Interessant waren einige Zitate des gestrigen Abends. Ich versuche mal, sie sinngemäß wiederzugeben.
Radio Bielefeld:
Nach einem Interview mit Daudel, in dem er meinte, so ein Pöbel wie in den hinteren Reihen gesessen habe, habe ihn als Präsidenten auch nicht verdient, darauf der Radio Bielefeld Moderator im Studio, vielleicht habe dann Daudel auch Arminia nicht verdient.
Schwick:
In jeder seiner gestrigen Aussagen wurde deutlich, dass er mit dem Amt abgeschlossen hatte. Er ist keiner, der am Sessel klebt, er hat das gemacht, damit der Verein eben nicht den Bach runtergeht. Aus den letzten Wochen hat er sicherlich eine Menge mitgenommen und er ist eben nicht der unbelehrbare Kentsch, sondern Schwick, dem ich den Übergangspräsidenten im neuen Team durchaus zutraue - zum Wohle des Vereins.
Begründet wird diese Annahme dadurch, dass er sich gestern zu keinem bösen Wort hat hinreißen lassen, auch nicht in der emotional aufgewühlten Situation nach seiner (Wieder-)wahl. Stattdessen blickt er nach vorne, möchte alle Stimmen zulassen, den Verein wieder öffnen und spricht von der Schwierigkeit, moderne Vereine zu führen, was man auch zuletzt in Hamburg und anderen Bundesligavereinen gesehen hat (übrigens denke ich, dass bei Arminia gestern mehr erreicht wurde, als damals bei der JHV in Hamburg).
Daudel:
In der Niederlage erkennt man oft den wahren Charakter eines Menschen. Nach seinem Rückzug hat er nicht einfach die Klappe gehalten und ist gegangen, sondern hat geredet. Die Versammlung sei von Anfang an gegen ihn zusammengestellt gewesen (nun, es war eine Mitgliederversammlung, da ist es schwer, etwas zusammenzustellen, also waren wohl einfach die Mitglieder gegen ihn). Er habe es nicht nötig, jetzt noch zu kandidieren, der Verein habe ihn nicht verdient. Nur mit ihm hätte es einen Neuanfang gegeben, nur er habe die Wirtschaft hinter sich gehabt, usw. Einen schlechteren Verlierer habe ich selten gehört, er hat nochmal deutlich gemacht, dass es unter ihm nie zu einer geordneten Zukunft hätte kommen können.
Obermann:
Zerknirscht zu Beginn nutzt er die Chance, in der zweiten Rede seinen Gegner Daudel zu demontieren. Ich denke, ihm war sehr bewusst, dass er damit auch sich selbst demontiert hat. Er hat sich geopfert für einen neuen Konsens, da er wusste, dass es Daudel nicht werden durfte und auch nicht werden konnte. Die Aussage aus dem Westfalen Blatt Ticker von gestern passt dazu, dort stand, in der zweiten Pause sei es nie um eine Lösung mit Obermann an der Spitze gegangen. Obermann selbst hat das sicherlich gewusst, als er seine zweite Rede gehalten hat.
Bemerkenswert: Anders als Daudel war anschließend von ihm nichts zu hören, kein Nachtreten oder sonstiges Gerede.
Bevor ich wieder zu lang werde, möchte ich es dabei belassen, nicht jedoch ohne ein persönliches Fazit: Arminia lebt, viele Fans würden sich sicherlich einen so lebendigen Verein wünschen. Dass es nicht einfach wird, ist auch klar, dass nun alles den Bach runtergeht, denke ich aber definitiv nicht. Jetzt muss und wird die Wirtschaft Flagge zeigen und ich bin mir fast sicher, dass sie es zu Arminias Gunsten tun wird.