Wenn ein Verein aus nicht-sportlichen Gründen eine Liga verlässt (Verweigerung der Zulassung oder freiwilliger Rückzug), dann rückt immer der erste sportliche Absteiger nach.
Da diese Regelung auch für untere Spielklassen gilt und sie bereits zu Zeiten existierte, als es noch gar keinen Profi-Fußball gab, hat das wohl weniger mit irgendwelchen finanziellen Einbußen zu tun.
Ich hatte schon an anderer Stelle versucht zu erklären, warum dies wohl so gehandhabt wird.
- Zum einen kann man nicht mitten in der Saison mal eben die Zahl der Auf- und Absteiger verändern.
- Zum anderen ist es natürlich auch einfacher, einen sportlichen Absteiger wieder aufrücken zu lassen, als sich unter mehreren Vize-Meistern der nächsten Spielklasse oder mehreren in Aufstiegsspielen gescheiterten Mannschaften eine rauszupicken.
Beide Punkte würden auch rechtlich auf ziemlich wackeligen Beinen stehen.
Als ungerecht wird man diese Regelung wohl nur dann empfinden, wenn ein Verein davon profitiert, dem man den Abstieg eigentlich gegönnt hätte, in Kombination mit einer unglücklichen Aufstiegsregelung.
Aber zur eigentlichen Frage.
Wie schon erwähnt, hat der SC Paderborn keine Insolvenz angemeldet.
Wobei seit ein paar Jahren eine Insolvenz aber ohnehin keinen Zwangsabstieg mehr nach sich zieht (siehe VfR Aalen, siehe Aachen).
Stattdessen werden dem jeweils betreffendem Verein 9 Punkte abgezogen (Aalen, Aachen, FSV Frankfurt).
Wobei schon der Insolvenz-Antrag für diese Strafe ausreicht (siehe Offenbach).
Diese Strafe gilt bis zu den Regionalligen.
In den Ligen darunter entscheidet der jeweilige Verband darüber, ob bzw. zu welcher Strafe es kommt.
So wird der FC Gütersloh trotz Insolvenz-Antrag nicht weiter bestraft werden.
Was die Nachrücker angeht, es können so viele Mannschaften nachrücken, wie es sportliche Absteiger gibt.
Mal angenommen, abgesehen von München 60 würde noch 2 weiteren Clubs die Zulassung für die 3.Liga verweigert werden, dann würden auch noch Mainz II und der FSV Frankfurt nachrücken können.
Würde insgesamt 4 Vereinen die Zulassung verweigert, dann würde die 3.Liga nur mit 19 Mannschaften spielen.
Auch in diesem Falle würde es keinen zusätzlichen Aufsteiger geben.
Nachdem was ich aber so ganz aktuell höre und lese, werden alle weiteren "Problem-Kinder" der 3.Liga (Paderborn, Erfurt, Chemnitz) die Zulassung wohl ziemlich sicher erhalten.
Der SC Paderborn wird demnach für die Löwen nachrücken.