Ich wundere mich über die überschwänglichen Reaktionen nach dem Paderborn-Spiel. Was so ein Erfolg doch an Schwächen zukleistert und umgekehrt ein Misserfolg wie z.B. gegen Ingolstadt doch alles an Stärken!
Gegen Paderborn habe ich einen nicht ganz so souveränen Spielaufbau gesehen, Ortega musste viel hinten "raushauen", abgesehen vom 1:0 kamen viele Pässe nicht so an...
Pieper hat es super gemacht, er war allerdings auch schon nach seiner Einwechselung gegen Duisburg stark. Ebenso Börner und Lukoqui. Auf LV haben wir das geringste Problem...
Sowohl Stärken und Schwächen sind halt auch immer sehr stark vom Gegner abhängig. Gegen eher tief stehende und abwartende Gegner sieht unser Aufbau- und Passspiel naturgemäß besser aus, weil unsere Spieler nicht so früh gestört werden. Bei viel und hoch pressenden Gegnern wie zuletzt Paderborn sieht das gleich anders aus, es sei denn man hat unglaubliche Qualität in Ball- und Passsicherheit bei den entsprechenden Spielern.
Umgekehrt sind die großen Stärken von Paderborn ja die Geschwindigkeit und das offensive Kombinationsspiel, am besten in Kombination mit hohen Ballgewinnen durch Pressing. Das funktioniert auch am besten in einem eher hektischen Spiel, in dem viel hin und her geht und damit der Gegner kaum mal dauerhaft in seiner Grundformation steht und damit immer wieder Lücken da sind. Es ist also auch hier kein Wunder, dass Paderborn nach der Einwechselung von Schütz schlechter ausgesehen hat als in den ersten 30 Minuten, da Schütz ein Spiel auch einfach mal beruhigen kann und das sicherlich dann insgesamt in der 2. Halbzeit auch so geplant war. Dadurch kamen die Stärken von Paderborn eben deutlich weniger zur Geltung als zuvor.
Will damit in erster Linie auch nur sagen, dass eine Stärke, die in einem Spiel gegen Gegner XY nicht funktioniert nicht automatisch aus dem Repertoire gestrichen werden sollte, da sie ja gegen den nächsten Gegner schon wieder besser zur Geltung kommen kann.
