Übrigens, zum Thema Ingolstadt nochmal ![]()
Die Unmutsäußerungen gegenüber den Versagern mit den auch nach Schlußpfiff noch weißen Trikots war mal überfällig.
Zitat Westfalenblatt:
Von Jens Brinkmeier
Ingolstadt (WB). Nach dem bitteren 0:1 (0:1) beim FC Ingolstadt wollen auch die Fans von Arminia Bielefeld nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Nachdem sie erst im Stadion ihrem Unmut freien Lauf lassen, verhindern sie später die pünktliche Abfahrt des Mannschaftsbusses. DSC-Trainer Ewald Lienen entsteigt dem Bus und diskutiert 20 Minuten lang mit den Anhängern, die für ihren Verein einen 1000-Kilometer-Trip auf sich genommen haben. »Absteiger, Absteiger« hatten die Fans den Spielern entgegen gerufen, und den Kampf haben sie ihnen auch abgesprochen. Das will Lienen so nicht stehen lassen. »Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles versucht«, hat der 57-Jährige kurz zuvor während der Pressekonferenz erklärt.
So eine Aussage sei »ein Schlag in unser Gesicht«, sagt ein DSC-Fan vor dem Stadion. Man habe keinen Kampf um den Klassenerhalt sehen können. Im direkten »Duell« mit den Anhängern erklärt Lienen, die meisten Spieler seien »an ihr Limit gegangen«. Diesen Eindruck hatten die Fans schon nach 67 Spielminuten nicht: »Wir woll'n euch kämpfen sehn« riefen sie da bereits. »Absteiger, Absteiger« und »Wir haben die Schnauze voll« folgen prompt. Das setzte sich nach dem Schlusspfiff fort. Sieben Spieler trauten sich überhaupt nur vor den Gästeblock, aus dem die erbosten Rufe immer lauter wurden. Abwehrspieler Markus Bollmann diskutierte direkt am Zaun und versuchte, das Unerklärliche zu erklären. Vor die Mikrofone trat Bollmann nachher nicht. »Was soll ich zu sowas sagen?«, lautete seine rhetorische Frage nach einer Leistung, die in einer verdienten Niederlage mündete. Andreas Buchner besiegelte die Pleite der Arminia mit seinem Treffer in der 43. Minute.
Neun Punkte beträgt der Rückstand jetzt auf den Vorletzten Ingolstadt, Relegationsrang 16 ist immer noch elf Zähler entfernt, 13 Spieltage vor dem Saisonende. »Wir müssen trotzdem noch dran glauben, gemeinsam mit den Fans«, sagte Torwart Dennis Eilhoff. Es klang wie ein Flehen. Die Fans haben ihre Hoffnung an diesem Sonntag in Ingolstadt aber wohl verloren. Nachdem die Diskussionen mit Lienen und auch Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier, der sich hinter den Trainer stellt, nach 20 Minuten beendet sind, rufen sie bei der Busabfahrt erneut »Absteiger, Absteiger«.
Auch Ingolstadts Coach Benno Möhlmann, von Oktober 2000 bis Februar 2004 selbst beim DSC, sieht seinen Ex-Klub auf dem Weg in die 3. Liga. »Wunder gibt es immer mal wieder, aber wetten würde ich auf Arminia nicht mehr«, sagte der erleichterte FCI-Trainer. Im Sommer »wäre ich gerne nach Bielefeld gekommen. Ich war zuversichtlich, was Gutes aufbauen zu können«, sagte Möhlmann am Sonntag. Arminia entschied sich aber gegen den Routinier und für Christian Ziege. Die Folgen lassen sich an der Tabelle ablesen. Eine »schlimme Hinrunde«, wie Lienen, der sein »absolutes Verständnis für die Enttäuschung« ausdrückt, am Sonntag im Gespräch mit den Fans sagt, sei das gewesen. Zu den vielen Neuverpflichtungen im Winter habe es aus seiner Sicht keine Alternative gegeben. Das sieht auch Schnitzmeier so. »Wenn wir das nicht gemacht hätten, wäre uns vorgeworfen worden, wir hätten aufgegeben«, sagt der Geschäftsführer.
Sechs der sieben Wintereinkäufe standen in Ingolstadt auf dem Platz. Vidosic fehlte wegen einer Grippe. So ein Umbruch benötigt Zeit. Normalerweise wäre eine komplette Sommervorbereitung nötig, damit sich die neue Mannschaft einspielen kann. Doch Zeit hat Arminia im Februar 2011 genau so wenig wie Punkte.
Mal sehen, was es Sonntag gibt.
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