Ich finde die Diskussionen um den Profifußball in Teilen absurd. Besonders deutlich sieht man, wie weit sich die prominentesten Funktionäre von der Basis entfernt haben. Dieser Satz "Es geht um die Rettung des Fußballs" regt mich dabei am meisten auf. Es wird wohl so sein, dass der Fußball sich in irgendeiner Form anders darstellen wird als bis jetzt. Aber auch nach der Krise wird es Leute geben, die auf die Idee kommen, vor Publikum gegen einen Ball zu treten. Auch diese Argumentation, dass man den Menschen eine Ablenkung in der Krise bieten möchte, halte ich für vollkommen falsch. Für die allermeisten Menschen ist Fußball in erster Linie ein soziales Event. Wenn jeder im eigenen Wohnzimmer sitzt und Spiele vor leeren Rängen verfolgt, ist das sogar eher etwas, das einem sehr deutlich klar macht, dass man in einer Krisensituation steckt. Als Ablenkung taugt das eher nicht.
Dass die Wiederaufnahme der Bundesliga in der politischen Debatte eine Rolle gespielt hat, bevor man Konzepte etwa zur Öffnung der Kitas präsentiert, ist aus meiner Sicht absolut erbärmlich. Zum Glück ändert sich der Fokus dahingehend gerade etwas. Eigentlich müsste ich mich basierend auf den Eindrücken dauerhaft vom Profifußball abwenden. Aus meiner Erfahrung weiß ich natürlich, dass meine Sucht mich dennoch wieder ins Stadion treiben wird, sobald wieder vor vollen Rängen gespielt werden darf. Vielleicht gelingt es mir wenigstens, im stillen Protest die Geisterspiele zu ignorieren.