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Das ändert aber nichts an der Grundaussage, um die es eigentlich ging. Kramer hat im Jahr des Klassenerhalts auf den von Neuhaus geschaffenen Strukturen und Laufwegen aufbauen können. Er hat die Defensive gefestigt und höher anlaufen lassen, was Neuhaus wohl verweigerte, aber die Basis war der Systemfußball von Neuhaus. Ich behaupte noch heute, wäre Kramer zu Beginn der Saison bereits Trainer gewesen, wir hätten die Klasse niemals gehalten. Das konnte man dann im zweiten Jahr sehen, als schon alleine durch den radikalen Umbruch in der Mannschaft alle Hierarchien und spielerischen Strukturen beseitigt waren und keiner mehr wusste wo er hinlaufen, bzw. was er eigentlich spielen sollte. Kramer hat sein Gelaber von "Wucht" und "Herz auf den Platz" niemals in irgendeine Handschrift auf dem Feld ummünzen können. Zwischen Kramer und Neuhaus liegen schlichtweg Welten.
Unter den Folgen leiden wir noch heute. Kein System unter Kramer, Rückkehr in die 90er unter Forte, mit "hoch und weit gibt Sicherheit". Eine (zu) junge Mannschaft, mit wenigen erfahrenen Eckpfeilern, die in schwierigen Phasen keinen Führungsspieler auf dem Platz hat. Fraisl ist zu weit hinten und sonst ist da schlichtweg keiner. Das Ergebnis sieht man dann in Spielen wie gegen Rostock und Sandhausen.
Man sollte jetzt im Nachhinein die Leistung von Kramer aber auch nicht permanent klein reden. Wie jeder andere Trainer auch, der mitten in der Saison übernimmt, setzt du auf der Vorarbeit des Ex-Trainers auf. Konditionell war die Mannschaft immer voll auf der Höhe (übrigens auch unter Kramer in der nächsten Saison) und taktisch gut ausgebildet. Kramer hat ein paar Stellschrauben gedreht und die wichtigen Spiele gewonnen. Damit hat er das Saisonziel Klassenerhalt geschafft und das verdient mit der damaligen Truppe erstmal Respekt und Anerkennung, unabhängig davon, ob man ihn mag oder für einen guten Trainer hält.
Die 2. Saison war sogar bis inklusive Union-Spiel für unsere Verhältnisse eine sehr gute und zumindest für mich über den Erwartungen, da ich die Mannschaft insgesamt (inklusive Hierachie) deutlich schlechter gesehen habe, was sich jetzt ja auch durchaus zu bestätigen scheint. Kaderzusammenstellung sehe ich aber hauptsächlich als Arabis Problem. Der Einbruch nach dem Union-Spiel ist nicht komplett Kramer anzulasten, da waren einige andere Egos mit im Spiel. Die Entlassung kam dann letztlich deutlich zu spät oder man hätte es halt die letzten 4 Spiele auch noch durchziehen müssen.
Daher ist deine Behauptung am Ende des Tages eben nur eine Behauptung und wird nie nachprüfbar sein. Genauso wie ich an der Stelle behaupten würde, dass wir sowohl mit Neuhaus oder auch Kramer an Bord (also komplett ohne Trainerentlassungen) aktuell deutlich besser dastehen würden und signifikant mehr Punkte hätten. Dabei wären nebenbei ein paar Millionen eingespart worden, die man zum Beispiel zur Freistellung des GF Sport hätte benutzen können.
Wie dem auch sei, insgesamt war die emotionale Bindung von mir damals unter beiden Trainern eine deutlich andere und man konnte bei allen Niederlagen in der 1. Liga zumeist wenigstens Einstellung und Wollen erkennen.