Ach ja, wer den armen Heiko hier immer noch als Sündenbock ansieht:
Heiko Westermann: Ich bin geschockt und habe in der Nacht zum Sonntag kaum geschlafen. Das war ein Ball, den ich sonst im Schlaf annehme, nicht einmal beim training würde mir solch ein Fehler passieren. Dass mir viele ein Riesenspiel attestieren, ist mir schnuppe, wenn ich den entscheidenden Fehler mache. Wir hatten die Bayern 70 Minuten im Griff. Wir können jeden schlagen. Nächste Woche gegen Wolfsburg möchte ich die Gelegenheit zur Wiedergutmachung nutzen. Die Wolfsburger stecken nach dem 1:6 in Bremen noch mehr im Dreck als wir – dort müssen wir etwas holen.
Aus dem letzten Abschnitt höre ich allerdings den unbedingten Willen heraus, das Geschehene wieder vergessen zu machen. Sehr gute Einstellung, Kopf in den Sand stecken bringt nix. ![]()
Und der tolle Uli, wie er leibt und lebt ![]()
Uli Hoeneß: Sagen Sie mir, was das mit Glück zu tun hat! Das Spiel hat 92 Minuten gedauert, der Schiedsrichter hat nicht zu lange spielen lassen. Die erste Halbzeit haben wir Schlafwagen-Fußball gespielt, meinetwegen eine Stunde lang. Wir waren zu Recht mit 0:1 hinten und dann haben wir Gas gegeben. Danach haben wir eine Torchance nach der anderen gehabt und davon waren zwei drin. Alles schöne Tore, kein geschenktes Tor, alles korrekt, wo ist das Glück?
Die Meinung kann man eher nachvollziehen, auch wenn man die Bayern nicht mag!
Sebastian Deisler: Es ist nicht nur Glück. Wir haben uns den Sieg erarbeitet, weil wir nach dem 0:1 richtig etwas dafür getan haben. Dass wir unseren Gegnern von der Fitness meist überlegen sind und bis zur letzten Minute die Möglichkeit haben, ein Spiel zu drehen, ist mit Sicherheit eine unsere Stärke. Späte Tore zeugen von einer guten Moral und intaktem Teamgeist. Es ist halt schwer, sich gleich einhundertprozentig zu konzentrieren, gerade wenn dann kurz danach schon wieder ein Champions League Spiel ansteht. Kompliment natürlich auch an die Bielefelder. Die standen richtig gut und haben die Räume sehr, sehr gut zu gemacht. Sie sind früh auf unsere Außenverteidiger gegangen, so dass wir wenig Zeit hatten, die Bälle klar ins Mittelfeld zu spielen.