Einseitig und angepasst, weil diese Diskussion in der u.a. von dir geführten Richtung 20 Jahre zu spät kommt, ich sie auch deswegen für irrelevant und zudem noch unbedeutsam sozialkritisch halte. Ob da jetzt neue Perspektiven bzw. aus eben solchen, Bilder veröffentlicht werden, wird weder den Fußball noch gesellschaftlich in sich etwas verändern und auch keinen jungen Menschen mehr gefährden als die tasächlichen Übel dieser "Blase" Profifußball. Da zudem die Inhalte und das Ausmaß Stand heute nicht klar sind (mir zumindest nicht), halte ich aus den genannten Gründen diese allgemeine Aufgebauschtheit über was auch immer für ungesünder und aktuell grundsätzlich gar nicht nötig.
Vielleicht magst du auch noch meine Frage beantworten, warum das (?) den Fußball kaputt macht, da du deinen Beitrag damit eingeleitet hast. Es ist natürlich klar, dass sich dieses Nachhaken auch auf meine Kritik einer generellen Überreaktion bezieht.
Insta & Co. spielen jetzt schon eine große Rolle in der Selbstvermarktung der Spieler. Wenn Sie jetzt noch mehr gezwungen sind, mit Kameras oder Mikrofonen zu interagieren, kann das nmM den Fokus vom Spiel selbst ablenken. Ich befürchte, dass der Fokus auf das "Produkt" "Spieler" auch bei den Zuschauern zunehmend vom Fußball schauen zur Reality Show wandert. Ich bin eher Purist. Ich gehe auch ins Kino, um mich auf den Film zu konzentrieren, nicht um Popcorn zu essen.
Klar hat die Überkommerzialisierung schon viel früher begonnen. Trotzdem wünsche ich mir, dass das „echte“ Erlebnis - Fußball - nicht auf der Strecke bleibt. Neuerungen können durchaus positiv sein. Früher war auch nicht alles besser. Gleichzeitig finde ich, dass Spieler ebenfalls das Recht auf Ruhe und Privatsphäre haben, besonders nach intensiven physischen und emotionalen Belastungen während eines Spiels. Leidet die psychische Gesundheit, leidet auch der Fußball. Ich weiß von vielen Freunden und Bekannten, dass sie sich schwer tun, vor einer Kamera zu sprechen oder eine Rede zu halten. Nur weil sich Fußballer im öffentlichen Raum bewegen, müssen sie hier noch lange nicht selbstbewusster sein. Man soll die Leute doch einfach Fußball spielen lassen. Wer sich nach dem Spiel äußern will, soll das gerne tun. Das freut hier ja vermutlich alle, besonders wenn es nicht die üblichen Phrasen sind. Der Trend aber, verstärkt „exklusiven“ Content zu schaffen und so zu vermarkten, geht für mich in die falsche Richtung und mindern für mich den Wert der eigentlichen Sache. Fußball ist zudem ein Mannschaftssport und die Teamdynamik könnte durch die ständige Fokussierung auf Einzelspieler gestört werden. Dann haben wir irgendwann 11 Ronaldos im Team aber kein Team mehr (vom spielerischen wäre das natürlich etwas anderes
). Ich möchte, dass der Fußball im Mittelpunkt steht und nicht das Bild, das von den Spielern erzeugt wird. Das alles meine ich damit, wenn ich befürchte, dass die eingeschlagenen Richtung den Fußball, so wie ich ihn genieße, immer mehr in eine problematische Richtung verändert. Eine Grenze zu ziehen, ist schwierig. Zumindest sollte man aber Spielervertretungen bei solchen Änderungen ins Boot holen und nicht aus rein kommerziellen Gründen über deren Köpfe hinweg entscheiden.
