ZitatOriginal von tobsi
ich weiß auch, wo sie abfährt: genau vorm hauptbahnhof-eingang (naja, 50-100m sinds vielleicht).![]()
Ich glaube, in Gedanken hat Sandra gerade einem Polizisten einen Tritt in die Ich-sag-nicht-wo gegeben... ![]()
ZitatOriginal von tobsi
ich weiß auch, wo sie abfährt: genau vorm hauptbahnhof-eingang (naja, 50-100m sinds vielleicht).![]()
Ich glaube, in Gedanken hat Sandra gerade einem Polizisten einen Tritt in die Ich-sag-nicht-wo gegeben... ![]()
Hoffentlich behalten sie Augenthaler.. ![]()
ZitatOriginal von DSC4ever
Zum Thema 1. Liga: Also wenn ihr drinbleiben wollt, dann müßt ihr euch aber gehörig steigern. Weiterhin solche Leistungen wie gestern, und ihr holt keinen einzigen Punkt mehr!
Mir ist was aufgefallen. Seit die Gladbacher uns am Bökelberg 3:0 weggefegt haben, kam immer mehr der Wurm rein. Vielleicht starten sie jetzt eine neue Serie - mit frischen Vorstellungen wie zu Saisonbeginn.
Und wie machen wir selbst gegen Dortmund weiter?
Nun, ich schlage vor, wir machen es wie die Gladbacher - und gewinnen lecker 1:0.
ZitatOriginal von Armageddon
Vielleicht sollte man doch lieber auf "Nonames" setzen. Ernst Middendorp hatte da in der Viererkette am Freitag was Interessantes zu gesagt. Und zwar, dass die Spieler bei Arminia deshalb so eine verschworene Einheit sind, weil sie bei anderen Vereinen nicht unbedingt gefragt sind und eben nur bei Arminia die Chance haben erstklassig zu spielen. Ich denke, da ist was dran.
Das paßt sicherlich. Und Momo und seine Berater sollten sie jeden Morgen hundertmal aufsagen .... und dann das Angebot von Arminia unterschreiben. Dann bräuchten wir nur noch einen guten Stürmer statt zwei.
Aber stimmt mein Verdacht, daß unsere Amas häufig noch eine Führung abgeben?
Ich fand Deinen Bericht in Ordnung.
Und ich denke schon, daß der Verein Arminia Bielefeld sich vielleicht für die Zukunft eine bessere Lösung für die Sicht der Gästefans einfallen lassen muß. Schließlich sind Gäste wichtig für Einnahmen und Atmosphäre. Hoffe also, daß auch in Zukunft Fohlen-Gäste auf der Alm anwesend sein werden - und zwar in Liga 1 ![]()
Was die Polizei angeht: Manchmal schadet es nicht, wenn die so einen Tip wie mit der U-Bahn abgeben oder sonstwie freundlich antworten. Würde die Situation allgemein entkrampfen und letztlich der Polizei die Arbeit erleichtern. Allerdings stehen die Jungs auch unter Strom, wenn sie sich mit Betrunkenen oder Pöblern herumschlagen müssen. Und diese üble Sorte Fan besitzt wohl leider jeder Verein.
Das fiel mir auch schon auf, sowohl bei 1:0 als auch bei 0:1. Immerhin ein kleines Plus für Arminia, daß die Blauen es öfter schaffen, dem Gegner noch einen Punkt abzuluchsen als umgekehrt. Das hat man in früheren Jahren auch schon andersrum erlebt...
Solche extremen Bilanzen kenne ich z.B. nur von der Fußball-WM 86. Ansonsten kippen bei den anderen Bundesligavereinen die Spiele schon öfter mal. Gutes Beispiel ist sicher Hannover, das schon viele Führungen verspielt hat. Aber in Hannovers Spielen fallen auch mehr Tore als in Arminia-Spielen, das fördert sowas natürlich.
Ich habe bei den Pinnwandfohlen den Bericht der Webmasterin zur Auswärtsfahrt nach Bielefeld gefunden. Im hinteren Teil sind ein paar Anmerkungen zur Sicht im Gästeblock, die ich fett markiert habe. Ich halte die Person nach einer flüchtigen Überprüfung für recht objektiv, daher meine Frage: Könnte Arminia da etwas verbessern?
-----------------------------------------------------------------------
Bericht von Sandra_J, Webmasterin der Pinnwandfohlen:
Das war mal wieder eine dieser Zug-/Auswärtstouren, die man eigentlich schnell vergessen sollte. Es fing schon damit an, daß XY verschlafen hatte und wir so eine Stunde später gefahren sind als ursprünglich geplant. Bärchen und Sanny sind also um 9:15 Uhr in Koblenz losgefahren, ich bin um 10:24 mit der S-Bahn nach Düsseldorf gefahren und wir haben uns um 11 am Düsseldorfer Hauptbahnhof getroffen. Der Zug, den wir dann eigentlich nehmen wollten (11:14 Uhr) hatte ca. 30 Minuten Verspätung, also haben wir einen anderen Zug genommen, dieser fuhr um 11:23 Uhr ab. Bis Bochum hat dann auch alles super (=fahrplanmässig) geklappt. Im Zug waren allerdings einige Dortmund- und Bayernfans. In Bochum sind die Bayernfans dann ausgestiegen und schon ging der Ärger los: die Dortmunder haben sich mit den Bayern angelegt (oder andersrum, ich weiss es nicht) und in Folge dessen gingen wohl 2 Scheiben des Zuges kaputt. Deswegen musste ein Waggon geräumt werden. Als der Zug endlich wieter fuhr hatten wir eine gute halbe Stunde in Bochum festgesessen. Den Anschlusszug in Hamm (12:50 Uhr) haben wir dann natürlich nicht mehr bekommen. Also musste ein anderer Zug dran glauben. Bis der kam (13:15 Uhr) konnten wir Gladbacher (Sanny, Bärchen und ich waren ja nicht die einzigen Borussen auf dem Weg nach Bielefeld) uns noch ein Gesangsduell mit einigen Bayern- und Dortmundfans liefern, die am Bahnsteig gegebenüber auf ihren Zug warteten. Ich behaupte mal, das Duell ging klar zu unseren Gunsten aus
Dann kam der Zug und bis Gütersloh lief dann auch wieder alles wie am Schnürchen (=fahrplanmässig). In Gütersloh ging dann aber plötzlich gar nichts mehr, der Zug stand am Bahnsteig und es ging und ging nicht weiter. Irgendwann hiess es dann, es sind Menschen auf den Gleisen und es fährt kein Zug mehr zwischen Gütersloh und Bielefeld. Also war wieder warten angesagt. Uns ging allerdings langsam aber sicher die Geduld aus... Fast eine Stunde haben wir dadurch verloren. Um 15 Uhr waren wir dann endlich am Bielefelder Hauptbahnhof. Von dort fuhr allerdings kein Bus zum Stadion und die Polizisten, die da rum standen, waren auch nicht sonderlich freundlich. Also ging es zu Fuss zum Stadion. Da der Sonderzug kurz nach uns auch in Bielefeld ankam war natürlich dann am Stadion die Hölle los. Immerhin waren wir dann so gegen 15.25 Uhr endlich im Block. Fussball gespielt wurde ab halb vier wohl auch, da hat man aber im Gästeblock nicht viel von gesehen; dank einer Plexiglasscheibe und einem Netz als linke Blocktrennung. Durch die Scheibe hätte man normalerweise die linke Spielfeldhälfte sehen sollen, ging aber nicht, weil die Scheibe total verdreckt und zerkratzt war. Zusätzlich dazu fiel dann noch die Sonne von links so ungünstig auf die Scheibe, daß man dadurch gar nichts mehr sehen konnte. Viel verpasst haben wir wohl nicht, das Ergebnis sagt da ja schon einiges aus. Aber wenigstens das schöne Tor von Peter van Houdt konnten wir gut sehen, denn das fiel direkt vor unserem Block, da hat keine Scheibe und kein Netz den Blick versperrt. Aufgrund des Spiels haben wir uns dann entschlossen so früh wie möglich aus Bielefeld abzuhauen und sind direkt los zum Bahnhof gegangen um den Zug um kurz nach sechs zu bekommen. Wenigstens das hat dann mal geklappt und während Bärchen und Sanny in Hamm umgestiegen sind bin ich bis Düsseldorf weiter gefahren. Mein Anschlusszug nach Gladbach hatte dann allerdings 10 Minuten Verspätung und um 20 nach neun war ich endlich zu Hause.
Fazit: Wenn Bielefeld, dann nicht Zug und nicht Gästeblock.
Davon war bei Werder aber zum Schluß nicht mehr viel zu sehen. Und in das Defensivkonzept von Bielefeld paßt er denkbar schlecht, muß man fairerweise sagen. Also keinen neuen Vertrag bitte, es sei denn, der "Junge" macht jetzt noch 10 Buden...
... pfeift er danach oft erst einmal um Klassen besser. Also her mit den größten Gurken! ![]()
ZitatOriginal von komanda
Kommentar bei "Bundesliga Pur" zu Arminia:"Möhlmann brachte gleich zehn spieler aus der aufstiegself - da stand wirklich ein verschworener haufen auf dem platz."
Arminia lebt von der Substanz der Aufstiegsmannschaft. Hansén ist der einzige Neuling, der sich wirklich im Team etabliert hat. Die anderen Neueinkäufe sind entweder Perspektivspieler für die Zukunft (Lense, Rauw, mit Abstrichen Cha), reine Ergänzungsspieler (Murawski) oder Flops.
Nur umgekehrt..
![]()
Was soll man sonst noch sagen?
Abwehr ist eine Bank, die Stürmer haben endlich mal wieder Selbstvertrauen getankt, und die Tordifferenz wird immer besser.
Auch wenn es nach wie vor nur 4 Punkte zu einem Abstiegsplatz sind, wir haben einen direkten Kontrahenten unten reingedrückt.
Und die gibt es sicher auch als Instant-Suppe...
Mittwoch, 5. März in der Stuttgarter Zeitung
Die Klügeren ziehen immer den Kürzeren
"Bild" hat in der Fußball-Bundesliga alle(s) im Griff: Wie die Boulevardzeitung ihre Macht über Trainer, Profis und Vereine ausnutzt
Für eine Sensation hat dieser Tage der Mönchengladbacher Trainer Hans Meyer gesorgt: Er legte sich mit der "Bild"-Zeitung an. Meyer konnte sich das leisten - seine Karriere als Coach ist sowieso vorbei. Der Rest aber schweigt. Und schluckt. Alles.
Von Oskar Beck
Als im Berlin der späten sechziger Jahre ein fanatisierter Verirrter, der angeblich regelmäßig die "Bild"-Zeitung gelesen hatte, sein Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke beging, da sind die Demonstranten mit dem Transparent auf die Barrikaden geklettert auf dem stand: "Bild schoss mit".
Schießt "Bild" mit? Diese Frage bewegt auch oft die Bundesliga, wenn es um den Abschuss eines Trainers geht - und sie ist brandaktuell geworden, seit Hans Meyer am vergangenen Samstag in Gladbach seine Papiere abholte und es sich nicht nehmen ließ, das Szenario seiner letzten Stunde als Trainer vorab so zu schildern: "Ich setze mich mit der Vereinsführung an den Tisch, dann nehmen wir noch den einen oder anderen von der ,Bild"-Zeitung dazu, und ich trete zurück."
Das war der blanke Sarkasmus - der letzte Gruß eines Coachs an einen Journalismus, der ihm offenbar nur noch Verachtung entlockt. Wer "Bild" nicht ins Bild passt, kann sich die Kugel geben - dieses Branchengesetz hat selten einer so offen gelegt wie der Trainer Meyer in diesen Schlussminuten seiner Karriere.
Man hatte ihn zuvor hingestellt als Niete in Menschenführung, unfähig im Umgang mit seinen Stars Markus Münch und Marcel Witeczek - und am Ende musste der Mann, der Gladbach einmal aus dem totalen Nichts geholt hat, über sich lesen: "Meyer hat Gladbach ins totale Chaos gewirtschaftet."
Warum, fragen sich viele, hat sich die "Kampagne der Boulevardpresse" (Gladbachs Torwart Stiel) gegen Meyer gerichtet - statt gegen Münch oder Witeczek, von denen böse Zungen behaupten, sie hätten das Zeug zur Quertreiberei? Eine plausible Antwort auf diese Grundsatzfrage gibt "Bild" indirekt immer wieder - erst kürzlich wurden, aus Dankbarkeit für das "Theater, von dem wir nicht genug kriegen können", die Schalker Skandalnudel Böhme und der Bielefelder Brinkmann balkendick bejubelt: "Ihr seid so herrlich bekloppt."
Tags zuvor war der Fußballspieler Ansgar Brinkmann wegen fünffacher Körperverletzung zu 42 000 Euro Geldstrafe verurteilt worden, was seinen Aufstieg zur Kultfigur aber eher beschleunigte als behinderte.
Bei "Bild", dem Anwalt der herrlich Bekloppten, ziehen die Klügeren oft den Kürzeren. Wie zuletzt auf Schalke. Dort kam es zum Krach zwischen dem Torwart Frank Rost und dem notorischen Unruhestifter Jörg Böhme - doch der Depp war Rost, denn wie auf Bestellung wurde flankierend dessen kürzlicher Disput mit seinem Trainer Frank Neubarth der Skandalpresse zugespielt.
Von Böhme, der oft auffallend gut wegkommt? Rost sagt nur: "Die Medien machen Politik. Die haben ihre Informanten."
Das Netzwerk von "Bild" erschüttert fast täglich einen inneren Klubfrieden - wer "Bild" liebt oder unbehelligt sein Leben verbringen will, spielt den Doppelpass, und wie das funktioniert, das zeigt Franz Beckenbauer. Den macht die "Bild"-Zeitung abwechselnd zum Kolumnisten und zum Teamchef, und bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 im DFB-Camp im mexikanischen Queretaro luden ihn die "Bild"-Jungs zur Vorbesprechung der Mannschaftsaufstellung gerne mal auf ihr Zimmer ein - so hat der Franz seine Ruhe und die "Bild"-Zeitung ihre Aktualität.
"Bild" hat alle(s) im Griff. "Eine Sauerei ist das, wie bei uns die Interna nach draußen geplaudert werden", hat einst Lothar Matthäus getobt und nach dem Charakterlumpen geforscht, der wieder mal alle Bayern-Geheimnisse an die "Bild"-Zeitung durchtelefoniert hatte. Auf sich selbst kam er nicht - dabei besaß er als einziger Bayernstar seinen persönlichen "Bild"-Journalisten, der ihm als sein Intimus so nahe war, dass manches von dem, was Matthäus ungewollt vor sich hin murmelte, anderntags in der "Bild"-Zeitung gestanden hatte.
Geschadet hat es ihm allerdings nie. Zur Weltmeisterschaft 1998 hat ihn "Bild" sogar ins Nationalteam zurückgeschrieben - "sie brauchten da einen direkt an der Quelle", mutmaßte ein Spieler, der namentlich nicht genannt werden will. Vor der Macht der großen Buchstaben zittern alle - und schlucken alles. Denn Widerstand wird bestraft. Jürgen Klinsmann bekam als Intimfeind von Lothar Matthäus phasenweise seine tägliche Dresche: "Bild" verurteilte ihn zum Egoisten und Abzocker, im Namen des Volkes - Deckel zu, Fall erledigt.
"Bild" sagt, wer gut und wer böse ist - und die herrlich Bekloppten schlagen sowieso jeden Seriösen. Der Trainer Meyer war, so gesehen, sehr geschäftsschädigend. Schon weil er nie einsehen wollte, dass die Gefühle beim Fußball mindestens so groß sein müssen wie die "Bild"-Buchstaben, sondern meinte: "Weinen wird man mich als Trainer nie sehen - ich weine, wenn ich in Auschwitz die Kinderschuhe sehe."
Jetzt sind alle gespannt, ob "Bild" mit seinem Nachfolger glücklich wird. Auch Ewald Lienen gilt nicht als geborene Marionette, und seine ersten Fehler hat er schon gemacht: Er lobt Meyer ("Die Mannschaft lebt") in den höchsten Tönen, will von Münch und Witeczek gleichfalls nichts wissen, und nur als eine Frage der Zeit gilt deshalb die "Bild"-Überschrift: "Verzettelt sich Zettel-Ewald?" Es sieht nicht gut aus.
Ich habe mal zwei Artikel für die Leseratten
aus der Süddeutschen und aus der Stuttgarter Zeitung reingestellt, die einen Blick hinter die Kulissen beim Meyer-Rauswurf in Gladbach werfen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in meinen Augen blamiert sich NRW-Sportchef Bernd Weber von der BLÖD bis auf die Knochen. Zur Macht der BLÖD sage ich nur: Armer Fußball, und ich kaufe weiterhin keine BLÖD...
Mittwoch, 5. März in der Süddeutschen Zeitung
„Ich gehe keine Deals mit Spielern ein“
Bernd Weber, NRW-Sportchef der Bild-Zeitung, über Menschen, Macht und Meinungsmache im Fußball
Die Bild-Zeitung war während der vergangenen Tage in aller Munde. Der Rücktritt des Mönchengladbacher Trainers Hans Meyer wird mit Bild in Zusammenhang gebracht, Interna von Schalke 04, die in dem Blatt veröffentlicht wurden, stören bis heute die Ruhe im Klub, und Borussia Dortmunds Präsident Gerd Niebaum mokierte sich nach der Eröffnung eines Strafverfahrens gegen seinen Spieler Dede: „Es kann nicht sein, dass der DFB-Kontrollausschuss sich zum Befehlsempfänger einer Boulevardzeitung macht.“ Die SZ diskutierte diese Themen mit Bernd Weber, 62, dem Sportchef der Bild-Redaktion NRW.
SZ: Herr Weber, Ihre Zeitung hat viel Kritik einstecken müssen in den letzten Tagen. Haben Sie etwas falsch gemacht?
Bernd Weber: Moment, erst muss ich noch meine Beine auf den Tisch legen, dann kann man sich entspannter unterhalten. Also, grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Arbeit, die man macht, auf das öffentliche Spielfeld rollt. Wenn ich allerdings nach Durchsicht aller Papiere sagen muss, hier liege ich mit meiner Ansicht falsch, dann ärgere ich mich darüber. Aber in den Fällen Meyer, Dede und Schalke würde ich das nicht so sehen.
SZ: Dann erklären Sie doch mal, was Sie gegen Hans Meyer haben. Ihr Blatt stand ziemlich alleine da mit der fortwährenden Kritik an diesem Trainer.
Weber: Ich habe da eine sehr persönliche Meinung. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen Meyer und unserem Mann vor Ort habe ich mich mit Meyer und Verantwortlichen der Borussia zusammengesetzt. Da ist mir klar geworden: Ich akzeptiere zwar die sportliche Arbeit von Meyer – aber nicht einmal ansatzweise seine Art.
SZ: Etwas genauer! Die meisten in Gladbach, auch die Fans, mochten ihn.
Weber: Ich kann zynische Leute nicht leiden, wenn der Zynismus sich nur darauf erstreckt, auszuteilen. Ich halte diesen Meyer für einen Menschen, der immer selbst bestimmen will, was Humor ist. Im Konflikt mit der Zeitung gab es vielleicht ein Paar Dinge, die unser Mann vor Ort zu einseitig gesehen hat. Da haben sich persönliche Dinge aufgebaut. Ich kann den Meyer aber einfach nicht leiden, und wenn das dem Kollegen ähnlich gegangen ist, dann habe ich vollstes Verständnis. Kein Verständnis hätte ich, wenn man deshalb Dinge verfälscht.
SZ: Kein anderes Medium ist derart unwirsch mit Meyer umgesprungen. Das legt die Vermutung nahe, da sei in den Darstellungen etwas verfälscht worden.
Weber: De facto hat er sich auf einem Abstiegsplatz verabschiedet. Im Fußball reguliert sich alles nach dem Motto: Für den Sieg gibt es keinen Ersatz. Dem unterwerfen sich alle in dem Geschäft. Dafür verdienen die Trainer auch viel Geld.
SZ: Dafür müssen sie dann auch Geschichten hinnehmen, die offenkundig falsch sind, wie am Montag, als ihr Blatt berichtete, dass Meyer von seinen Vorgesetzten zum Rücktritt gezwungen wurde.
Weber: Das kann ich nicht beurteilen. In dem Fall bin ich nicht genügend Insider. Ich kann nicht alles kontrollieren, was in den Vereinen passiert, wo unsere Leute selbstständig arbeiten. Die Vergangenheit hat mich aber gelehrt, dass das, was die Vereine erzählen, sich meistens am wenigsten mit der Wahrheit deckt.
SZ: Jetzt arbeitet Ewald Lienen in Mönchengladbach. Auch der ist nicht gerade ein Freund der Boulevardmedien.
Weber: Der wird wie überall, wo er bisher war, zunächst einmal Erfolg haben. Wenn es aber nicht läuft, streitet sich der Lienen mit allen möglichen Leuten, nicht nur mit Bild-Reportern. Und wenn er wie in Köln Urinproben entnehmen lässt, um zu prüfen, ob einer Zigaretten geraucht hat, dann wird er erleben, dass er auch dort in der zweiten Phase seines Schaffens auf die Schnauze fällt.
SZ: Auf die Schnauze gefallen ist auch Frank Rost, dessen Verhalten im internen Zirkel plötzlich in der Bild protokolliert wurde. Er bestreitet heftig, dass Ihre Darstellungen stimmen.
Weber: Wenn wir schreiben, dass an diesem Abend Gläser und Stühle geflogen sind, dann wissen wir, dass das stimmt. Unser Schalke- Berichterstatter ist einer der seriösesten Mitarbeiter in unserem Hause. Der hat an diesem Abend im selben Lokal seinen Geburtstag gefeiert. Es ist noch viel mehr passiert, wir haben schon die harmloseste Form gewählt. Wenn der Rost was anderes sagt, dann lügt er. Weil er sich danach in Gladbach hinstellte und vom blinden Reporter sprach, habe ich ihm einen knallharten Kommentar um die Ohren gehauen.
SZ: Rost hat außerdem die Vermutung geäußert, dass sich irgendwer die Gunst der Bild erschleichen will, indem er seine Kritik an Trainer Frank Neubarth aus der Kabine an Sie weiter gereicht hat.
Weber: Jeder hat doch Leute, mit denen er kann, und mit denen er nicht kann. Es wird immer so sein, dass man mit Spielern spricht, die dann auch interessante Dinge weitergeben. Und es wird auch immer so sein, dass man mit solchen Spieler dann, per Note etwa, löblicher umgeht. Aber Deals, bei denen ich mich in die Abhängigkeit von Spielern begebe, werde ich nie eingehen. In allem was ich tue, will ich absolut frei sein.
SZ: Aber als Spieler bringt man doch nicht Unruhe in die Mannschaft, damit man mal eine bessere Note bekommt.
Weber: In diesem Fall haben mehrere Spieler das Geschehene als sehr außergewöhnlich empfunden und deshalb weiter gegeben. Natürlich ist das für den Rost Kacke, aber so ist der Gang der Dinge. Was er danach erzählt hat, ist Blödsinn.
SZ: Ihr Verhältnis zu Rudi Assauer ist von gegenseitiger Sympathie geprägt. Wie handeln Sie so etwas mit ihm aus?
Weber: Wir rufen uns an, tauschen ehrlich unsere Informationen aus und reden offen miteinander. Wenn wir Scheiße geschrieben haben, dann ruft der Assauer hier an und fragt, ob wir noch alle auf der Leiste haben. Und dann werden wir diskutieren und zu einem Ergebnis kommen. Und da kann es auch passieren, dass ich sage: Sorry Assi, das war Kacke.
SZ: Stecken Sie oft in dem Zwiespalt, irgendwo eine spektakuläre Schlagzeile zu wittern, und zugleich zu wissen: Damit schade ich eindeutig jemandem?
Weber: Ich glaube schon, dass ich in jungen Jahren mit etlichen Geschichten Schaden angerichtet habe. Diese unglaubliche Magie des geschriebenen Wortes habe ich erst spät erkannt. In meiner ersten Zeit habe ich manchmal abends, wenn ich mein Ding gelesen habe, gedacht: Manometer, das ist schon gewaltig. In manchen Dingen bin ich weit über das Ziel hinaus geschossen. Später habe ich aber gelernt, vorsichtiger zu sein.
SZ: Wie gehen Sie intern mit der Macht um, die in den Zeilen der Bild-Zeitung steckt? Wird da in den brenzligen Fällen über die Wirkung diskutiert?
Weber: Früher war unsere Macht viel größer, weil wir da Bundesliga- Marktführer waren. Es gab damals ja noch nicht diesen verblödeten Zitaten- Journalismus von heute. Damals haben die Menschen noch ihre Meinung zu Papier gebracht. Inzwischen haben die Beteiligten der Fußballbranche immer und überall die Möglichkeit zu widersprechen.
SZ: Aber sie können doch Ihren Einfluss nicht von der Hand weisen. Letzte Woche im Fall Dede haben Sie eine Strafe für eine Aktion gefordert, die der Schiedsrichter übersehen hat. Prompt leitete der DFB ein Verfahren ein.
Weber: Wenn die auf uns reagieren müssen, dann ist das ein Beispiel dafür, dass die keinen Arsch in der Hose haben. Ich bin der Meinung, anhand der Fernsehbilder muss Dede bestraft werden. Wenn der DFB auf unsere Berichterstattung reagiert, dann mag das Gründe haben, die mich aber nicht interessieren.
SZ: Sie weisen so einfach die Möglichkeiten des Machtinstrumentes Bild-Zeitung von sich. Im Augenblick servieren sie der hochschwangeren Frau Kahn täglich neue Details vom außerehelichen Liebesleben ihres Mannes. Ist das nicht hoch unsensibel oder gar gefährlich?
Weber: Das fällt nicht in meinen Bereich und ist tatsächlich eine schwierige Geschichte. Wenn dieser hochschwangeren Frau etwas passieren würde, dann wäre die Betroffenheit groß. Aber auf der anderen Seite bin ich nicht bereit hinzunehmen, was der Oliver Kahn gemacht hat, das akzeptiere ich nicht mal vom Ansatz her. Und diese Zeitung verkauft sich durch Schlagzeilen am Kiosk, da steht der Boulevard einfach unter Druck.
SZ: Ein markantes Beispiel ihrer Einflussnahme war 1998 die Forderung des Blattes, wider alle Fachlichkeit Lothar Matthäus mit zur WM zu nehmen. Nach wochenlangem Druck hat Berti Vogts nachgegeben, viele glauben, das habe Deutschland das Turnier verdorben.
Weber: Wenn ein Organ mit zwölf Millionen Lesern etwas fordert, dann ist das von Bedeutung. Durch große Schlagzeilen sind die Leute schon Pressionen ausgesetzt. Aber wenn die Leute an der Spitze Rückgrat haben, dann gehen die ihren eigenen Weg. Und Sie wollen mir doch nicht einreden, dass derjenige, der Matthäus damals mitnahm, einen Arsch in der Hose hatte. Der Berti Vogts ist eine absolute Bratwurst.
SZ: Damit ist die Frage zum Spiel mit der Macht aber noch nicht beantwortet.
Weber: Das ist eine Frage, die Sie an unseren Sportchef stellen müssen. Ich sage, meine Meinung war damals, dass wir den Matthäus nicht gebraucht haben.
SZ: Sie entpuppen sich hier als vehementer Vertreter des Meinungsjournalismus. Ist der Werbespruch „Bild Dir Deine Meinung“ nicht paradox, wenn man bei Ihnen immer schon schon eine vorgefertigte Meinung vorgesetzt bekommt?
Weber: Mit so einem Werbespruch habe ich nichts zu tun. Ich finde es einfach besser, wenn Journalisten sich wie früher ein Spiel angucken und dann ihre eigene Meinung zu Papier bringen. Heute ist das durchsetzt mit tausend Zitaten, und die Meinung muss man mühsam rausfiltern. Wenn ich mich wirklich aufrege, dann haue ich das raus.
Interview: Daniel Theweleit
Man führt den interaktiven Fernsehbeweis ein. Und während und hinterher hagelt es Kritik, warum da und da nicht eingegriffen wurde.
Nehmen wir auch z.B. die Abseitssituation. Ein Spieler wird zurückgepfiffen vom Schiri, weil der sich hundertprozentig sicher ist. Aber der Fernsehschiri sieht, es war doch kein Abseits. Der Spieler wäre also eigentlich allein durch gewesen. Und was jetzt? Amerikanisches Penalty ![]()
Leute, tankt mal ein bißchen Sonne.... ![]()
Die beiden Freistöße würde ich aber weglassen, auch wenn sie in Strafraumnähe waren. Das ist mir dann doch zu kleinkariert. Solche Dinger sind ja selten drin. Ein Elfer dagegen ist schon fast 80prozentige Torgarantie.
Fairerweise muß ich auch noch sagen, daß Wolfsburg beim Spiel auf der Alm noch kurz vor Schluß ein Tor zu unrecht aberkannt bekam. Und auch das Bielefelder Tor auf Schalke muß man nicht geben.
Also ab und zu auch mal Glück gehabt... ![]()
Und wenn es technisch nicht gelingt, eine sehr schnelle Reaktion auf einen Fehler des Schiedsrichters hinzubekommen, sollte man es auch besser lassen.
Fußball muß immer spontan und emotional bleiben, sonst beißt sich das mit modernen Überwachungssystemen.
Gutes Beispiel ist ja das von Matzegoalkeeper. So darf man es nämlich niemals machen.