DFL: Arminias Schulden größer - 3,5 Millionen statt 2,5
Von Dirk Schuster
Bielefeld (WB). Das vom DSC Arminia Bielefeld auf 2,5 Millionen Euro bezifferte Loch in der Klubkasse ist größer. Zu dieser Bewertung kommt die Deutsche Fußball Liga nach Durchsicht der Konsolidierungsunterlagen, die Arminia der DFL Anfang März vorzulegen hatte.
Dabei soll die von der DFL ermittelte Summe, die dem DSC im operativen Geschäft fehlt, nach WESTFALEN-BLATT-Informationen gut eine Million Euro höher sein als die von Arminia angegebene, insgesamt also mehr als 3,5 Millionen Euro betragen. Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Heinz Anders wollte die Zahl zwar nicht kommentieren, bestätigte aber: »Die beiden Beträge liegen in der Tat auseinander.«
Unruhige Nächte, sagte der 40-Jährige, beschere ihm das aber nicht. Denn die DFL habe inzwischen signalisiert, die an Arminia gestellten Forderungen als erfüllt anzusehen. Schriftlich, sagte Anders, liege dem Verein allerdings noch nichts vor. Unter anderem deshalb könne er »noch keine komplette Entwarnung geben«. Zur Erinnerung: Arminia drohen Punktabzug oder Geldstrafe für den Fall, dass die DFL-Vorgaben nicht erfüllt werden können. Anders aber sagte: »Wir kommen dem Ziel deutlich näher.«
Damit dem DSC böse Finanzüberraschungen künftig erspart bleiben, beschäftigt sich derzeit ein mehrköpfiges Team des renommierten Unternehmensberaters Roland Berger (München) mit den Bilanzen der Arminia. In Absprache mit Vertretern der regionalen Wirtschaft, allen voran Schüco-Geschäftsführer Dirk U. Hindrichs, hat der DSC diese nicht ganz billige Maßnahme, deren Preis im unteren sechsstelligen Bereich liegen dürfte, beschlossen.
Anders bestätigte, dass es »natürlich solche Gespräche gegeben hat« und bewertet das auch als »vertrauensbildende Maßnahme« zweier Kooperationspartner. Zur Erinnerung: Schüco fungiert von der kommenden Saison an als Arminias Haupt- und Trikotsponsor und erwägt darüber hinaus weitere Investitionen in den Klub.
Das Unternehmen Roland Berger solle laut Anders die Frage beantworten: »Wie können und wie wollen wir Arminia aufstellen?« Der DSC-Geschäftsführer spricht von einer »Investition in die Zukunft«, und ist überzeugt, »dass sich das tragen wird«. Hindrichs und den anderen Vertretern aus der Wirtschaft werden die Zahlen den nötigen Aufschluss darüber geben, wie es tatsächlich finanziell um Arminia bestellt ist und wie demzufolge die Voraussetzungen für den geplanten Einstieg beim Fußball-Zweitligisten sind. Mit den Ergebnissen der Prüfer rechnet Anders »in vier bis fünf Wochen«. Deutlich früher, nämlich schon morgen, werden die Arminen ihre Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison bei der DFL einreichen. Damit liegen die Bielefelder gut in der Zeit. Die Frist endet erst am Montag.