Hmm... Noch keiner etwas zum WB-Artikel geschrieben?
Ich stelle ihn mal rein. Ich findet ihn, mal nett formuliert: interessant.
Das eine oder andere stellt sich in meiner Erinnerung etwas anders dar. Zudem sehr tendenziöse Formulierungen...:
Finanzkonzept auf dem Prüfstand
Von Dirk Schuster Bielefeld (WB). Jetzt wird es ernst. Arminia Bielefeld stellt der regionalen Wirtschaft in diesen Tagen sein Finanzkonzept für die Zukunft vor. Davon wird abhängen, ob die heimischen Unternehmer ihr in Aussicht gestelltes finanzielles Engagement beim Fußball-Zweitligisten in die Tat umsetzen. Zeit für eine Bestandsaufnahme.
Monatelang hat der Verein an diesem Konzept, das den wesentlichen Teil des Gesamtplans »Arminia 2015« darstellt, gefeilt. Während der Ausarbeitung galt höchste Geheimhaltungsstufe. Doch die Öffentlichkeit ist interessiert daran, wie gut Arminias Aussichten sind, das Vertrauen von Unternehmern wie Dr. August Oetker und Gerhard Weber zu gewinnen.
Klar ist: Wäre am 22. Juni, dem Tag der Jahreshauptversammlung, Klaus Daudel zum Präsidenten des DSC gewählt worden, wäre dem Klub die Unterstützung der Unternehmer quasi sicher gewesen. Doch diesen Fingerzeig von Oetker und Co. hatten die Mitglieder offenbar als nicht deutlich genug empfunden. Daudel war Arminias Adapter in die Wirtschaft. Stattdessen trat nach der chaotischen Hauptversammlung Hans-Hermann Schwick eine neue Amtszeit an. Daudel hatte seine Kandidatur zurückgezogen. Er wäre nicht mehrheitsfähig gewesen. Auf einen Schlag waren dem DSC Millionen durch die Finger geglitten. Zumindest vorerst.
Denn Schüco-Geschäftsführer Dirk U. Hindrichs ließ noch am selben Abend verlauten, Arminia als Sponsor weiter zur Seite zu stehen. Er warf dem Klub einen Rettungsring zu. Seitdem klammert sich die Vereinsführung daran fest, darunter in Frank Kottmann und Jochen Willmann zwei Amtsinhaber, die mit ihrer Kandidatur für die Opposition in einem Kabinett mit Gegenkandidat Dirk Obermann, den so genannten Kritischen Arminen, den Geldfluss mitverhindert hatten. Jetzt, da Kottmann und Willmann in Folge einer Kompromisslösung neben den langjährigen Präsidiumsmitgliedern Albrecht Lämmchen, Andreas Mamerow und Schwick Arminias Vorstand angehören, sollen und wollen sie das Geld aus der Wirtschaft für Arminia generieren.
Das Vertrauen der Unternehmer in diese Beiden dürfte bescheiden ausfallen, auch wenn Kottmann seit seinem Amtsantritt seine Herkunft als Kritischer Armine verneint. Im Gespräch mit dieser Zeitung sagte er: »Ich bin kein Kritischer Armine. Ich habe lediglich in deren Namen für den Vorstand kandidiert.«
Kottmann und Willmann, das ist ein offenes Geheimnis, tun sich schwer, Zugang zu den Abläufen des Vereins, speziell in die des Vorstands, zu finden. Niemand bei Arminia wird ernsthaft glauben, dass Informationen über gewisse Unstimmigkeiten auf dieser Ebene nicht längst auch durch die Bürotüren der Wirtschaftsbosse gedrungen sind. Letztlich aber spielt der Vorstand des e.V., also des eingetragenen Vereins, für die Gewinnung der Wirtschaft ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. Worauf es in erster Linie ankommt, ist die KGaA, die ausgegliederte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Dieser Kapitalgesellschaft stehen die Geschäftsführer vor: Heinz Anders und Detlev Dammeier sind damit die Personen, auf die es ankommt. Dem Vernehmen nach sollen sie in ersten Vorgesprächen speziell mit Schüco-Chef Hindrichs einen guten Eindruck hinterlassen haben.
Auch das Finanzkonzept, das die Wirtschaft gefordert hatte, basiert hauptsächlich auf Anders' und Dammeiers Ideen. In Dirk U. Hindrichs sieht DSC-Präsident Schwick, das hat er mehrfach betont, seinen Wunschnachfolger auf dem Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden. Es wird aber noch bis Oktober dauern, ehe in diesem wichtigen Kontroll-Gremium nicht nur Schwicks Stuhl neu besetzt wird. Denn auch Klaus Daudel hatte nach der Jahreshauptversammlung seinen Rückzug aus diesem Gremium angekündigt.
Sollte Hindrichs ablehnen, wäre es denkbar, dass Thomas Lauritzen ein Mandat im Aufsichtsrat übernimmt. Der Schüco-Sprecher ist wichtiger Vertrauensmann Hindrichs'. Im Kabinett mit einem Präsidenten Klaus Daudel war Lauritzen bereits als Vorstandsmitglied vorgesehen. Doch daraus wurde nichts.
Ein Dritter, der aufgrund seiner Kompetenzen und seiner hohen Wertschätzung, die er allseits genießt, für den Posten des Aufsichtsratschefs in Frage kommen könnte, ist Norbert Leopoldseder. Auch er hatte im verhinderten Daudel-Kabinett dem Vorstand angehören sollen. Der Notar und Steuerberater Leopoldseder ist bereits Mitglied im Gremium.
Entschließt sich die Wirtschaft, in Arminia zu investieren, könnte der Klub erstmals in der Winterpause sportlichen Nutzen daraus ziehen. Sollte, wonach es aussieht, Arminia nach der ersten Halbserie in der Tabelle oben mitmischen und dennoch Bedarf haben, wären Nachverpflichtungen wahrscheinlich.
Wenn die Arminen allerdings so weitermachen wie zuletzt, werden neue Spieler gar nicht nötig sein. Denn die besten Argumente für ein Engagement der Wirtschaft liefert zurzeit die Mannschaft selbst.
http://www.westfalen-blatt.de/nachrichten/ue…31255&artikel=1