat er schon langjährig bewiesen. Nun muss der 21-jährige Silas Prüfrock im Tor seinen Mann stehen. Von den Winter-Zugängen zeigt Paul Will, dass er nicht absteigen will. Pech für ihn, dass sein Treffer am Samstag keine Anerkennung fand. Andere Schlussverkauf-Schnäppchen mit den klangvollen Namen Dardari, Varela und Ltaief konnten noch nicht nachhaltig auf sich aufmerksam machen. Also alles bereit für einen neuerlichen Auswärts-Coup für
Die Arminia,
die abgezockt wie lange nicht mehr gesehen einen Big Point im Abstiegskampf setzte. Eine schon fast aberwitzige neu entdeckte Stärke bei eigenen Ecken brachte den Bauer-Premierentreffer. Youngster Boakye veredelte dann einen schön ausgespielten Konter zum Endstand. Auch wenn Oldie Knoche etwas braucht um seine Knochen zu sortieren und in einer Szene nicht gut aussah, steht unsere Abwehr insgesamt doch deutlich stabiler als zum Ende der Hinrunde. Unsere Stärke "von der Bank" wurde hinlänglich beschrieben und so spricht doch vieles für ein "never change a winning team" am kommenden Freitag.
His-TOR-ie
Mit Graus erinnert sei an das Hinspiel, indem Oldie Klaus unsere komplette Abwehr mit Ball davon lief und am Ende zum 3:1 Siegtreffer der Fürther einnetzte. Zum Glück füllt ebenjener Klaus das prall gefüllte Fürther Lazarett und wird am Freitag fehlen. Ebenso übrigens, wie der 2:1 Schütze Marco John. Insgesamt ist unsere Bilanz gegen Fürth recht ausgeglichen bei 10 Siegen der Arminia sowie 9 Niederlagen und 8 Remis in Liga 2. Das letzte Auswärtsspiel datiert vom Oktober 22. Der heutige Mainzer Sieb schoss Arminia mit dem jetzigen Fürther Consbruch und dem 1:0 Endstands-Treffer auf den letzten Tabellenplatz. Die schon genannten John und Kapitän Hrgota waren auf Seiten der Franken damals schon dabei. Ebenso wie der damals nicht eingesetzte Verteidiger Itter, der, sie ahnen es schon liebe Leser, verletzt ausfällt. Bitter für Itter, aber schauen wir abschließend noch auf
Kommen &Gehen
denn neben der schon mehrfach bemühten Misserfolgs-Story um den Ex-Arminen Consbruch, der in letzter Zeit in Fürth kaum mehr berücksichtigt wird, stutzt der aufmerksame Chronist bei einem anderen Namen im Fürther Kader. Und richtig, Torwart Timo Schlieck ist der Sohn des ehemaligen Bielefelder Torwart-Trainers Thomas Schlieck. Timo spielte einige Zeit in Arminias Jugend-Teams und zog dann mit dem Papa weiter nach Leipzig. Dort avancierte er mittlerweile zum U19-Nationalkeeper. Ja, und wenn ihr euch fragt "warum spielt der dann nicht am Freitag?" dann könnt ihr euch die Antwort mittlerweile schon selbst geben. Auch Timo Schlieck fehlt den Fürthern, in dem Fall aufgrund einer Verletzung im Oberschenkel.
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Epilog
"Hm, ich kann mich nicht entscheiden. Minestrone Momuluh oder Pizza Russo mit extra viel Hrgota-Frischkäse ?" Gedanken verloren blättert der Schreiber in der viel zu üppigen Speisekarte. Denn während sich einige Furchtlose auf den weiten Weg ins Frankenland machen und andere vor der heimischen Flimmerkiste fiebern, sitzt MarkyMarc an seinem Geburtstag im Kreis der Familie bei seinem Stamm-Italiener. Ihr sucht noch nach einem originellen Geschenk ? Och, ein weiterer Auswärts-Dreier und schon bin ich wunschlos glücklich. ![]()
"Auf geht`s Arminia - kämpfen und Siegen !"![]()