Die beiden Interviews habe ich inzwischen auf Papier gelesen. Das meiste wurde hier schon wiedergegeben.
Die Transferphase kam später in Gang, weil wegen der WM und weniger Transferablösen aus England weniger Geld im Spiel war. Die Sache mit Momuluhs Arbeitserlaubnis wurde bestätigt, danach gab es kein Angebot mehr, was für Spieler und Verein gepasst hätte. Man will sportliche seine Ziele erreichen, dabei aber auch wirtschaftliche Werte kreieren, indem Spieler hier den nächsten Schritt machen. Trotzdem wurden mit Jensen und Min auch zwei erfahrene Spieler verpflichtet, weil man nicht nur auf Talente setzen kann. Der Kader sei angeblich stärker als letzte Saison. Dass er kleiner ist sei gewollt, sonst säßen gestandene Spieler auf der Tribüne, was Unzufriedenheit verbreite und Jugendspieler wie Wegener keine Einsätze bekämen. Dass die finanzeielle Gefahr eines Abstiegs größer wär, als bei höheren Transfersummen sei einem bewusst, aber man halte den Kader für stark genug und 100%ige Sicher gäbe es nicht.
Das so ungefähr aus dem Kopf wiedergegeben, ohne Gewähr.
Selbstkritik sucht man natürlich vergeblich. Dass ein einzelner geplatzter Spielerverkauf die ganze Transferstrategie zum Einsturz bringt, darf nicht passieren, egal wie zäh der Markt ist. Dass wir wenige Verletzte haben findet er toll, aber dass sich das auch schnell ändern kann, wurde nicht reflektiert. Die Aussage zu Kniat in einem der Interviews war relativ kryptisch formuliert, habe ich ehrlich gesagt nicht ganz verstanden, was er da meinte. In Summe zahlt mir das zu viel Selbstzufriedenheit aus, die mMn nicht zu unserem Transferfenster passt, welches eher auf einen Ritt auf der Rasierklinge hinausläuft.
Das Argument mit den Jugendspielern ist in in meinen Augen eine komplette Rauchbombe - wie viele Einsatzminuten haben Richter, Yasar oder Wegener denn in den letzten Jahren denn gesammelt? Bei Min und Jensen leiden wir an den Last Minute Transfers (6 Spiele rum und sie sind allein konditionell noch nicht wirklich drin), auch dazu wenig Selbstkritisches, außer der Verweis auf die Marktsituation (die aber andere Clubs nicht von früheren Transfers abgehalten hat).
Ich habe insgesamt den Eindruck, man ruht sich doch sehr auf den Verdiensten der letzten Jahre aus (Aufstieg, Pokalfinale, Klassenerhalt) und unterschätzt die aktuelle Situation. Eschweiler hat es so geframet, dass nach den eben genannten Highlights jetzt eben eine wenig spektakuläre Phase anstünde, bei der man sich im zweiten Jahr über den Klassenerhalt in der Liga stabilisieren muss und deswegen bei den Fans Unruhe herrschen würde. Ich glaube aber kaum, dass die Befürchtung hier ist, der Fußball wäre nicht spektakulär genug und ein sicherer 13. Platz zu langweilig, sondern man hat Angst vor einem erneuten Absturz. Dafür scheint das Verständnis weitestgehend zu fehlen, sei es aus Berufsoptimismus, Realitätsverweigerung oder PR-Strategie.