ZitatSieht so aus, dass 2022 einen neuen Tiefpunkt in der Geschichte des Sports markieren wird. Erst die Olympischen Winterspiele von Peking und dann die FIFA-WM in Katar. Der Weltsport präsentiert sich als politisch gleichgültig - Menschenrechte, ökologische Nachhaltigkeit etc.: "nicht unser Problem", heißt es da. Die Sportler werden noch weiter entmündigt und verschwinden immer mehr hinter (macht)politischen Zwecken von Staaten und den damit kongruenten wirtschaftlichen Interessen der Sportverbände. Gut, zu Zeiten des Kalten Kriegs war das auch nicht anders - jedenfalls was die Politik betrifft.
Was bleibt dem Sportfan übrig? Den Kontext ignorieren und nur auf den reinen Sport schauen (so er denn nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, was man in China wegen der Covid-Politik und entsprechenden Einschüchterungen der Sportler sowie in Katar wegen des Wetters bezweifeln kann)?
Was die Politik betrifft, ist die Frage durchaus lehrreich für jeden, wie man sich selbst verhalten kann. Auch die großen Medien sind da m.E. eher mäßig reflektiert. Letztlich steht der Sport da exemplarisch für den großen politischen Welt-Konflikt, der gerade richtig ausbricht: zwischen Demokratie (in unserer westlichen liberalen Tradition) und Authoritarismus. Man kommt nicht raus aus seiner Haut (und will es auch nicht) und besteht auf den Menschenrechten. Allerdings wäre die Folge einer politischen Verpflichtung des Sports auf die Menschenrechte, dass es den "Weltsport" nicht mehr geben könnte und er damit auch seine integrativen Potenziale verlieren würde. Bestenfalls die Hälfte der Welt käme als Veranstalter von globalen Sportereignissen noch in Frage. Und der nicht mehr akzeptierte Rest würde entsprechend irgendwann auch nicht mehr teilnehmen. Ein echtes Dilemma! Darüber würde ich mich ja gerne auseinandersetzen und dem Sport dieses Dilemma und entsprechende politische Neutralität zugestehen. Aber bestimmt nicht, wenn diese neutrale Haltung so offensichtlich reinen wirtschaftlichen Profit-Interessen dient und sich ansonsten in reiner Heuchelei und Arschkriecherei gegenüber autoritären Regimen erschöpft.
Kurzum: ich werde Peking 2022 und Katar 2022 komplett ignorieren. Der Bogen ist überspannt und das wohl endgültig und womöglich irreversibel. Dagegen sind die Preistreibereien im Pay-TV-Sport vergleichsweise unproblematisch.
Das kann ich so unterschreiben... schaue schon seit Jahren ausschließlich nur noch Arminia. Auf den Rest habe ich keinen Bock mehr. Obwohl Arminia bzw. die Bundesliga/DFL natürlich auch Teil dieses Systems sind, was für mich irgendwie ein Dilemma ist. Denn ich mag eigentlich Fußball und liebe meine Arminia, würde dem ganzen aber eigentlich gerne komplett den Rücken kehren...
Oben beschriebene Problemstellung ist aber auch kein Problem des Sportes an sich sondern verhält sich mit anderen Teilen (Wirtschaft, Politik, usw... ) Der Gesellschaft genauso. Wir meinen immer die westlichen Länder wären ja so weltoffen, sozial und würden sich für Menschenrechte einsetzen aber eigentlich heucheln wir diese Werte nur und sind hinter der Fassade auch nicht viel besser als die genannten Länder...
Das weiter auszuführen würde für in einen Fußballforum aber wohl zu weit gehen...
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