...
Aber noch mal was zu den Niederländern: Ist das nicht der Hammer, wie dort mit dem Tabellenführer der 2. Liga umgegangen wird? Auf unsere Situation angewandt – und ich sehe auch eher einen abgebrochenen Ligabetrieb als Geisterspiele – wäre das doch genauso unbefriedigend wie für den Tabellenführer der 2. holländischen Liga mit elf Punkten Vorsprung, FC Cambuur. Der darf nicht aufsteigen.
Was denkt Ihr, was hier in Bielefeld für eine Welle bei einer solchen Lösung losbrechen würde .. da hätten die Sportanwälte sicher reichlich zu tun
Bleibt gesund!
!
Es gibt doch nur vier Möglichkeiten:
1.) Die Saison wird fortgesetzt und Arminia steigt auf
2.) Die Saison wird fortgesetzt und Arminia steigt nicht auf
3.) Die Saison wird abgebrochen und Arminia steigt auf
4.) Die Saison wird abgebrochen und Arminia steigt nicht auf
Variante 2.) wäre für mich persönlich der Supergau. Nämlich dann, wenn man den möglichen Aufstieg aus eigener Kraft nicht erreichen könnte. Es liegt also insgesamt betrachtet gar nicht so sehr in unserer Hand.
Ich bleibe auch bei meiner festen Überzeugung, dass man die Geisterspiele schlussendlich aufgrund der unklaren Sicherheitslage rund um die Stadien nicht durchführen kann. Ich nenne es mal innerer und äußerer Kreis. Natürlich kann die DFL Maßnahmen und Regeln für das Verhalten rund um Spieler, Funktionsteams, Reporter, Balljungen, etc. festlegen. (Über das Seelenleben der Spieler selber haben wir ja noch gar nicht diskutiert.) Das ist dann der innere Kreis, wo die DFL aktuell die bestmöglichen Vorschläge unterbreitet hat und wo man, bei allem Zwiespalt und bei aller Diskussion, eventuell einen tragfähigen Konsens erzielen wird.
In dem Augenblick aber, wo das Produkt Fußball den öffentlichen Raum berührt, können es die Verantwortlichen bei der DFL und bei den Vereinen doch gar nicht mehr aus eigener Kraft beeinflußen. Die ganzen Unwägbarkeiten plus bereits angekündigter Proteste von den Fangruppierungen werden schon allein dazu führen müssen, dass man Geisterspiele nicht durchführen darf.
Das Statement "Quarantäne für den Fußball", wie man es an vielen Stellen nachlesen kann, hat mich übrigens sehr stark beeindruckt und ich gehe mit diesen Äußerungen konform.
Dann sind wir auch gleich an der Stelle, wo man über einschneidende Maßnahmen und deren Verhältnismäßigkeit sprechen muss.
Das hatte der Arminiafranke mit diesem Beitrag sehr gut als "Hier und Jetzt" zusammengefasst:
Corona-Virus
In einer Krise offenbart sich nicht nur der Charakter. Eine Krise offenbart auch gnadenlos jegliche Schwachstellen innerhalb von zuvor eigentlich funktionierenden System.
- Wir haben eine globale Vernetzung von Lieferketten, die über Jahrzehnte hinweg unter dem Gesichtspunkt von Kosteneinsparungen und Gewinnmaximierung ausgebaut wurde. Jetzt fehlt es bereits an einfachsten Schutzmasken, Medikamenten oder an Pfennigartikeln, damit Großkonzerne ihre Produktion aufrechterhalten können.
- Wir haben eine Europäische Gemeinschaft, wo sich die Länder innerhalb von wenigen Tagen mit Grenzschließungen gegeneinander abgeschottet haben und jeder Anspruch von Solidarität verlorengegangen ist. Gerade so, als wenn man das Virus mit einer Ausweiskontrolle eindämmen könnte. Die aktuelle Diskussion über EU-Fördermittel für z.B. Spanien und Italien ist ja noch in vollem Gang.
- Wir haben uns in den Industrieländern eine Kultur geschaffen, wo in den Bereichen Konsum, Ernährung und Nachhaltigkeit fast ausschließlich nach dem Prinzip "schneller, höher, weiter", aber mindestens "mehr, mehr, mehr" verfahren wurde. Ein gutes Beispiel findet man ja auch hier:
Interessant zu diesem Thema ist auch diese Arte Reportage. Wenngleich ich der Meinung bin, dass der Konsument die Verantwortung für seine Handlung trägt:
https://www.arte.tv/de/videos/0839…er-fettes-geld/
Diese ganzen Blasen zerplatzen aktuell und zeigen uns schonungslos auf, dass wir dieses Dilemma aufgrund unserer eigenen Ansprüche und Erwartungen selber zu verantworten haben.
Jetzt muss jeder für sich selbst entscheiden, mit welchem Aufwand und mit welcher Verantwortung diese Missstände künstlich beatmet werden (im wahrsten Sinne des Wortes), damit kein Totalschaden entsteht.
