WB heute (Auszug):
Mutzel übernimmt für den Kapitän das Wort
Bielefeld
Pfiffe und „Kniat-raus-Rufe“ gab es nach der jüngsten 1:2-Niederlage in der Bielefelder Schüco-Arena gegen Rot-Weiss Essen. Nach den 90 Minuten zeigte Corboz einigen Fans den "Scheibenwischer" und den "Vogel". Nun äußerte sich DSC-Sportchef Michael Mutzel dazu.
Wie Mutzel nun erklärte, habe es jüngst eine interne Diskussion darüber gegeben, wie, ob und wann sich der DSC-Spielführer zu der Sache äußert.
So sei es zu der Entscheidung gekommen, den Spieler in der aktuellen Situation vorerst schützen zu wollen. „Wir haben das Thema mit Mael und der Mannschaft besprochen und intern aufgearbeitet. Mael wollte mit seiner Geste keinesfalls das gesamte Publikum ansprechen, sondern richtete sie ausschließlich an einen kleinen Personenkreis, der ihn und seine Mitspieler persönlich angegriffen hat“, so Mutzel.
Man sei sich einig, dass „dieses Verhalten nicht in Ordnung“ war. „Gleichzeitig verstehen wir, dass es eine menschliche Reaktion eines Spielers war, der über 90 Minuten alles gegeben hat und anschließend so angegangen wird. Es ging ausdrücklich nicht um die Pfiffe an sich, sondern um persönliche Angriffe. Bei aller berechtigten sportlichen Kritik darf eine gewisse Grenze nicht überschritten werden.“
Den Platz im Fokus der Kritik durfte sich Corboz nach dem enttäuschenden 1:2 gegen RWE mit seinem Trainer teilen. Neben Pfiffen während des Spiels und danach gab es am vergangenen Sonntag auch vermehrt „Kniat-raus“-Rufe auf der Alm. Keine wirklich neue Situation für den DSC-Trainer.
Kniat bleibt cool, seine Spieler zum Teil nicht
„Das war nicht schön, aber ich kann das ab. Dafür bin ich Cheftrainer im Profisport“, sagte Kniat mit etwas Abstand. Gänzlich kalt hätte ihn die hitzige Frust-Stimmung natürlich nicht gelassen. „Daran gewöhnt sich keiner. Aber ich kann damit vernünftig umgehen.“ Mehr beschäftigten Kniat die Reaktionen innerhalb seines Teams – insbesondere von jüngeren Spielern – weit nach dem Abpfiff.
„Die älteren Profis haben solche Situationen vielleicht schon öfter erlebt. Aber wir haben auch ganz junge Spieler im Kader. Marius Wörl war komplett schockiert“, berichtete Kniat, der auch klare Kritik an der Reaktion seines Kapitäns äußerte: „Wir haben daraus gelernt, das darf uns nicht mehr passieren!“
Ein deutliches Urteil fällte Arminias Trainer auch über die Leistung seines Teams in der ersten Halbzeit gegen Essen. „Das war in Schulnoten eine Sechs, das muss man so sagen“, befand Kniat. Dennoch hätte sich der 39-Jährige die lautstarken Proteste der Fans erst nach dem Abpfiff gewünscht. „Ich habe kein Problem damit, wenn wir nach dem Spiel ausgepfiffen werden, wenn wir schlecht gespielt haben. Aber man kann auch ein 0:5 noch drehen – sowas hilft niemandem.“
...... was darf es denn nun sein? Entweder der Spieler hat 90 Minuten alles gegeben oder sich in der 1. Halbzeit eine 6 verdient. Wenn beides stimmt, dann unterstellt man ja dem Spieler, dass "alles geben in 90 Minuten, für 45 ungenügend ist".....