Von Wiedergutmachung keine Spur
Hansa Rostock blamiert sich bei der 0:3-Schlappe auf der Alm in Bielefeld erneut
Bielefeld (dpa/EB) 0:3 (0:1) unterlag der FC Hansa am Sonnabend in der Bundesliga bei Arminia Bielefeld, enttäuschte somit in dieser Woche ein zweites Mal gravierend. Dabei hatten die Rostocker nach dem blamablen Pokal-Aus gegen Unterhaching Wiedergutmachung geschworen.
Mit der erneuten Schlappe ist der so gut in die Saison gestartete FC Hansa wieder in seiner Vergangenheit angelangt. "Es war keine gute Woche für uns. Aber wir kennen uns mit dieser Situation aus", bilanzierte Hansa-Coach Armin Veh noch eher moderat.
Zu dem neuerlichen Desaster trug auch der ansonsten so zuverlässige Andreas Jakobsson mit der berechtigten Gelb-Roten Karte in Bielefeld (59.) seinen Teil bei. Für den schwedischen Nationalspieler war dies seine erste Herausstellung im 83. Bundesligaspiel, in denen der Abwehrchef zuvor nur vier Mal Gelb gesehen hatte. Auch Veh musste vom Feld. Referee Wolfgang Stark (Ergolding) schickte ihn in der 79. Minute auf die Tribüne. "Ich habe wohl die Coachingzone verlassen", meinte der Trainer.
Die Hansestädter begannen denn auch gar nicht so übel. Peter Wibrån spielte seinem Landsmann Rade Prica das Leder gut in den Lauf, doch dessen 25-Meter-Schuss verfehlte das Arminia-Tor. Die Rostocker wirkten in dieser Phase konzentriert, versuchten die Aufbau-Aktionen des Kontrahenten im Mittelfeld frühzeitig zu stören, was zunächst ordentlich gelang. Doch lag die Fehlerquote im Spiel nach vorn einfach zu hoch. Da landeten die Pässe zu oft in den Beinen oder Laufwegen der Gegner. Hansa tat einfach zu wenig, um die Bielelfelder unter Druck zu setzten. Zwar rissen die Arminen in der Offenssive keine Bäume aus, aber sie steigerten sich nach knapp einer halben Stunde, begünstigt dadurch, dass Hansa nun auch in der Abwehr schwächelte. Brenzlige Situationen gab es einige (28., 30., 33.), wobei Bielefeld vor allem durch Brinkmann über die rechte Seite für besondere Gefahr sorgte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff tanzte besagter Brinkmann Dietmar Hirsch aus, Ronald Maul wurde auf dem falschen Fuß erwischt und so konnte der Bielefelder sehr gut in den Hansa-Strafraum flanken. Dass Wichniarek dort nicht eng genug beschattet wurde, besiegelte das 0:1 (45.).
Zu Beginn der zweiten Hälfte nur ein Strohfeuer
Eine Leistungssteigerung in allen Belangen musste nach der Pause her! Und tatsächlich flammte es zu Beginn der zweiten Hälfte auf, als Wibrån auf der rechten Seite gut abzog (46.) und Jakobsson mit einem knapp am Tor vorbeizischenden Freistoß ein Achtungszeichen setzte (49.). Ein Strohfeuer! Fehlabspiele, zu wenig Laufbereitschaft mit und ohne Ball sowie mangelnde Resolutheit in den Zweikämpfen ließen sich fortan beobachten. Das 0:2 durch Wichniarek (55.) und 0:3 durch Reinhardt (80.) waren die logische Folge.
Bei Vehs Protagonisten fiel die Ursachenforschung drastischer aus als bei ihm selbst. "Wir stehen überhaupt nicht gut, nicht nur in der Abwehr", schimpfte Gerd Wimmer. Peter Wibrån wurde noch deutlicher. "Das war eine Katastrophe. Wenn man im Kopf frei ist, gewinnt man auch die Spiele. Wir sind im Moment nicht hundertprozentig da, und deshalb gewinnen wir auch nicht", befand der Schwede, der vor vier Jahren als Feuerwehrmann geholt wurde, um den drohenden Abstieg zu verhindern.
Soweit ist es allerdings noch lange nicht. Die Art und Weise wie die Partie in Bielefeld verloren ging, gibt jedoch zu denken. Bleibt zu hoffen, dass gegen einen HSV, der es ebenfalls nötig hat, am nächsten Sonnabend Punkte geholt werden.
Trainerstimmen
Benno Möhlmann
"In der ersten Halbzeit haben wir uns sehr schwer getan.Gott sei Dank sind wir mit einer Führung in die Kabinen gegangen. Nach dem 2:0 haben wir größtenteils vernünftigen Fußball gezeigt. Am Ende haben wir es sogar verpasst, noch ein oder zwei Tore nachzulegen. Es lässt sich in der Winterpause nun sicher leichter arbeiten, weil die Mannschaft sieht, dass sie gute Chancen hat. "
Armin Veh
"In der ersten Halbzeit war es kein gutes Spiel von beiden Mannschaften. Wir haben die Bälle viel zu leicht verloren. In der zweiten Halbzeit haben wir zehn Minuten gut nach vorn gespielt. So komisch es klingt, da wäre sicher etwas drin gewesen. Nach dem 0:2 und der Gelb-Roten Karte war das Spiel aber gelaufen. Am Ende hätte es noch deutlicher ausfallen können."