Auch in der dritten Halbzeit geht es rund
Mario Ermisch wirft Maik Walpurgis versuchte Einflussnahme auf seine Spieler vor
Bielefeld (dogi). Während die Spieler beider Parteien schon wieder locker miteinander plaudern konnten, lieferten sich die Trainer in der "dritten Halbzeit" der Oberliga-Derbys, der obligatorischen Pressekonferenz, einen verbalen Schlagabtausch.
Schon im Vorfeld des "Bruderkampfes" hatten scharf formulierte SMS-Botschaften und gegenseitige Anrufe die Stimmung zwischen Mario Ermisch und Maik Walpurgis, die sich ohnehin nicht grün sind, auf den Tiefpunkt gebracht. Der obligatorische Händedruck, mit dem der Verlierer dem Gewinner zu gratulieren pflegt, fand so zwar tatsächlich statt, fiel aber alles andere als herzlich aus.
Nachdem Ermisch in seinem Statement zunächst noch allgemein davon gesprochen hatte, dass ihm "das ganze Drumherum dieses Derbys" nicht gepasst habe, wurde er später konkret. "Da werden unmittelbar vor der Partie Spieler meiner Mannschaft, an denen Arminia interessiert ist, angerufen und heiß gemacht - das geht so einfach nicht und ist ganz schlechter Stil", richtete er direkte Vorwürfe an die Adresse von Maik Walpurgis. Dieser habe ihm auf seine Aufforderung, seine Spieler in Ruhe zu lassen, geantwortet, was er denn wohl getrunken habe, berichtete Ermisch, der auf dem Podium spürbar um seine Fassung kämpfte. Einer seiner Akteure habe ihm auf Nachfragen mehrfach bestätigt, noch am vergangenen Dienstag telefonischen Kontakt zum Arminen-Trainer gehabt zu haben, so Ermisch weiter.
Maik Walpurgis wies diese Anschuldigungen brüsk zurück. "Ich habe in der vergangenen Woche ganz bewusst nicht mit Spielern des VfB Fichte gesprochen und schon gar nicht über einen Wechsel zu uns verhandelt - das sollte alles auf die Zeit nach dem Derby verschoben werden", sagte der DSC-Trainer, dessen Werben offenbar Josef Cinar und Fidel Muwana gilt. "Solche Mätzchen haben wir nicht nötig", ließ Walpurgis seinen Kollegen schließlich noch einmal abblitzen - nur gut, dass die beiden Herren aufgrund des schon lange fest stehenden Ausscheidens von Mario Ermisch demnächst nicht mehr so viel miteinander zu tun haben: Beim nächsten Aufeinandertreffen wären vielleicht nicht nur Worte hin und her geflogen. (quelle nw-news)