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Beiträge von Rasengrün

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 4. Mai 2011 um 00:29
    Zitat

    Original von MJockel


    sehe ich etwas anders. die entscheidungsgewalt über sportliches sollte schon bei der sportlichen leitung liegen...aber der verein braucht ein gesamtkonzept welches die sportliche leitung umzusetzen hat....und zwar jede sportliche leitung, diese wird bei arminia ja bekanntlicherweise jahr für jahr ausgetauscht. der verein sollte dabei ein vetorecht haben, von dem er allerdings möglichst selten gebrauch machen sollte...aber er muss in der lage sein, die gröbsten schnitzer zu verhindern und das vom verein gewollte konzept zum grossen teil durchzudrücken, was schon bei der auswahl von sportchef und trainer anfängt.

    warum hat das bisher nicht funktioniert? weil bei arminia kein einziger fussballfachmann in den gremien sitzt, in denen bei uns sponsoren, fanvertreter und <hust> sitzen...da habe ich im grunde nichts dagegen, wer zahlt soll auch teilnehmen können...aber wohin das führen kann wenn es zu einseitig wird haben wir diese saison gesehen. die gremien sollten zumindest fähig sein, bei einer sportchefbewerbung, die den verein evtl auf jahre beeinflussen wird(!), zb. einen blender von einem guten mann zu unterscheiden. wenn man nicht mal das kann...dann landet man da wo wir jetzt sind.

    So... ich hatte dazu schon wieder einen gaaaaanz langen Sermon angefangen, aber das muss auch kürzer gehen.

    1) Wer mehr sportliche Kompetenz in den Gremien will, der fordert damit eigentlich eine Umbildung des Präsidiums und möglicherweise auch eine Umbesetzung des Aufsichtsrats. Ersteres halte ich, nicht nur aus diesem Grund, für absolut unverzichtbar, Letzteres mindestens für diskutabel. Neben der simplen Tatsache, dass eben irgendein Sessel freizuräumen wäre, spricht dafür aber auch die Geschichte des Vereins. Im Falle eines Konflikts von sportlichen und anderen Faktoren haben sich hier traditionell meist die anderen durchgesetzt. Eigentlich müßig, darüber noch zu lamentieren, aber wir wissen doch alle, dass wir mit etwas weniger Steinen und etwas besseren Beinen heute deutlich gesünder da stünden. Also muss verschärft darauf geachtet werden, dass es nicht nur auf ein sportliches Feigenblatt hinausläuft, das die lokalpolitischen und sonstigen Verstrickungen nur notdürftig verdeckt.

    2) Der "Bielefelder Weg" ist jedenfalls momentan noch weit davon entfernt eine Philosophie - oder von mir aus auch ein sportliches Gesamtkonzept - zu sein, aber auch die Berufung von ehemaligen Spielern, Trainern oder weiß der Teufel in die Entscheidungspositionen allein erzeugt noch keine aus dem Nichts. Wir brauchen auch mehr Vision, mehr strategisches Denken. Das Wort Gesamtkonzept gefällt mir eigentlich sogar sehr gut in diesem Zusammenhang... nur müsste es wirklich umfassend sein, also die Verzahnung von sportlichen, finanziellen, medialen und internen Dingen zu einem "Gesamtkunstwerk" sicherstellen. Hier ist so lange so viel falsch gelaufen, dass wir mit weniger nur schwer auskommen werden. Da sehe ich allerdings mindestens so viel Vakuum wie in sportlichen Fragen bei unserer Flickschuster-Innung.

    3) Auch die schönste Philosophie nützt nichts, wenn sie nicht konsequent im gesamten Verein gelebt wird. Beziehen wir es erst einmal nur auf den sportlichen Bereich, dann müssen auch hier erst einmal Mechanismen geschaffen werden, die dafür dauerhaft sorgen. Das "dauerhaft" ist das Problem. Normalerweise braucht so etwas Zeit, Kontinuität und eine Führung, die wenigstens ahnt was sie so treibt. Zeit haben wir nicht, Kontinuität haben wir in den unteren Etagen ohne Not (aus den bekannten Gründen, auch bspw Krobbach war zu unbequem.) selbst zerstört und da sind dann auch mittlerweile Fakten geschaffen, die wir nicht auf die Schnelle beeinflussen können. Zur Führung s.o, sie ist der einzige Ansatzpunkt an dem schnell gehandelt werden kann ohne direkt neue Kosten zu produzieren.
    Ich muss das noch etwas detaillierter ausführen (und höre vorm geistigen Ohr ein vielstimmiges Aufseufzen). Die Dauerhaftigkeit stellt eigentlich sogar ein mehrfaches Problem dar: Zum einen rächt sich hier die schnelle Abfolge schwacher Trainer ein weiteres Mal, zum anderen stehen die Faktoren, die dazu geführt haben, eben auch grundsätzlich einer nachhaltigen Ausrichtung im Wege. (Übergewicht von Sponsoren, Bauernopfer-Mentalität, sportliche Inkompetenz bei zu vielen Entscheidungsträgern, Aktionismus, usw). Weiterhin muss man aber auch befürchten, dass selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass sich tatsächlich kompetente Menschen für diese Mission Impossible finden ließen, diese doch innerhalb kürzester Zeit entweder mit dem blanken Entsetzen in den Augen Reiß-Aus nehmen oder weg gebissen würden, wenn sie der Seilschaft unbequem werden. (Was sich mMn aus kompetent mit zwingender Logik ergibt... aber sei's drum.)
    Als Letztes ist dann noch zu bedenken, dass angesichts der bisherigen hire and fire Mentalität auch in einem weiteren Bereich, der meines Erachtens nach unbedingt gewährleistet werden muss, wenn man eine nachhaltige Philosophie etablieren will, kaum mit Begeisterung zu rechnen ist: dem Transfer von Know-How. Cheftrainer und Sportdirektoren kommen und gehen, darauf muss man Antworten finden, die die Kernkompetenzen unabhängig von den je aktuell Handelnden machen. Eine klar vorgegebene Philosophie ist natürlich ein Teil, aber wie sie umzusetzen ist gehört genauso dazu. Nur wenn wir das in den Griff bekommen kann dauerhaft etwas wachsen. Auch hier ist momentan aber nur Wildwuchs mit ein paar versprengten Ansätzen. Das so etwas geht beweist bspw Mainz, mit der bemerkenswerten Konsequenz, dass dort auch ein Aufstiegstrainer entlassen wird, wenn er sich nicht einfügt und man dann einen Mann aus den eigenen Reihen Gewehr bei Fuß hatte.

    Ja, das war jetzt wirklich die Kurzform.

    lg,

    r

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 29. April 2011 um 21:27
    Zitat

    Original von siese
    Mit dem Image und dem Erfolg geht das so: erst kommt der Erfolg, dann das Image. Dass unser Image im Keller ist, liegt an dem derzeit beispiellosen Misserfolg. Sollten wir in der 3. Liga oben mitspielen, dann entdecken plötzlich alle wieder die liebenswerten Seiten des Vereins, die gute Jugendarbeit, das mutige setzen auf junge Leute, den Rekordaufsteiger, der nie aufgibt etc.
    Sollte es sportlich aber weiter nach unten gehen, dann nützt auch die beste Imagekampagne nichts.
    Eine Imagekampagne kann einen Erfolg absichern und helfen, die Ernte einzufahren (siehe Mitgliederkampagne). Gesät wird aber auf dem Platz.
    Für den Erfolg fehlt freilich derzeit das Geld. Und ein Verein, der gerade an der Insolvenz vorbei gekommen ist und mit Mühe und Not die Lizenz für die 3. Liga bekommt, ist nicht der attraktivste Ort, wo sich Sponsoren tummeln. Auch die versprechen sich von ihrem Geld einen positiven Imagetransfer und den gibts nur bei - Erfolg.

    Womit wir wieder ein Henne-Ei-Problem hätten? Nein, zu einfach. Man sieht das auch ganz gut an den Zuschauerzahlen sogenannter Plastik-Klubs, die eben doch signifikant unter denen vergleichbarer Mitbewerber bleiben. Letztlich bleiben eben immer nur zwei Ansatzpunkte, Geld und Leidenschaft/Image. Geld haben wir nicht... Also bleibt nur eine Alternative um überhaupt irgendetwas zu haben worauf man aufbauen kann. Das muss dann eben umso entschiedener betrieben werden. Nur Kopf oben behalten und das Beste hoffen ist letztlich eben auch nicht konstruktiv.

    Zitat

    Original von RalfBSM
    Ich sehe das etwas anders. Ein erfolgsorientiertes Image wie "Rekordmeister", "die Unabsteigbaren" oder "Europaaufmischer" ist natürlich vom Erfolg abhängig.

    Es gibt aber auch so allgemeingültige Images:

    - Die Zebras von der Wedau; Die sind ja auf einmal keine Zebras mehr, nur weil sie in der dritten Liga spielen würden

    - Mainz, der fröhliche Karnevalsverein; Definiert sich ja auch über ein Erfolgsunabhängiges Prinzip.

    - RWO, der Malocherclub; Hier gibt die kulturelle Geschichte des Ruhrgebiets, speziell Oberhausen mit seiner Lage mitten zwischen ThyssenKrupp Industrie und zerfallener GuterHoffnungsHütte, das Image vor.

    - Die jungen Wilden vom Breisgau; Ein sehr ähnliches Image, wie dass was man hier mit dem "Bielefelder Weg" einschlagen will.

    - Schalke; der Kohlenpottclub.

    - Dortmund ist der Club der Westfalen.

    und so weiter und so fort.

    Es gilt also, mMn, sich auf die Herkunft des Vereins, also der Region, zu besinnen. Dies mit der Geschichte des Vereins (Rekordaufsteiger, Fahrstuhlmannschaft, Leidenschaft usw.) zu verknüpfen.

    Alles anzeigen

    Verknüpfen ist hier das entscheidende Wort. Genau das sollten wir diskutieren. Mein Vorschlag in aller Kürze ist eben Region und Tradition mit der erfolgreichen Krisenbewältigung durch offensive Transparenz zu verknüpfen. Wir brauchen mehrere Elemente. Andere Vorschläge? Dann mal konkret werden und her damit.

    Zitat

    Original von Theotmalli
    Rasengrün
    Wertago
    RalfBSM
    Almöi
    Transferred76
    Leckerknoppers

    Im Grunde bin ich hier fast jeden Tag im Forum unterwegs und lese mit. Der große Schreiber bin ich nicht und beteilige mich eigentlich nur punktuell. Mir fallen Eure Beiträge hier von beeindruckender Tiefe und Gehalt auf und so langsam frage ich mich, da ihr offensichtlich stark in den vereinspolitischen Dingen involviert seid, warum IHR nicht hier im Forum die Gelegenheit ergreift und versucht, die Fans und Mitglieder zu bündeln.

    In einem habt ihr definitiv Recht:
    WIR sind Arminia (ob Mitglied oder nicht) und WIR sollten es in der Hand haben, unseren Club so zu beeinflussen, dass sich die Dinge in die richtige Richtung entwickeln.

    Also lasst es uns gemeinsam anfassen, denn die Vergangenheit können wir hier nicht mehr ändern aber die Zukunft liegt mit in unserer Hand.

    Wie wärs?

    Alles anzeigen

    Versuche ich doch. :)

    Zitat

    Original von Spud
    Was wäre denn, wenn einer oder mehrere der oben erwähnten sich bereits in offizieller Funktion befänden?

    Ok, ertappt. Ich bin's, euer Wolle! Nachdem ich mehrere Jahre erfolglos versucht habe die notwendige Revolte von innen heraus zu provozieren musste ich angesichts der jetzigen, verzweifelten Lage schlussendlich doch die Strategie wechseln und es mit konstruktiver Diskussion versuchen.

    Öh... irgendwie will das Fieber einfach nicht runter, ich mach dann mal Schluss für heute und verbleibe mit einem kräftigen "Hatschi!" und grippalen Grüßen,

    Rasengrün

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 29. April 2011 um 21:26
    Zitat

    Original von almöi
    Bisher läuft es doch so, dass sich da so ein paar Gremienmitglieder treffen, die sich auf das KGV beziehen und irgendwie ihren Job machen. Dabei nehmen sie aber die große Mitglieder und Fanbasis nicht mit. Die hofft eben nur, dass sich alles so entwickelt, wie sie es sich wünschen. Das Dilemma siehst Du im Großen bei Stuttgart21. Das Projekt ist zwar durch alle Instanzen legitimiert, aber große Teile der Bürger stehen fassungslos da und können nicht glauben, was da passiert. Es wäre halt schön, wenn wir es auf die Beine brächten, ohne eine neue Gruppierung wie KA zu gründen (so was erzeugt viel zu viel Energieverlust und hat sich als kontraproduktiv trotz bester Absichten erwiesen) irgendwie eine Mediation für die Definition "Arminia" auf die Beine zu bringen. Dafür wäre es aber auch wichtig, dass sich die jetzigen Gremienvertreter nicht dagegen sperren, sondern sich gleichberechtigt mit einbringen. So könnte man auch diesen Dauerkonflikt aus Aufklärung und Vertuschung auflösen. Und der eine oder andere scharf kritisierte Würdenträger könnte anschließend ohne Gesichtsverlust seinen Posten an neue Kräfte abtreten. Wer sich natürlich sperrt und eine solche demokratische Hilfestellung ausgrenzt, hat etwas zu verbergen und grenzt damit sich selbst aus. Wiegesagt, es ginge in dieser mediatierten Bewegung nicht um Tagespolitik, sondern um Visionen.

    Letztendlich sind Tagespolitik und langfristige Konzeption natürlich nur schwer zu trennen, wir müssen schnellstmöglich dahin kommen, dass man eine langfristig tragfähige Idee gerade in den je aktuellen Entscheidungen und Handlungen wiederfinden kann, sonst reißt man ständig mit dem Arsch ein was man mit den Händen aufgebaut hat. Ansonsten sind wir da wohl nah beieinander. Ich schlage also vor, dass wir einfach hier damit anfangen. Ich muss zugeben, dass ich mir auch absolut nicht sicher war, ob meine Beiträge nicht hier leicht deplatziert sind und am Ton des Forums zu sehr vorbeigehen, aber die Resonanz ermutigt doch sehr. Das bestärkt mich auch noch einmal, dass ich mit der grundsätzlichen Einschätzung richtig liege, dass dieser Basis viel mehr zuzutrauen ist als nur das Abnicken vorgekauter Entscheidungen. Fangen wir einfach damit an, vielleicht stoßen dann einige Herren einfach dazu. Angemeldet ist der ein oder andere hier ja schon. Und vielleicht bleibt das diesmal dann auch keine Eintagsfliege kurz vor wichtigen Abstimmungen. Hier und heute anfangen, dann auf der JHV genau diese offene Diskussion einfordern und durchsetzen und wir wären zumindest schon einmal gestartet.
    Und wer sollte es auch sonst tun, wenn nicht wir als Fans und Mitglieder? Ich sehe keinen für alle Seiten akzeptablen Mediator weit und breit. Dauer-Versammlungsleiter Vesper bspw hat mittlerweile bei Vielen auch nicht mehr gerade den besten Ruf, was ich angesichts seiner Tendenz die Versammlung weniger leiten als lenken zu wollen uneingeschränkt nachvollziehen kann.

    Zitat

    Original von Transferred76
    Ich kann Wertago's Beitrag schon sehr gut folgen ! Rasengrün, den ich übrigens zwingend in verantwortlicher Position in diesem Verein erleben möchte(Wertago wäre da auch so ein Kandidat... ;) ), hat einen Weg gesäumt von Visionen und Identifikationsmerkmalen aufgezeigt, nach dem sich jeder Fan sehnen und die furor teutonicus(Danke Herr Sinn) wieder mit Leben füllen würde.
    Allerdings brauchen auch Visionen und eine neue Form der emotionalen Bindung ein Fundament, auf dem das Haus Arminia weitergebaut werden kann um es nachhaltig wieder erfolgreich zu positionieren.
    Das kann man alles machen, wenn man bei NULL wieder anfängt und ohne einen Rattenschwanz aus Schulden und Verbindlichkeiten den Reset-Knopf drückt. Wie will man angesichts dieser erdrückenden roten Zahlen je auch nur ansatzweise eine neue Identität entwickeln, die den Verein tendenziell wieder auf eine andere Ebene stellen würde ?? Visionen, Image usw. kosten in letzter Konsequenz auch Geld, dass kann man drehen und wenden wie man will ! Selbst ein ostwestfälischer Christian Heidel oder U.Hoeness könnten mit Ihrer Tatkraft und strategischem Geschick angesichts von über 20 Mio Euro Schulden keine Vision entwickeln, die man dem Verein einimpfen könnte.
    Wir benötigen in erster Instanz erstmal ein Investment, ganz viel Cash, um aus diesem Morast aus Schulden und anderen Verbindlichkeiten zu entkommen. Wenn sich jemand finden würde, die ostwestfälische Antwort auf "D.Hopp", um dann in 2. Instanz mit fähigem Personal, wie auch immer sich das zusammensetzt, an einem neuen Image, einer Vision zu arbeiten, wäre ein Anfang gemacht. Alles andere bleibt Stückwerk !
    Wir spielen in der nächsten Saison in Liga 3(wenn der DFB mitspielt) und da werden Visionen wohl eher kleingeschrieben, da man sich finanziell weder konsolidieren noch nachhaltig umstrukturieren kann. Das wäre die Quadratur des Kreises ! Daher, egal wie man dazu steht, wird es ohne tatkräftige, finanzielle Unterstützung keinen Ausweg mehr aus dieser Abwärtsspirale geben !

    Vielen Dank für die Blumen (tralala)... Aber die Anspielung auf den Vorspann von Tom und Jerry ist leider nur zu berechtigt, die Torte im frontalen Anflug wäre sofort auf dem Weg. Wenn ich mir nur ansehe, was man für eine Hexenjagd mit Olaf Köster (und zuvor mit Anderen) veranstaltet hat, dann weiß ich, dass ich dafür einfach nicht die Nerven hätte. Aber auch sonst wäre ich nicht der geeignetste Typ für einen Posten, dazu bin ich einfach zu sehr... wie sage ich das jetzt am Dümmsten?... Also, wenn meine Beiträge schon als philosophisch wahrgenommen werden: Ich bin eher Diogenes als Plato. Beratend gerne, aber das erfordert keine offizielle Position, zumindest nicht in dem Verein, den ich mir wünsche, zumal ich mich gar nicht über Andere erheben will. Letztlich glaube ich eher an die Kraft der Vielen als daran, dass Einzelne auf dieser Ebene wirklich so viel bewegen können.
    Kommen wir mal lieber aufs Geld zu sprechen. Natürlich müssen wir neue Quellen erschließen, gar keine Frage. Nicht nur, weil wir Spielraum brauchen, wie du völlig richtig anmerkst, sondern auch, weil wir die richtigen Partner brauchen. Einfach nur Geld reinpumpen hat auch bisher wenig geholfen, mMn nicht zuletzt weil es oft auch aus der falschen Motivation heraus geschah. Das hatte Folgen, ich hatte das schon weiter oben angesprochen. Wir können das nun entweder als Henne-Ei-Problem stehen lassen und resignieren oder nach Auswegen suchen. Ich versuche das einfach mal, auch wenn es sicher nicht mein eigentliches Thema ist.
    Grundsätzlich gilt, dass man, wenn man vor einem Problem-Berg steht, gut daran tut ihm mit dem Hammer zu Leibe zu rücken. Matterhorn-Nordwand zu Findlingen. ;) Wir wissen im Grunde ja schon jetzt, dass Schnitzmeiers Zahlen für die nächste Saison eher unter die Abteilung phantasievolle Prosa fallen. Das drängendste Problem, aber vielleicht noch nicht einmal das schwierigste und so oder so eines, das im Jahresverlauf noch gelöst werden muss. Glauben wir Schnitzmeier wenigstens für die Zwecke dieser Überlegung erst einmal, dass wir einen Schnitt von 12000 Zuschauern brauchen um einen stabilen Saisonverlauf zu gewährleisten. Wie schon zur Genüge diskutiert lässt sich diese Zahl nicht mit den zu erwartenden, effektiv für den Kader zur Verfügung stehenden Mitteln in Einklang bringen. Daraus folgt, dass entweder eher früher als später die Flickschusterei wieder einsetzen muss oder rechtzeitig Investitionsmittel beschafft werden müssen, was sicherlich die effizientere Lösung wäre. Ich sehe hierzu nur drei Wege, nämlich das zu tun, was im letzten Sommer unterlassen wurde und massiv an die bisherigen Sponsoren heranzutreten. Noch hat man wenigstens Reste einer Verhandlungsposition, solange die ALM-Gründung noch nicht vollzogen ist sind deren bisherige Darlehen eben auch nur rückzahlbar in türkischer Lira. Das Stichwort hier heißt signing fee. Das muss also deutlich härter verhandelt werden, was uns allerdings direkt wieder auf die Untauglichkeit des Präsidiums zurückverweist. Zum Umgang mit diesem Thema, falls keine Geistesblitze mehr eingehen, dann s. Gordischer Knoten.
    Das zweite Element wäre eben die Fond-Lösung, allerdings ist fraglich, ob man das noch schnell genug umsetzen kann, und das dritte wäre ein neuer Sponsor, der trotz dieser Situation einsteigen möchte. Vorerst ziemlich unwahrscheinlich. Vielleicht kann man aber wenigstens einen Fond zum Anlaufen bringen und so im Ergebnis gerade so eben einen Kader finanzieren zu können, der möglichst lange im oberen Tabellendrittel mitspielen kann. Das wäre wohl mindestens nötig um einen 12000er Schnitt zu realisieren.
    Danach wäre zumindest erst einmal etwas Zeit gewonnen um uns neu und anders aufstellen zu können. Einige Effekte der Stadionausgliederung werden greifen, die Zinslast wird so hoffentlich kontrollierbarer. Bis dahin müssen wir es schaffen uns so weit neu zu erfinden, dass die Attraktivität für Sponsoren wieder so steigt, dass wir den Wiederaufstieg realistisch anpeilen können. Ich kann mich hier nur wiederholen: Unabdingbare Voraussetzung sind gelebte Leidenschaft und Transparenz, die offensiv nach außen getragen werden müssen. Auf dieser Basis dann gezielte Sponsorenakquise, zusätzlich sind wie gesagt unbedingt Fond-Modelle zu prüfen. Hier ist noch so viel Raum für mehr Kreativität, da werden sicherlich auch andere User, die häufiger mit Finanz-Fragen befasst sind noch Ideen entwickeln. Und posten. Bitte. Danke.

    Zitat

    Original von LeckerKnoppers
    Man könnte ja als ersten Schritt, um wenigstens ein kleines Zeichen zu setzen, dieses pottenhäßliche Scheiß Logo, was nie akzeptiert wurde, mal ändern. Es werden manche Leute evtl. sehr traurig sein, dass sich die Unmengen an Kohle, um diesen ARMen Mini ARMiNIA Scheiß zu entwickeln, letztlich genauso im Fass ohne Boden verschwunden sind, aber damit kann ich dann leben. Ein kleiner Baustein, an den ich aber auch immer gerne erinnern werde!

    Berechtigterweise. Diese unsägliche Corporate Identity symbolisiert in markanter Weise die Abkehr von den Wurzeln, im Ergebnis wie auch im Ablauf. Es wäre in der Tat ein passender, wenn auch nur symbolischer Akt, diese Fehlentwicklung zu korrigieren. Aber so gerne ich Symbolpolitik auch kritisiere, eingebettet in die richtigen Entscheidungen können Symbole auch sehr wirksam sein. Erinnere bitte weiter daran...

    Zitat

    Original von Stoppa Schulz
    Vielleicht fänden es einige Menschen z.B. in den USA (oder sonstwo auf der Welt) ja schick Miteigentümer eines Stadions in Deutschland zu sein.

    Das ist gar nicht so spinnert. Wir werden um unkonventionelle Mittel wohl nicht herum kommen, diskutieren und ausloten sollten wir alles. Wie bspw tatsächlich die Möglichkeiten Mittel international zu akquirieren. Der andernorts angesprochene Herr Simon scheint so etwas ja zu tun.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 29. April 2011 um 21:24

    Darum steht uns allerdings wohl die Wiederholung dieser Saison nur eine Liga tiefer bevor. Vielleicht mit Ausnahme eines Aspektes: Ich glaube es war Hegel, der gesagt hat, dass, wenn sich Geschichte wiederholt, aus einer Tragödie eine Farce wird. (Und wenn er's nicht war, dann stimmt es doch immer noch.)

    Zitat

    Original von Speedy
    In einem jedoch muss ich Rasengrün widersprechen: Man kann einen Verein nicht nur wie ein Unternehmen führen, sondern man muss es sogar!

    Unsere Wirtschaftstrategen haben nur übersehen, dass jedes Unternehmen für wirtschaftlichen Erfolg zwingend auch ein gutes Produkt braucht! Das ist bei uns der Fussball! Davon haben sie nur sehr begrenzt Ahnung und hätten tun müssen, was sie in ihren eigenen Unternehmen zwingend getan hätten: Die besten Leute für diese Bereiche engagieren!

    Genau an der Stelle wird dann hier wohl eine Meinungsverschiedenheit stehen bleiben müssen. "Der Fußball"... was ist das denn eigentlich genau? Ist damit der messbare sportliche Erfolg gemeint? Dann kann ich auf gar keinen Fall zustimmen, der ist nur Nebengeschäft solange wir nicht an die Fleischtöpfe der Championsleague kommen. Einen direkten wirtschaftlichen Niederschlag hat der nur in Bezug auf Fernsehgelder, die sind aber nicht ausschlaggebend in den Niederungen in denen wir uns aufhalten. Schon eher relevant wird "der Fußball", wenn wir darunter die Art und Weise des Spiels verstehen und damit die Eignung des Spielstils um Leidenschaft und Identifikation zu befeuern, aber auch dann bleibt es nur ein beeinflußender Faktor für eine davon erst einmal unabhängige Kerngröße. Kein zu vernachlässigender Faktor, keinesfalls, aber einer, der sich einordnen muss. Das eigentliche Produkt bleibt Leidenschaft und Identifikation, ds Kerngeschäft, wenn du so willst. Sportlicher Erfolg ist immer nur begrenzt planbar, das Geschäft, dass dir aber immer bleibt ist das mit dem harten Kern, eben denen, die sich mit dem Verein identifizieren und ihn leidenschaftlich begleiten. Wir müssen also hier ansetzen. Wie erhalten wir das Kerngeschäft, wie erweitern wir es? Der sportliche Erfolg beschert Erfolgs-Fans (Ich gebrauche den Begriff hier ganz emotionslos), die genau so schnell wieder weg sind wie sie gekommen waren. Schon eher bleiben werden diejenigen, die sich mit einem erkennbaren Stil identifizieren können, auch wenn der mal mehr, mal weniger erfolgreich ist. Dauerhaft bleiben werden aber diejenigen, die mit einer Leidenschaft ergriffen werden, die sie nicht wieder los lässt. Ein zum Image passender, durchgehend zelebrierter Stil kann dafür allerdings auch ein gutes Mittel sein, es gibt weitere. Dazu gehören vor allem vielerlei Formen der Durchdringung des Alltags, der Lebenswirklichkeit. Wäre leicht auch noch einen weiteren, monströs langen Beitrag wert (Drohung oder Ankündigung? Wir werden sehen... ;) ). Arminia muss für die Menschen mehr sein als nur ein Eintrag in der Tabelle. Das ist dann eine Basis, auf der man aufbauen kann. Ein standfestes Fundament, wenn man so will, und wie in der Statik gilt, dass das gar nicht breit und tief genug sein kann. Die Pyramiden stehen auch nach Jahrtausenden noch.
    Daraus folgt aber auch, dass wir offensichtliche Hindernisse für Identifikation dringend beseitigen müssen und hier schließt sich dann der Kreis meiner Antwort auf Speedy, das betrifft nicht zuletzt ein führungsschwaches Präsidium, dessen maßgebliche Mitglieder dann auch noch lokalpolitische Karrieristen sind. Das ist nichts weniger als ein nicht aufzulösender Kulturkonflikt. Identifizieren kann sich damit kaum jemand. Vor diesem Hintergrund wäre die Diskussion, wer die richtigen, besten, geeignetsten Leute für einen Neuanfang wären, dann schon deutlich spannender. Auch wenn mein Ansatz weniger personal- als inhaltsorientiert ist, aber personifizierte Negativ-Image-Faktoren müssen auch dazu zwingend weg.

    Zitat

    Original von King Kneib

    Das könnte ein Ansatz sein.
    Wir sind DER Underdog, aber anders als in Oberhausen ein stolzer Underdog, obwohl wir nioch nie was gewonnen haben.
    Rekordaufsteiger/Rekordabsteiger - Nehmerqualitäten - Unkaputtbar - immer wieder aufstehen (wie Rocky).
    Unsere Qualität ist unsere Leidensfährigkeit. Da sind wir wohl nahezu jedem Club auf der Welt um Längen voraus.
    Das in ein positives Image zu formen, ist die Herausforderung.

    Das ist ein Element, unsere ganz spezifische Tradition. Daran müssen wir anknüpfen, in der Tat. Diese Anknüpfung könnte eben gerade in der Art und Weise der Überwindung unserer aktuellen Krise liegen. Tradition und Zukunft, über hundert Jahre nicht klein zu kriegen und sich nun am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen in dem wir Themen der Zeit mit unserer Sache verbinden. Freiburg hat das in gewisser Hinsicht getan, phasenweise der Verein, der einer alternativen, oft studentisch geprägten Klientel einen Zugang zum Fußball über ein Image ermöglicht hat, das mit der Selbstsicht dieser Klientel kompatibel war. Man könnte das auch Fußball mit gutem gewissen für eine Horde arroganter Schnösel nennen, aber das träfe nicht den Kern. Das interessante daran ist die Verknüpfung, die aus einem nicht besonders aufregendem Provinzklub ein Identifikationsobjekt für Leute gemacht hat, die ansonsten keines im Liga-Spektrum gefunden hätten. Eine Verknüpfung, die über den Umweg gesamtgesellschaftlicher Themen erfolgt ist. Können wir daraus Lehren ziehen? Vielleicht. Vor ein paar Tagen war der Aufmacher auf der Titelseite der NW die relativ abstrakte Tatsache, dass bestimme Mobiltelefone ohne Kenntnis der Benutzer personenverknüpfte Bewegungsdaten speichern. Was sagt uns das? Das Transparenz ein Thema ist, dass weit über unsere kleine schwarz-weiß-blaue Welt hinaus mittlerweile große Relevanz besitzt. Warum ist das so? Weil zunehmend mehr Menschen großes Unbehagen darüber empfinden, dass gesichtslose, graue Institutionen kaum kontrolliert immer mehr Wissen über sie anhäufen und sie darauf keinen Einfluss mehr zu nehmen wissen. Warum wächst Politikverdrossenheit seit vielen Jahren? Die Antwort viele ähnlich aus. Transparenz ist ein Thema und es verweist auf mangelnde Teilhabe an Entscheidungsprozessen. Kommt das jetzt so langsam irgendwem bekannt vor? :D Seht ihr, meine philosophischen Beiträge sind doch gar nicht so schwer verständlich. Der Weg ist das Ziel und ein Verein, der sich in Aufsehen erregender Weise um mehr und neue Formen der Partizipation seiner Mitglieder bemüht kann in dieser Zeit nur gewinnen. Wir haben inhaltlich mehr als genug Anlass uns mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn wir dies offensiv tun, dann liegt darin eine große Chance. Wir sind der Underdogs aus Ostwestfalen, der seine Mitglieder ernst nimmt und versucht wo es nur irgend geht einzubinden, weil sie mit außergewöhnlicher Leidensfähigkeit zu ihm stehen und das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen, wodurch es ihm gelingt aus wenigen Mitteln und in aussichtslos erscheinender Lage wieder sportliche Erfolge zu erzielen. Schönes Image, oder? Ich habe das Gefühl, dass wir der Sache so langsam näher kommen. Weitere konkrete Ideen und Ansätze wären klasse! Haut mal rein.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 29. April 2011 um 21:23
    Zitat

    Original von Pressesprecher
    Lieber Rasengrün, was hältst Du davon, wenn wir beide uns mal auf einen Kaffee treffen?


    Schon mal auf die Idee gekommen, dass wir das längst getan haben könnten? ;)

    Momentan ist mir die öffentliche Diskussion deutlich wichtiger. Du solltest eigentlich zu diesen Themen jede Menge zu sagen haben, warum kommt da eigentlich nie was? Das sind ja im Kern dieselben Themen, die ich schon vor Monaten in dem Beitrag angesprochen habe, auf den du glaubtest unbedingt polemisch reagieren zu müssen. Inhaltsorientierte und öffentliche Auseinandersetzung ist gefragt und wir können hier damit anfangen.

    Zitat

    Original von King Kneib
    Ich versuche, ihn mal prakmatisch zusammenzufassen: Ohne eine konzeptionelle Neuausrichtung inklusive Schaffung und Schärfung eines wie auch immer gearteten positiven Images, dass Menschen begeistert und mitreisst 8oder wenigstens interessiert), brauchst du dir über wirtschaftliche Faktoren, Sponsoren oder andere handelnde Personen keine Gedanken zu machen.

    Der erste Schritt ist, zu definieren: wo wollen wir als Verein hin? Was macht Arminia aus? Wie soll Arminia nach außen und innen wirken?
    Erst, wenn es da überzeugende Visionen gibt, kannst du das ganze mit Leben füllen.

    Weitgehend jau, wobei mir auch wichtig ist wer was wann wie definiert. In diesem Prozess muss schon ein Teil der Lösung erkennbar sein. Arminia wird, momentan natürlich völlig berechtigt, nicht nur als Pleite-Verein wahrgenommen, sondern als intransparenter, von Machtspielchen geschüttelter Pleiteverein, der einen zweifelhaften Umgang mit seinen Fans und Mitgliedern pflegt. Die "überzeugende Vision" muss folglich Ergebnis eines offenen, transparenten und möglichst breit angelegten Prozesses sein, keinesfalls das Ergebnis einer weiteren Hinterzimmerdiskussion (gleichgültig, ob die nun zwischen mir und Pressesprecher über dampfender Koffeinsuppe oder in irgendwelchen internen Arbeitskreisen stattfindet.) Der Verein muss endlich lernen die Identifikation und Leidenschaft seiner Mitglieder und die daraus resultierenden Ideen wie auch das kritische Potential, das ein wichtiges Element einer funktionierenden Selbstkontrolle wäre, als Ressource zu nutzen statt sie als unerwünschte Einmischung zu bekämpfen. Natürlich kann man einen Verein nicht nach den aktuellen Tribünen-Parolen führen, aber schon die Form "Verein" ist eine demokratische. Wir sollten den Mut haben das auch entsprechend zu leben.
    Nur so können die nach wie vor klaffenden Wunden, die auf der JHV 2009 aufgerissen wurden, irgendwann geschlossen werden. Persönlich habe ich die schon damals eher als Beweis dafür erlebt, dass der Verein lebt, noch lebendige Wurzeln hat aus denen irgendwann auch wieder frische Triebe entstehen können, denn als desaströse Außendarstellung. An der ist sicher viel zu bemängeln, aber nicht, dass sie notwendige Diskussion widerspiegelt. Es kommt hier eben auf das "wie", auf die Art und Weise an. Mir scheint hier ein logischer Kategorienfehler eine große Rolle zu spielen: Wir sind ein Sportverein, keine Mannschaft. Die Geschlossenheitsrhetorik, auf die in diesem Zusammenhang immer wieder gerne zurückgegriffen wird, bedient sich einer falschen Übertragung. Natürlich kann man keinen Kader nach demokratischen Prinzipien führen, keine Spielsituation durch kollektives brainstorming lösen usw, aber das ist eben auf dem Platz, nicht daneben. Entscheidungen müssen nicht in Sekundenbruchteilen getroffen werden, es ist genug Zeit für den Wettstreit der Ideen und Argumente vorhanden. Außerdem würde so einem Teil des momentanen Negativ-Images etwas positiv Gelebtes entgegengesetzt. Statt Machtkampf und politischen Manövern der freie Diskurs aller Wohlmeinenden, die gemeinsam nach den besten Lösungen suchen.
    DSC Arminia Bielefeld - Sportklub der Ostwestfalen. Wir Ostwestfalen sind doch nun wirklich nicht als Revolutzer verschrien, es ist absolut nicht notwendig uns immer wieder mit der Pistole auf der Brust zur je gerade genehmen Lösungen zu zwingen. Mir erschien die anlässlich der Satzungsänderung so oft angeführte Angst vor Populismus immer an den Haaren herbeigezogen und letztlich sogar verräterisch: die Angst kann man eigentlich nur haben, wenn man befürchtet, dass Andere das Spiel auch nicht schlechter spielen könnten. Populismus hat nur dort eine Chance, wo es an Information und Sachkenntnis mangelt. Wir sollten soviel Vertrauen zu den Mitgliedern, zu ihrem Commitment, haben, dass wir unterstellen dürfen, dass diejenigen, die sich zu den MGVs aufmachen, auch den Aufwand nicht scheuen werden, der nötig ist um eine informierte Entscheidung zu treffen. Umso mehr, wenn der Verein das Nötige tut um den Zugang zu Informationen und Debatten so weit es nur geht zu erleichtern. Das Bild, das dabei nach draußen transportiert wird, ist nicht chaotisch, im Gegenteil. Arminia, das sind die mit der informierten und meinungsstarken Mitgliederschaft. Übersetzt in Marketinginesisch: eine Ansammlung von Multiplikatoren. Ich kann mir Unattraktiveres für Sponsoren vorstellen.

    Zitat

    Original von RalfBSM
    Respekt! Das trifft doch genau den Kern hier!

    Auch wenn es viele nicht hören wollen, aber Arminia hätte wunderbar die Möglichkeit sich genau diesem Image zu bedienen. Der Underdog der die großen mit Leidenschaft bezwingen will. Dazu noch den schönen Schlachtruf "Niemand erobert den Teutoburger Wald", der sehr schön den Kampf um UNSER Teritorium (die Alm im Herzen dessen) und ein gewisses Selbstbewusstsein ausspricht. Warum nicht einfach zulassen dass wir der Provinz-Verein sind, der halt immer wieder darum kämpft den Großen ein Bein zu stellen. Ein Verein der eben nicht um Meisterschaften kämpft und durch viel Geld sich profilieren will, sondern sein eigenes "mia san mia" hat und darauf stolz ist!

    Und jetzt wird da auch ein Schuh draus, wenn man sich überlegt, dass das Dilemma damit anfing, dass Schwick von einem Pflichtspiel in Italien geträumt hat und Kentsch die passende Tribüne dazu in Auftrag gegeben hat. Da klafften die neuen Ansprüche mit der Realität auf dem Platz und dem Umfeld meilenweit auseinander.

    Exakt, zumal wir damals auch noch den Ruf hatten aus wenig viel zu machen, also für Effizienz standen. Was in dieser Zeit an Vermarktungschancen vertan wurde wird sich auf viele Jahre hin nicht aufholen lassen. Statt dieses Image zu schärfen und gezielt auszubauen Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien. Statt Vermarktungsrechte an einen Verwerter zu verscherbeln in dessem Portfolio man doch immer nur ein Beiprodukt, in dessen Personal-Planung man eine Art Sibirien der freien Marktwirtschaft bleiben würde, hätte hier zielgerichtete Sponsorenakquise einsetzen müssen, die mit eigener Kreativität Szenarien entwirft und passende Partner zu finden versucht. Wir konnten und können es uns nicht leisten darauf zu warten, dass andernorts jemand auf die Idee kommt, dass Arminia ja irgendwie zu ihm passen könnte. Nee, da müssten unsere Leute vor Ort aufschlagen und mit klaren und maßgeschneiderten Konzepten überzeugen. Leider war und ist das eine kreative Ödnis von saharamäßigen Ausmaßen. Übrigens bin ich auch in dieser Frage absolut davon überzeugt, dass ein kollektives Brainstorming mit zwanzig beliebigen Foren-Teilnehmern bessere Ergebnisse liefern würde als zwanzig Kurze mit Studtrucker und Kollenberg.
    Aber zurück zum Kernthema dieser Absätze: Identität und Identifikation. Nicht zuletzt kann man hier auch nachvollziehen was passiert, wenn das Selbstbild von oben auf Zuruf verändert werden soll. Es führt kein Weg daran vorbei, dass die Selbstheilung von der Mitgliederschaft ausgehen muss. Ab hier s.o.

    Zitat

    Original von Speedy
    Es fehlt unserer Führung einfach daran Leidenschaft frei zu legen! Man hätte Anfang der Saison mit viel mehr Leidenschaft bei den Sponsoren für den teilweisen Erhalt der sportlichen Substanz kämpfen müssen. Denn, Leidenschaft entfacht ein Fussballclub auf dem Platz! Aber wie soll so etwas entstehen, wenn sich die Führung leidenschaftslos in ihr finanzielles Schicksal ergibt? Das gleiche Szenario steht uns in der kommenden Saison doch wieder ins Haus! Man will mit jungen Spielern die 3. Liga rocken! Was für ein Quatsch! Nur mit einem Gerüst von 6-7 erfahrenen Spielern kannst Du die 3. Liga halten.

    Das greift in der Ursachenforschung mMn etwas zu kurz. Betrachten wir einmal, welche Führung wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich hatten. Die konnte allein deswegen schon gar nicht mehr gegenüber den Sponsoren auf irgendetwas drängen, weil wesentliche Teile der Führung dazu erst einmal willentlich in zeitweise Schizophrenie hätten verfallen müssen, wenn wir uns mal anschauen, wer da eigentlich die Trainerfrage entschieden hat. Führungsschwäche bekommt hier eine mehrfache Bedeutung:
    - gegenüber den Sponsoren allein schon strukturell, weil diese einen viel zu großen Einfluss in ihr selbst hatten
    - gegenüber den Mitgliedern, weil man den Verein auf Basis einer äußerst wackeligen Legitimation regiert und man eigentlich sagen muss, dass schon seit der JHV 2009. Das konnte auch nie durch überzeugende Argumentation oder Vision wett gemacht werden.
    - im sportlichen Bereich, aufgrund mangelnder Kompetenz. Man muss hier auch die Frage aufwerfen, ob dieser eklatante Mangel nicht in direktem Zusammenhang mit dem ersten Punkt steht, denn der offensichtliche Wille insbesondere des Hauses Schüco die Vereinsgeschicke maßgeblich selbst zu lenken erzeugt ein kontinuierliches Übergewicht machtpolitischen Handelns, dem eine "natürliche" Autorität aufgrund von erwiesener sportlicher Kompetenz grundsätzlich immer wieder im Wege sein muss. Das hat sich mMn auch bis in die Trainerfindung hinein ausgewirkt und sich im Winter noch einmal leicht abgewandelt wiederholt. Kurz nachdem unser neuer Freund Pressesprecher hier aufgeschlagen war hatte ich die Frage gestellt, ob es nicht besser sei auf jegliche Zugänge zu verzichten, wenn es absehbar wird, dass deren Qualität nicht ausreichen wird um das Blatt noch wenden zu können. Eine starke (auch in sportlichen Fragen...) Führung hätte die Sponsoren (falls sie nicht direkt oder indirekt mit ihr identisch gewesen wären...) darauf aufmerksam machen können (und verantwortungsvoller Weise auch müssen), dass diese Mittel besser darauf zu verwenden gewesen wären nach dem damals schon fast unvermeidbarem Abstieg wenigstens den sofortigen Wiederaufstieg anpeilen zu können. An anderer Stelle hat Pressesprecher später auf diesen Einwand sinngemäß gesagt: "Ich will nicht wissen was dann hier losgewesen wäre." Bin ich der Einzige, der dabei auch an Mamerows Aussage, dass man sich nicht getraut habe die Mitglieder um direkte Hilfe zu bitten, gedacht hat? Auch diese Äußerungen sind Ausdruck eklatanter Führungsschwäche, die pikanterweise letztlich in etwas gemündet hat, das wohl sehr viel mehr als meine Beiträge hier die Bezeichnung Populismus verdient hat.

    Weiter im nächsten Beitrag. Maximum ist offenbar 11.000 Zeichen...

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 29. April 2011 um 20:03

    Habe ich irgendeine neue schlechte Nachricht verpasst, dass hier schon wieder zwei Seiten mit Sündenbocksuche gefüllt sind?

    Bei einem geht mir dann aber doch der Hut hoch: die wiederholten Indiskretionen sollten doch ganz offensichtlich erst Geilhaupt, dann Köster schaden. Wer die Schuld daran denen zuweisen will, der macht Opfer zu Tätern. Und das ist moralisch einfach nur ganz armselig. Von allen daran Beteiligten.
    Hat mich so angekotzt, dass ich mich aus dem Krankenbett gequält habe. Wenn ich denn dann schon mal wieder am Rechner sitze, dann kann ich auch gleich noch auf ein paar Dinge antworten. Ich drohe schon mal ein monströses Posting an.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 20. April 2011 um 02:19

    Ich verstehe nicht, warum hier so Viele anlässlich des Sicherungsfonds die Moralfrage entdecken. Das ist doch keine Neuheit. Der moralische Bankrott wurde zum ersten Mal schon auf der JHV 2009 erklärt, danach bei der Satzungsänderung und zum wiederholten Mal im Zusammenhang mit der versuchten Inszenierung von Hexenjagden. Natürlich macht die Führungsebene dieses Vereins seit Jahren einen moralisch völlig verlotterten Eindruck, darüber muss man kaum streiten, aber wie kann man davon noch überrascht sein?

    Andererseits muss man sich von solchen Leuten aber auch nicht seinen Verein madig machen lassen. Zu meiner eigenen Überraschung habe ich beim letzten Spiel auch an mir selbst erlebt, wie wenig es manchmal braucht um verloren geglaubte Emotionen wieder zu wecken. Ich weiß ja nicht, ob das nun nur mir so ging, aber Tadics Heber zum Ausgleich in letzter Sekunde... Das hat sich sofort wieder nach Alm angefühlt.

    Letzten Endes gibt es doch nur zwei Alternativen: Entweder man schmeißt jetzt alles hin und guckt sich demnächst mal Paderborn, Osnabrück, Schalke, Dortmund, Hannover oder sogar Fichte oder Dornberg an oder wir versuchen eben auch aus einer beschissenen Position heraus diesen Verein notfalls auch gegen seine Führung noch zu retten. Mein Glück hängt in der Frage allerdings zugegebenermaßen eh nicht an der Liga in der es sich abspielt.

    Ich finde diese Moral-Diskussion einfach nicht besonders zweckmäßig. Klar ist sie berechtigt, wie gesagt, sogar schon lange, aber sie führt auch nicht weiter als bis zur Empörung. Was kommt dabei schon heraus? Konstruktiver wird das Ganze, wenn wir uns damit beschäftigen wie es dazu gekommen ist. Aufklärung, nicht nur in Bezug auf Finanzen. Oder findet ihr, das hier alles in Ordnung wäre, wenn jetzt plötzlich Geld vom Himmel fallen würde? Wir hätten immer noch eine visionslose Führung, Posten-Geschachere, usw am Hals, kurz all das, was uns erst in die Krise geritten hat. Solange wir keine Antworten darauf haben, wie es dazu gekommen ist wird auch nichts besser. Dann können wir - unabhängig vom aktuellen Kontostand - wirklich auch gleich das Licht ausmachen. Meine Diagnose ist in gewissem Sinn ja sogar noch verheerender, wenn ich sage, dass wir eine regelrechte Misserfolgs-Kultur entwickelt haben, aber ich werde den Versuch die Diskussion darüber und über mögliche Gegenmaßnahmen erst dann aufgeben, wenn wirklich alle Lichter ausgegangen sind. Solange gibt es immer die Möglichkeit noch etwas zu versuchen.

    MMn ist die Leidenschaft nicht verloren, sie verschüttet. Verschüttet unter dicken Lagen aus Lügen, Täuschungen, vereinspolitischen Manövern zum Machterhalt, Eitelkeit, Großmannssucht, mangelnder Kritikfähigkeit und Selbstgerechtigkeit. Übrigens sind auch negative Emotionen wie Enttäuschung, Zorn und Wut immer noch Emotionen. Bitter, dass bei so Vielen die Transformation in die Richtung schon ziemlich weit ist, aber dennoch sind da Emotionen. Zugelassen haben wir das wohl alle miteinander viel zu lange, möglicherweise wirklich zu lange, aber noch besteht die Möglichkeit es zu ändern. Ich sage ja nun nicht erst seit gestern, dass es mit diesem Präsidium nicht geht. Die müssen weg, das ist klar. An der Stelle sehe ich die Dinge so ähnlich wie Ansgar in Bezug auf den Kader, wenn ich einen Tag lang mit Bus und Stadtbahn durch die Stadt fahre, dann habe ich am Ende ein besseres Präsidium beisammen als dieses. Aber das allein reicht nicht - oh, wenn es doch nur so einfach wäre... Ohne eine wirklich offene, leidenschaftliche Aussprache und Diskussion geht gar nichts, da muss der Anfang gemacht werden und von dort an müssen wir uns Stück für Stück regelrecht neu erfinden. Vielleicht zu spät, sicher, das kann sein. Aber seit wann schmeißen wir in Ostwestfalen die Flinte ins Korn, wenn wir noch Pulver auf der Pfanne haben? Geld ist nicht alles, notfalls eben auch nach einer Insolvenz wieder von ganz unten. Wollen wir Fußball in dieser Stadt? Solange man das bejaht muss man auch irgendwie weitermachen.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 20. April 2011 um 00:11
    Zitat

    Original von Lars78
    Ich bin froh, dass wir den Kredit bekommen. Bei anderen Vereinen gibt die Stadt schnell mal ein bisschen Geld fürs Stadion und alles wird gut. Wir müssen alles alleine stemmen.

    Leider konnte der werte Herr Kentsch Millionen in der Osttribüne versenken. Viele Funktionsträger im Verein sollten sich fragen, warum sie diesen Herren so lange haben gewähren lassen. Und dann sollten diese Arminien auch mal ihre Geldbörse aufmachen und dem Verein wieder auf die Beine helfen.

    Neue Mannschaft, Aufstieg in zwei oder drei Jahren, Rückzahlung des DFL-Darlehens und wir sind wieder im Geschäft. Ich drücke die Daumen, dass es klappt!

    Noch einmal: Zurück im Geschäft werden wir erst dann sein, wenn wir uns neu erfunden haben. Das Geschäft ist nämlich ein Spiel mit der medialen Aufmerksamkeit, Geld verdient man im Fußball dadurch, dass man fasziniert. Wir faszinieren momentan bestenfalls Organisationssoziologen auf der Suche nach negativen Beispielen.

    Allein über die Finanzen lässt sich auch nicht alles regeln, wie Hoppenheim und nicht zuletzt auch Wolfsburg in dieser BL-Saison nachdrücklich beweisen. Natürlich müssen wir das irgendwie geregelt bekommen, aber das alleine wird nichts ändern. Auch wenn jetzt ein Scheich daherkommt und ein paar Mio in das Loch ohne Boden wirft, dann kauft das immer noch nur Zeit.

    Zeit... ja, gutes Stichwort. Wir haben davon mittlerweile gut zwei Jahre vertrödelt, im Wesentlichen mit der letzten Schlacht eines Systems, das so oder so fallen muss. Nicht, weil es die reine Ausgeburt des Bösen wäre, sondern weil es zunehmend dysfunktional wurde. Wir haben nicht nur die falschen Entscheidungsträger im Verein, wir haben auch die falschen Mechanismen, die sie hervorbringen. In den Zeiten scheinbarer Prosperität hat sich die überwiegende Mehrheit der Fans und Mitglieder an die Macht der Hinterzimmer wie auch an das Primat des Kaufmännischen über das Sportliche gewöhnt. Als die Krisenanzeichen nicht mehr zu leugnen waren hat man sich dann, psychologisch sogar noch irgendwie verständlich, in einer Falle wiedergefunden, einer Gedankenfalle: Es geht uns wirtschaftlich schlecht, wir brauchen mehr wirtschaftliche Kompetenz. Und so konnte ein Hindrichs, ein neureicher Parvenu, erst die JHV 2009 per Handy fernsteuern, dann eine unsinnige Satzungsänderung zur Existenzfrage hochstilisieren und anschließend auch noch maßgeblich die sportlichen Dinge mit volldampf vor die Wand fahren. (Und immer noch gibt es Leute, die denken, dass er das Spielzeug, dass er da wie ein gelangweiltes Kind zerbrochen hat, doch immerhin bezahlt habe...) Ich nehme Hindrichs hier nur als das prominenteste Beispiel, es gibt noch mehr.

    Das Geschäft, in das wir zurück wollen, ist aber keines wie jedes beliebige andere. Sicher, es gib eine statistische Korrealtion zwischen Mittel-Einsatz und sportlichem Abschneiden, aber es war immer Teil der erfolgreicheren Zeiten hier aus dem Median dieser Berechnung auszubrechen. Nein, die Geschäftsleute hier haben das Geschäft nicht verstanden, haben seine Andersartigkeit nicht begriffen. Man kann einen Verein nicht wie ein Unternehmen führen, nicht ausschließlich. Wir haben einen Ehrenkodex, ich könnte auch sagen ein Stück Klopapier, der aus irgendwelchen Management-Leitfäden abgekupfert ist, wir haben eine Führung, die uns mit den üblichen Methoden der Einschüchterung und Täuschung behandelt wie einen aufmüpfigen Betriebsrat in einem Insovenzfall... Und genau da hat uns das dann konsequenterweise hingebracht.

    Schauen wir uns Vereine an, die aus relativ überschaubaren Mitteln viel gemacht haben, dann finden wir dort vor allem eines: eindeutige Identitäten, geschärfte Image-Profile, die regional oder gesellschaftlich ihre Nischen finden. Sei das Pauli oder auch unser letzter Gegner RWO mit ihren Klassenkampf-Attituden, die Freiburger Müslis, der Mainzer Karnevalsverein mit seinem Spaßprinzip oder auch den je grad aktuellen Ost-Klub, sie schaffen für eine spezifische Klientel eine Identifikation mit dem Verein und genau darin besteht das eigentliche Kerngeschäft. Das hat bei uns seit Jahren niemand mehr begriffen, nicht der olle Schwick, der schon das Fax für technologisches Hexenwerk gehalten hat und noch weniger Pattex-Wolle, der immerhin mittlerweile mal ein Auswärts-Spiel erlebt hat und in unserer Medienabteilung offenbar auch niemand. Alles altbacken und so sehr im mentalen Belagerungszustand gefangen, dass kein Raum mehr übrig bleibt für eine positive Vision. (Jaja... ich werde ihn nie mögen... Nicht, weil er ein unerträglich sauertöpfischer Wichtigtuer ist - das ist nur mein persönliches Empfinden - sondern weil unser Leiter Medien und Kommunikation die Abschottungs, Irrführungs und Vertröstungsstrategie verkörpert, die uns mit jedem Tag, der vergeht, weitere Sympathien kostet.)

    Was wir an positivem Image hatten war geprägt von der Selbstironie eines Underdogs, der den gerechten Kampf mit so bösen Mächten wie dem DFB, den Schiedsrichtern und dem FCB aufnahm, im sicherem Wissen eigentlich nicht gewinnen zu können und doch immer eine Chance zu haben. Eine Chance aus eigener, innerer Stärke, aus dem Gefühl heraus, dass im Fußball manchmal auch die Gerechtigkeit siegt und ein einziger brillianter Moment einer aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft aus quadratischen Holzfüßen manchmal eben doch ausreichen kann. Eine innere Stärke, die sich lange auch aus dem Gefühl gespeist hat zwar arm zu sein, aber wenigstens niemandem etwas danken zu müssen. Wir haben das alles verloren, ohne es so recht zu bemerken. Eingetauscht, für den Traum vom Lachs und Kaviar-Verkauf reich zu werden - mitten im Mettwurstland. Die Verkäufer sind Leute, die etwas vom Geschäft verstehen ohne _das_ Geschäft begriffen zu haben. Oder, um noch weiter in Paradoxien zu sprechen, die viel Kapital verpulvert haben um mit hohem Mittelaufwand das einzige Kapital zu vergraulen, dass diesem Verein bisher nie zu nehmen war: die Leidenschaft. Dass hier in diesem Thread mittlerweile so wenig davon zu spüren ist, dass moralischer Katzenjammer die Oberhand gewinnt, ist viel deutlicherer Ausweis des absoluten Scheiterns dieser (Un-)Kultur als unsere verheerende finanzielle Lage.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 19. April 2011 um 16:20

    Ok, so völlig raushalten kann ich mich grad nicht mehr...

    Leute, es ist doch völlig klar, dass es einen Plan B gab (und vermutlich noch das halbe Alphabet weiter). Selbstverständlich hätten Hindrichs, Weber und Andere das benötigte Geld geliefert, mindestens so lange bis die ALM tatsächlich umgesetzt und damit wenigstens Teile ihrer Investitionen abgesichert gewesen wären. Genauso natürlich ist und war die Inanspruchnahme des Sicherungsfonds ein abgekartetes und letztlich dreckiges Spiel, das hauptsächlich dem Ziel dient so viele Mittel wie nur irgend möglich in die nächste Saison zu retten. Dreckig, wie gesagt, aber in unserer Situation hätte ich damit grundsätzlich kein Problem mehr, weil wir es uns schlicht nicht mehr leisten können in Bezug auf die Mittel noch wählerisch zu sein.
    Die Durchführung des Manövers allerdings war wieder einmal absolut dilletantisch. Sobald Schnitzmeier und Brinkmann in die Nähe eines Mikrophons gelangen ist man als Armine doch mittlerweile dem Herzinfarkt nahe. Um Haaresbreite hätten uns die beiden eitlen Plappermäuler noch um die Knete gequasselt.
    Der zweite Punkt, der wieder einmal zu spontanen Halsschwellungen führt: Absehbar war das natürlich schon auf der MGV, mindestens als mögliches Szenario. Die simple Ankündigung, dass es vielleicht so kommen könnte, dass der Sicherungsfond eine Option darstellen wird, hätte nun wahrlich keinen Schaden hinterlassen, aber den nun eingetretenen weiteren Vertrauensschwund mindestens deutlich abgemildert. Aber so ist das eben bei Arminia, zuverlässig greifen die immergleichen Reflexe. Öffentlichkeit = tarnen, täuschen, tricksen; Mitglieder = Pistole auf die Brust setzen, möglichst im Dunkeln lassen. Solange sich das nicht ändert wird sich die Abwärtsspirale weiter drehen. Solange das Führungspersonal entscheidend aus in jahrzehntelangen Hinterzimmerkämpfen gestählten Lokalpolitikern besteht übrigens auch nicht.

    Was wir brauchen:
    Einen Stimmungsumschwung.
    Wie wir ihn bekommen:
    - Neues Personal, das Wandel und Kompetenz (auch fußballerische) glaubwürdig repräsentieren kann
    - gelebte Vereinskultur der Offenheit und Mitnahme der Fans und Mitglieder
    - klar formulierte Ziele, die vor diesem Hintergrund ruhig ambitioniert, aber nun auch wieder nicht mehr unrealistisch erscheinen, statt größenwahnsinnigem Populismus (Mittelfeld erste Liga, Europa!11!111!) und seiner Kehrseite, der Flickschusterei als Handlungsprinzip
    - gezielter (Wieder-)Aufbau einer spezifischen Identität.

    Durch innere Werte, nicht durch eine verhunzte corporate identity und ähnliche Aktionen und Haltungen, die letztlich nur das Scheitern im ziemlich lächerlichen Bemühen im Konzert der Großen mitmischen zu wollen dokumentieren, - Herausragendstes Beispiel natürlich die epochale Fehlplanung in Sachen Tribüne - ist das immer noch machbar, wenn endlich die wirklichen Probleme erkannt werden. Wir sprechen seit Monaten fast nur noch über Finanzen, letztlich sind die aber nur Symptome der weitaus schwieriger zu fassenden Fehlentwicklungen, die sich über viel zu lange Zeit im Verein schleichend breit gemacht haben.

    Ich schau mir dann mal an, wie sich die Dinge so entwickeln. Dieselbe Diskussion wollte ich schon vor Monaten anstoßen, vielleicht ja diesmal mit mehr Erfolg?

    Bis dahin verbleibe ich als euer paranoider Populist

    Rasengrün

  • Ex-Armine Pavel Fort

    • Rasengrün
    • 18. April 2011 um 22:57

    Falls sich Fort wirklich vorstellen könnte zu bleiben, dann muss man die Chance ergreifen. Letztlich ist die Lage eh, egal wie das heute in Frankfurt ausgeht, immer noch beschissen. Ob man nun in der Saison wie üblich plötzlich noch einige hunderttausend bis Mio € auftreiben muss oder gleich damit anfängt alle Fäden zu ziehen... Der Etat kann nur aufgehen, wenn noch ein Investor oder Sponsor gefunden wird, der die, für den Lizenzspielerbereich zur Verfügung stehenden, Mittel signifikant erhöht. 12000! Mir geht immer noch der Hut hoch, wenn ich die Zahl auch nur denke. Unter der Voraussetzung eines Stimmungsumschwungs (was mMn immer noch zwingend einen grundlegenden Wechsel an der Vereinsspitze voraussetzt, Willi&Co soll mal bloß zu Hause bleiben.) und bei einer Platzierung mindestens in Schlagdistanz zum Aufstieg und möglichst bis ins letzte Saison-Drittel, unter diesen Voraussetzungen kann man die Zahl erreichen. Das Geld wäre in Forts Gehalt sicher besser angelegt als im Stopfen der Lücken, die der zu geringe Zuscherzuspruch als Resultat mäßiger Ergenisse reißt. Fort passt hier von Charakter, Spielweise und nicht zuletzt auch Körpersprache einfach hin, das ist eben auch ein Weg Identifikation zu erzeugen. Was er sportlich kann haben wir letzte Saison gesehen und wir haben es auch am Sonntag wieder gesehen. Mit Fort war sofort eine ganz andere Präsenz im Strafraum und endlich hatten die gegnerischen Innenverteidiger mal wieder sichtbaren Respekt. Außerdem traue ich ihm zu ein richtiger Führungsspieler zu werden umso besser seine Sprachkenntnisse werden und da sind schon deutliche Fortschritte zu erkennen. Wie lange hatten wir eigentlich keinen Offensiven mehr, der seine Nebenleute wirklich führen und zur Not auch mal auf und durchrütteln konnte? Machen, wenn es irgendwie geht.

  • Arminia in den Medien

    • Rasengrün
    • 18. April 2011 um 22:29

    Ist das nur bei mir so oder werden wirklich auf nw-news seit 19:15 keine Kommentare mehr veröffentlicht? Das wäre... vermutlich nicht gerade ein hoffnungsvolles Zeichen.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 8. April 2011 um 23:20

    Eine Ich-Botschaft:

    Da die Frage vor ein paar Seiten hier gestellt wurde und das dabei relevante Thema kurioserweise direkt im Anschluss aufs Tapet kam will ich mal kurz erklären warum ich hier nur noch sehr selten poste: Es ist erst ein paar Monate her als es auf einer anderen Ebene zu Zensur-Versuchen durch Arminia, genauer in dem Fall durch Uhlig, kam und zwar nicht zuletzt auch in diesem Forum. Der Vorgang führte u.a. dazu, dass es kurz danach einen neuen User namens Pressesprecher gab, dessen erste Beiträge darin bestanden mich persönlich anzugreifen. Was erst einmal kein Problem ist, ich habe nichts gegen Verbalkeilereien und mit Typen, die dabei den Anwalt bei Fuß stehen haben schon gar nicht. Ich mag Herausforderungen. Was ich hingegen überhaupt nicht mag sind Leute, die in jeden offiziellen Hintern mit so viel Anlauf hineinflutschen, dass nicht mal mehr die Zehennägel zu sehen sind. Ich hatte die Wahl mich entweder auch noch mit den Fan-Boys täglich zu wämsen oder drauf zu scheißen. Ich hätte wämsen gewählt, wenn ich dabei nicht auch schon mal jemanden getroffen hätte, der es dann doch nicht verdient hatte. So, und darum tue ich mir Foren nur noch in homöopathischen Dosen an. Die NW-Kommentare haben den Vorteil, dass man da erst gar nicht mit sinnvollen Antworten rechnet, das verhindert schon die konkrete Form des Mediums.

    In der Sache bin ich allerdings nach wie vor der Meinung absolut richtig zu liegen. Typen wie Uhlig, Schnitzmeier oder eben auch Brinkmann repräsentieren auch eine falsche Vereinskultur, eine des Einschüchterns, Unter-Druck-Setzens, Intrigierens und Verschleierns und genau das hat sich auch jetzt wieder gezeigt. Relevant ist nicht nur das was, sondern auch das wie. Dieses reflexhafte Eskalieren weist deutlich darauf hin wie tief das Problem sitzt. Das geht weit über die beispielhaft genannten Köpfe hinaus, es reicht nicht die rollen zu lassen und dann wird alles schon wieder gut. Wenn es man nur so einfach wäre... Leider hat sich das alles über Jahre eingeschliffen und prägt Strukturen und Abläufe. Nuja, hatte ich damals eigentlich versucht zu diskutieren, aber das hat eben zu Schnappatmung und Beißreflexen geführt. Wer mag kann ja einfach in diesem Thread suchen, man wird irgendwo in der Nähe der Stichworte Populist und Paranoiker fündig. Auch zu meinem speziellem Freund sehe ich keinen Anlass meine Meinung zu revidieren, Uhligs Titel lautet eben nicht Pressesprecher sondern "Leiter Medien und Kommunikation", iaW er ist verantwortlich für die Medienstrategie und damit auch für die Außendarstellung. Mir würde es nach wie vor schon reichen, wenn man den Posten einfach ersatzlos streicht. Zumindest würde ich dann nicht bei jedem medialem GAU daran denken müssen, dass wir dafür auch noch Geld ausgeben. Jeder ehrenamtliche Fan, den man mit derselben Aufgabe betraut, würde es besser machen und wenigstens transportieren worum es bei Fußball letztlich geht: Jau, wir haben 'nen ganz großen Hau, aber meistens auch gigantisch Spaß dabei. Von mir aus lasst Charles das machen, der fühlt sich wenigstens wohl auf der Bühne und läuft nicht so sauertöpfisch rum, dass man denkt hier soll das ostwestfälische Wetter repräsentiert werden.

    Was auch bei weitem nicht ausreicht ist übrigens eine Sonntagsrede von Brinkmann, in der er plötzlich entdeckt, dass Fainess irgendwie wichtig fürs Vereinsleben sein könnte. Wäre es ernst gemeint gewesen, dann hätte das eine historische Rede werden können. (Übrigens: Wer ihm die wohl geschrieben hat?) Leider war es das nicht und die Motivation war eben auch eine ganz andere als der Versuch zu versöhnen und zu integrieren. Dabei war die Gelegenheit dazu so sehr geboten wie nur selten, denn es gab einen inhaltlichen Anknüpfungspunkt bezüglich des Anlasses der MGV um sich wirklich als integrierender Präsident zu zeigen: Es besteht ja nun kein Zweifel von wem die Grundidee stammt, deren Umsetzung den Verein nun in aller letzter Sekunde vielleicht noch retten kann. Eine Entschuldigung bei Dirk Obermann, verbunden mit der Einladung sich einzubringen, hätte Fairness vorgelebt. Bekanntlich ist das deutlich überzeugender als sie nur einzufordern, wenn sie den eigenen Plänen nützt. Womit ich jetzt übrigens keinesfalls gesagt haben will, dass harsche Kritik an Brinkmann je unberechtigt gewesen sein könnte. Auf gar keinen Fall.

    Danke für die Aufmerksamkeit. Ich gehe dann mal wieder und hoffe derweil mit euch, dass es noch eine Arminia gibt, wenn ich das nächste Mal meinen Senf einfach nicht bei mir behalten kann.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 14. Januar 2011 um 23:41
    Zitat

    [i]Original von justdoitDSC[
    Wir werden es wohl nie erfahren, aber einer Deiner vorherigen posts stimme ich voll zu, wer auch immer es war, der hier Vereinspolitik über die Presse betreiben will, der hat in diesem Verein nichts mehr zu suchen...

    Auch das ist in diesem Verein doch so etwas wie Gewohnheit. Ich erinnere da bspw an das unabgesprochene und einseitige mediale Vorpreschen von Hindrichs mit der Ausgliederung in die KGaA. Angesichts der Tragweite sicher weitaus gravierender.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 14. Januar 2011 um 23:38

    Und ob der Zeitpunkt richtig war. Wacht mal auf! Hier geht es längst um Tage und nicht um Wochen. Brinkmann hat so massive Verzögerungen in einer existentiellen Angelegenheit zu verantworten (und nicht nur er), dass zwingend etwas passieren _musste_. Letztendlich wurde dieser Zeitpunkt auch gar nicht vom Verwaltungsrat bestimmt, sondern vom Präsidium selbst durch die Absage der MGV. Brinkmann ist der dafür politisch Verantwortliche.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 14. Januar 2011 um 22:53
    Zitat

    Original von distro

    Oder man ergänzt die Berufsbezeichnung einfach?

    "Leiter Medien, Kommunikation und Aufklärung"

    So naiv können sie noch nicht mal im Vorstand sein, wo die Kinder herkommen werden sie schon noch wissen.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 14. Januar 2011 um 22:51

    Das "Wie" ist völlig irrelevant, das "Wer" letztendlich auch. Das ist doch nur ein weiteres Mal, dass Dinge eben nicht abgestimmt werden, wie oft hatten wir das nicht schon? Völlig neu ist hingegen, dass es der Leiter der Medienabteilung selbst ist, der die Interna ausposaunt. So da denn inhaltlich überhaupt was dran ist, woran ich nach wie vor so meine Zweifel habe, aber wenn hier ein Bruch von Verschwiegenheitspflichten erfolgt ist, dann muss man nicht erst lange versuchen den konkreten Ablauf zu ermitteln. Den kann hier jeder nachlesen und das allein reicht völlig aus für eine fristlose Kündigung, die man mMn auch aussprechen sollte. Welche Vertrauensbasis für eine weitere Zusammenarbeit sollte es denn da noch geben?

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 14. Januar 2011 um 22:25
    Zitat

    Original von Fichte

    Also hat der das an die Presse gestreut ?

    Oder war´s der Clausen. Der´s durch die SPD vom Brinkmann hat?

    Ich glaub ja immer noch, der Schäuble war´s.
    Mit seinem Abhörprogramm ;).

    Das ist kein Maulwurf mehr, das ist ja eher schon so eine Art Termitenhügel. Ich find's übrigens tröstlich, wenn ich nicht der einzige Paranoiker bin.

  • Die allgemeine Lage von Verein und Mannschaft

    • Rasengrün
    • 14. Januar 2011 um 22:24
    Zitat

    Original von Pressesprecher
    Eine Stellungnahme des Präsidiums geht gleich online. Hier schon mal der Wortlaut:

    "Das Präsidium des DSC Arminia Bielefeld e.V. ist am Freitag kurzfristig zusammengetreten und hat sich Bezug nehmend auf die verschiedenen Stellungnahmen des Verwaltungsrates beraten. Alle Mitglieder des Präsidiums stellen sich uneingeschränkt hinter den Präsidenten Wolfgang Brinkmann. Unverständlich ist dem Präsidium insbesondere, dass ohne Angabe von sachlich bezogenen Gründen dem Präsidenten die Handlungsfähigkeit abgesprochen wird.“

    Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass dieser Tag heute für die Presseabteilung der Ober-Hammer war. Da bekommen wir in Rekordzeit (40 Stunden zwischen Aufnahme der Verhandlungen bis zur Vertragsunterschrift und Erledigung aller 27 Formalitäten) den Transfer des größten Talents des bulgarischen Fußballs hin und das wird dann durch diese Nummer überschattet. Es ist für die Außendarstellung des DSC der absolute Super-Gau, dass ein Schreiben vom Verwaltungsrats-Vorsitzenden 20 Minuten nach Absenden bereits bei der Presse ist. Und das ganze zwei Tage vor dem vielleicht wichtigsten Spiel der Saison. Unfassbar, peinlich, ohne Worte.

    So etwas kommt halt dabei heraus, wenn der "Leiter Medien und Kommunikation" vereinspolitisch so eindeutig positioniert ist, dass er auch intern nicht in erster Linie als neutrale Instanz, als Funktionsträger wahrgenommen wird, sondern als Partei. Die Alternative ist auch nicht schmeichelhafter, die wäre schlicht, dass du in die Führungsaufgabe wohl nicht so ganz hineingewachsen bist. Da ich eher zu Erklärung Nummer 1 neige betrachte ich dann konsequenterweise auch die Unparteilichkeit dieses Beitrags als mindestens zweifelhaft. Aber das ist noch nicht einmal relevant. Es dürfte beispiellos sein, dass ein Angestellter eines Profi-Vereins, noch dazu der für die öffentliche Kommunikation Verantwortliche, Interna selbst nach außen trägt und im gleichen Atemzug genau darüber Beschwerde führt. Eindrucksvoller Nachweis professioneller Pressearbeit, dochdoch, wirklich. Unbedingt noch ganz schnell den Vertrag verlängern...

  • Der nächste Präsident

    • Rasengrün
    • 13. Januar 2011 um 23:33

    Der vollständige Titel lautet "Leiter Medien und Kommunikation", nicht Bürobote. Ob darin nun wirklich auch eine Aussage über die Qualifikation steckt lasse ich mal dahin gestellt, aber in der pompösen Bezeichnung steckt natürlich auch ein Anspruch bezüglich der Kommunikationsstrategie und daran muss man den Amtsinhaber schon messen dürfen. Zu welchem Ergebnis ich da komme muss ich wohl nicht mehr aussprechen. Aber Herr Uhlig wird sicherlich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, Leute mit juristischen Kenntnissen lassen sich ja doch recht flexibel vermitteln... Da muss man sich wohl keine allzu großen Sorgen machen, notfalls könnte ja der Forenbetreiber oder vielleicht auch die NW-Redaktion ein Zeugnis in der Hinsicht ausstellen.

  • Kader 2010/2011

    • Rasengrün
    • 12. Januar 2011 um 22:43

    Die interessantere Frage ist eigentlich ob wir wollen. Wenn, dann wäre er wohl eine Alternative zu Vidosic irgendwo zwischen OM und HS. Passt er da wirklich rein? MMn schon, als Variante gegen tiefstehende Gegner. Er ist der bessere Vorbereiter, allerdings sicher in Sachen Dynamik hinten. Käme also auf die Konditionen an, aber da wir bei dieser Verpflichtung bisher keine Konkurrenz zu haben scheinen kann man das ganz in Ruhe angehen, längeres Probetraining und wenn sich dann kein Besserer findet und man sich ein Bild über auch die charakterliche Verfassung gemacht hat, dann kann man das Risiko zur Abwechslung mal sehr gering halten.

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