Von welcher positiven Entwicklung schreibst du bitte?
Entwicklung heißt ja nicht automatisch, dass von heute auf morgen alles perfekt läuft, sondern dass sich Bausteine erkennbar verbessern.
Für mich ist eine klare positive Entwicklung, dass Uldrikis bislang wie eine echte Verstärkung wirkt. Er bringt Präsenz, bindet Gegenspieler und gibt dem Offensivspiel eine andere Statik. Das ist genau der Spielertyp, der im Saisonverlauf noch ein entscheidender Faktor werden kann – gerade in engen Spielen.
Gleiches gilt für Bauer, der für mich ein deutliches Upgrade darstellt. Er strahlt Ruhe, Ordnung und Sicherheit aus und hat das Potenzial, der Defensive langfristig Stabilität zu geben. Das sieht nicht spektakulär aus, ist aber genau die Art von Entwicklung, die Mannschaften im Abstiegskampf brauchen.
Auch abseits des Platzes sehe ich Fortschritte. In der Kommunikation scheint man endlich davon weggekommen zu sein, das Publikum für Pfiffe oder Unmutsbekundungen zu kritisieren. Stattdessen wurde offen eingeräumt, dass die erste Halbzeit schlecht war. Das mag banal klingen, ist aber wichtig: Einsicht ist nun mal der erste Schritt zur Besserung – und den hat man zuletzt vermissen lassen.
Und sportlich: Nach einem 0:2-Rückstand die Formation zu ändern und anschließend eine Wucht zu entwickeln, die seit Wochen gefehlt hat, ist für mich alles andere als selbstverständlich. Das war kein Zufall, sondern eine bewusste Anpassung, die Wirkung gezeigt hat. Vielleicht kommt man jetzt endlich von der 5er respektive 3er Kette weg.
Ja, das sind kleine Schritte. Aber sie gehen in die richtige Richtung. Wer erwartet, dass Entwicklung im Abstiegskampf linear und geräuschlos verläuft, der irrt.

