von westline:
Bielefeld - Irgendwann am Montag Mittag muss Delron Buckley (27) das Dauerklingeln seines Handys entnervt haben. Unzählige Journalisten hatten seine Nummer gewählt und zwangsweise dem Hip-Hop-Song "I like that" gelauscht. Erst um 14.30 Uhr nahm Buckley den Hörer ab.
Buckley: Ja! Hallooo?
Hallo Herr Buckley, Sie klingen aber genervt. Es nerven ja auch alle! Die Journalisten in Bielefeld drehen total durch. Und nicht nur die. Selbst Arminia Bielefelds Bosse sind überzeugt, dass ich schon lange in Dortmund unterschrieben habe. Aber das stimmt nicht!
Die Unterschrift soll spätestens Mittwoch erfolgen. Das stimmt. Aber bisher habe ich nur verhandelt. Ich bin ein ehrlicher Typ!
Sie hatten Angebote aus Bielefeld, Berlin, Hamburg und Blackburn. Warum die finanziell klamme Borussia? Ich habe mehr als acht Jahre im Ruhrgebiet gewohnt. Ich hatte zwei schwere Verletzungen (Kniescheibe gebrochen, Kreuzbandriss, Anmerkung der Red.) und war täglich zur Reha in Dortmund. Ich fand den Klub damals schon genial.
Und gleich sagen Sie noch, dass Sie ein Arbeiter sind und deshalb so gut zu den Arbeitern im Ruhrgebiet passen... Nein, jetzt mal im Ernst! BVB-Trainer van Marwijk baut auf ein 4-3-3, er wollte mich als Linksaußen. Ich habe mich deshalb für die Borussia entschieden! Aber auch, weil mir mein Kumpel Knut Reinhardt dazu geraten hat. Beim BVB entsteht etwas. Ich will dabei sein!
Die Verantwortlichen loben neben Ihrer Schnelligkeit, die Schusstechnik und... ...sie erwarten von mir Flanken auf Jan Koller. Ich weiß. Koller ist der Wahnsinn! Ich habe noch nie einen Zwei-Meter-Mann gesehen, der so gut mit dem Ball umgehen kann. Solche Riesen sind fußballerisch meistens...nun ja...etwas beschränkt.
Ihre Frau ist Bochumerin. Hat sie darauf bestanden, dass Sie sich gegen eine Offerte aus England entscheiden? Buckley: Sie hat gesagt: "Mach, was du für richtig hältst!" Aber wenn England, dann ohnehin nur Manchester. Mein Vater kommt daher. United ist mein Traum.
Ist es kein Traum, bald wieder in der Nähe von Peter Neururer zu wohnen. Buckley (lacht): Ich bin nicht mehr sauer auf Neururer! Er hat mir damals beim VfL Bochum zwar kaum Chancen gegeben. Aber das ist alles längst abgehakt.
Es heißt, man hätte sie in Bochum mit einem sehr geringen Grundgehalt gebunden und im Falle eines Angebots exorbitante Summen verlangt. Buckley: Exakt! Vor ein paar Jahren war mit Dortmund schon alles klar. Michael Skibbe wollte mich. Und dann verlangt Bochum dermaßen viel Geld. Ich sage ihnen...
Wieviel Geld? Buckley: Sag‘ ich nicht! Aber können Sie bitte schreiben, dass die BVB-Sache noch nicht perfekt ist!? Sie wissen ja: Die Unterschrift fehlt.
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Wie gewünscht: Buckley soll für mindestens drei Jahre unterschreiben. Noch hat er aber nicht... Probleme mit dem Gläubiger-Lenkungsausschuss des sanierungsbedürftigen BVB sind laut KGaA-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nicht zu erwarten. Dieser wäre erst bei einer Transfersumme von 500 000 Euro zustimmungspflichtig. Watzke nach einem Gespräch mit dem Lenkungsausschuss-Chef Jochen Rölfs: "Es gibt keinen Dissenz mehr!"
Montag, 25. April 2005 | Sascha Fligge