http://www.sportal.de/sportal/genera…7017600000.html
ZitatAlles anzeigenNicht der Fußball ist schlecht, sondern das Fernsehen, das ihn zeigt
Über die Qualität dieser WM hat man - vor allem während der ersten Woche - zahlreiche Klagen gehört. Diese verraten aber weniger über den Fußball als über die mangelnde Urteilsfähigkeit der Journalisten.
[...]2) Es gibt falsche Vorstellungen davon, was Fußball ist
Das deutsche Auftaktspiel gegen Australien mit seinem begeisternden Kombinationsfußball hat die Maßstäbe hierzulande noch weiter verschoben. Auf einmal galten alle Spiele, in denen sich die Großchancen nicht im Minutentakt aneinanderreihten, als minderwertig. Dabei sind neunzig Prozent aller Fußballspiele einfach nicht so.[...]
4) Nationale Stereotypen überlagern jedes Urteil
Bei vielen Spielen großer Fußballnationen wird auch eine ganz bestimmte Spielweise erwartet, oder das Urteil steht ohnehin schon vor dem Anpfiff fest. Bild.de fasste das Spiel Italien - Neuseeland unter der Überschrift "Elfmeter-Dusel für Italien" zusammen, obwohl das neuseeländische Tor irregulär gewesen war und die Italiener 15:0 Ecken, mehr als 70 Prozent Ballbesitz und etwa 25:3 Torschüsse gehabt hatten[...]
5) Es gibt kein Verständnis von Taktik
Es ist schon weit gekommen, wenn man Fußballerphrasen wie "Man spielt immer so gut, wie es der Gegner zulässt" schon als lobendes Beispiel anführen muss. Aber dieser Binsenweisheit wohnt immerhin die Erkenntnis inne, dass ein Spiel von zwei Teams bestritten wird, die mit unterschiedlichen Taktiken aufeinandertreffen. Gerade bei Weltmeisterschaftsvorrunden ist es oft so, dass die spielerisch schwächere Mannschaft ihren Gameplan sehr auf die Defensive verlegt, weil alles andere mit dem vorhandenen Kader nicht machbar wäre. Das ist dann nicht unbedingt ein Defizit des Fußballs, sondern vielleicht einfach eine realistische Einschätzung der Ausgangssituation.[...]