Es besteht ein gewisser Unterschied zu Kultureinrichtungen, die von der Kommune gesponsert werden. Zum einem sind sie häufig städtische Organisationen. Zum anderen haben sie in der Regel kaum andere Lobbygruppen, von denen sie unterstützt werden. so dass sie ohne städtische Unterstützung dem Untergang geweiht wären. Und ohne ein breites kulturelles Angebot wird es z.B. recht schwierig, Spitzenkräfte nach Bielefeld zu locken, mal ganz davon abgesehen, dass es für eine größere Stadt wie Bielefeld ein Imagegau wäre, wenn man es nicht schaffen würde, ein Theater zu halten.
Natürlich ist Arminia der Imageträger der Stadt und kann natürlich auch ein Grund sein, Spitzenkräfte in Wirtschaft und Forschung nach Bielefeld zu locken. Aber der Fußball weiß ganz andere Lobbygruppen hinter sich, was man ja bei Arminia eindrucksvoll gesehen hat. Arminia ist damals nun nicht in die Insolvenz gegangen, wie sie von Brinkmann + Co. prognostiziert wurde, wenn die Stadt den Verein nicht mit einem Kredit von fast 5 Mio. unter die Arme greift.
Und klar, wird es auch politische Schachzüge bei der damaligen Ratsentscheidung gegeben haben. Aber Brinkmann hat es meiner Ansicht auch nicht sonderlich geschickt angestellt. Eine Pistole auf die Brust legen führt bei manchen Entscheidungsträgern eher dazu, besonders bockig zu reagieren. Zudem wird bei manchem Politiker auch das Vertrauen gefehlt haben. Es waren damals ja noch einige Männer bei Arminia im Amt, die während der Amtszeit von Kentsch in nicht unbedeutender Funktion einem Vereinsgremium beiwohnten und somit auch ihre Aufsichtspflichten missachteten. Zudem haben die Verantwortlichen nach Kentsch zunächst anscheinend die Zahlen nicht genau genug gesichtet, somit weitere Schulden angehäuft, dann nachdem sie Wind von der prekären Lage Arminias bekamen, diese Lage noch vertuscht und einen städtischen Betrieb dazugebracht, bei der Verpflichtung zweier weiterer Spieler mit einem Kredit zu helfen.