Alles anzeigenDie Hinrunde ist vorbei, das wahnsinnige Jahr 2025 mit Aufstieg und Pokalfinale neigt sich dem Ende entgegen und es ist Zeit für ein Fazit.
Die laufstärkste Mannschaft der Liga hatte im Sommer gerade mal 14 Tage Urlaub, bevor es wieder in die Vorbereitung dazu ging, erneut die laufstärkste Mannschaft der Liga zu sein - dieses mal aber eine Etage höher. Das Jahre war körperlich und mental extrem fordernd und im Rückblick können wir wohl alle froh sein, dass uns als Aufsteiger ein europäischer Wettbewerb erspart geblieben ist - so gerne wir auch alle den Pott nach Bielefeld geholt hätten.
Der Einstieg in die Liga war ein wenig glücklich, mit der roten Karte und dem hohen Sieg gegen den vermeintlichen Aufstiegsfavoriten Fortuna. Von der Euphorie getragen und von den Gegnern zunächst etwas unterschätzt, ist ein guter Start in die dieses Jahr sehr ausgeglichene und bärenstarke Liga gelungen. Die erste echte Euphoriebremse gab es erst am 6. Spieltag zu Hause gegen Fürth, als man zum ersten Mal gemerkt hat, dass die junge Mannschaft in jedem Spiel minderstens 100% geben muss, weil die abgezockten Gegner auch aus den unteren Tabellenregionen sonst aus wenig viel machen und man Spiele verliert. Willkommen in der 2. Bundesliga!
An den Spieltagen 6 - 9 blieb man punktlos, auch wenn man selten chancenlos war. Arminia zahlte Lehrgeld, vor allem gegen Hannover und Schalke, aber zum ersten Mal wurde deutlich, dass der Kader jung und entwicklungsfähig, aber auch sehr anfällig ist. Es folgten dann aber 4 Punkte gegen Elversberg und Darmstadt, mit denen niemand so richtig gerechnet hat. Hohe Ballgewinne und viel Wiese bis zum Tor - so sind Grodowski, Momulluh und Sarenren-Bazee schwer zu verteidigen. Leider merken das die anderen Mannschaften in der Liga aber sehr schnell.
Zum Ende der Hinrunde wird dann deutlich, wo der Kader seine Unwucht hat. Tempo ist mehr als genug vorhanden, aber vor allem im Sturm fehlt ein Stürmer, der in engen Spielen und bei wenig Platz auch mal mit dem Rücken zum Tor agieren kann. Arminia ist gegen tief stehende Gegner ideenlos, bei Standards dann auch zu harmlos und in der Defensive immer mal für einen Fehler gut. Letzteres ist sehr wahrscheinlich ein Tribut an die wahnsinnig aufwändige und intensive Spielweise, mit der dieser Kader Woche für Woche agieren muss. Auffällig ist, es fehlen Spieler von der Bank, die in diesen Spielen die Statik verändern können.
Ist man nun mit 19 Punkten nach der Hinrunde im Soll? JEIN! In der Tabelle ist man sicherlich da, wo man einen Aufsteiger nicht zwangsläufig erwarten muss. Das Polster zur Relegation beträgt 2 Punkte, das Polster zum direkten Abstiegsplatz sogar 4 Punkte. Man hat sicherlich dennoch 2-3 Punkte liegen lassen, dies aber vor allem aufgrund mangelnder Erfahrung und aufgrund der limitierten Mittel im Kader. Gegen Schalke und Lautern wäre ein Brecher mit Torriecher im Zentrum Gold wert gewesen. Eine frühere Auswechslung des guten, aber platten Boakye im Derby wäre wohl auch punktefördernd gewesen. Alles Dinge, die aber auch mit einer Lernkurve bei Mannschaft und Trainer zu tun haben.
Ist das Glas nun also halbvoll oder halbleer? Die üblichen Verdächtigen beschwören bereits den Untergang des Abendlandes herauf, reden von "Pflichtsiegen", "zu vielen Auswärtsspielen gegen Mannschaften von unten" und formulieren Erwartungshaltungen an einzelne Spieler und den Trainer. Die "Schönredner" sprechen von "junger Mannschaft" und "Zeit zur Entwicklung". Aber an einigen Punkten herrscht dennoch Einigkeit:
Die Abhängigkeit von Grodowski ist zu hoch. Vorne fehlen Alternativen. Ocansey ist diese Alternative definitiv nicht! Im Winter muss sich im Kader etwas ändern und das kann nicht nur die Rückkehr von Uldrikis sein. Denn wenn man ehrlich ist, dann ist Momulluh talentiert, aber zu unbeständig, Boakye noch in der Entwicklung und Sarenren-Bazee funktioniert mit fitten Nebenleuten auf der Außenbahn, aber er trägt ein Spiel nicht als zentraler Stürmer. Ob im Mittelfeld ein kreativer Kopf fehlt oder doch eher ein schneller Außenverteidiger, ob man einen weiteren Innenverteidiger braucht oder doch eher einen weiteren 6er, daran scheiden sich die Geister.
Auf dem Papier hat der Kader 25 Feldspieler. Zieht man diejenigen ab, die keine Rolle spielen, dann wird es sehr dünn. Norbye, Lukas, Richter, Micheler, Kunze und Hilterman sind Papiertiger ohne (oder ohne nennenswerte) Einsatzzeiten. 19 Feldspieler ist dann schon sehr wenig für so eine fordernde Spielweise!
Fakt ist deshalb, der Kader braucht Veränderung und es müssen einige Spieler den nächsten Schritt machen. Potentiale sind geügend vorhanden, bei Wörl, Momulluh, Großer, Schneider oder Boakye sind alle Fähigkeiten für zumindest gestandenes Zweitliganiveau voranden. Trennen muss man aber von denjenigen, die dieses Potential entweder nicht haben oder es zumindest hier nicht entfalten können. Allen voran ist da leider Kania zu nennen, aber aber eben auch Kunze, Micheler und Norbye.
Die Transferperiode im Winter wird spannend. Auch viele andere suchen gute Mittelstürmer, wir starten also nicht aus der ersten Reihe. Dennoch muss man rückblickend sagen, dass die Mannschaft auch nach dem Aufstieg einen guten Job gemacht hat. Jetzt liegt es an den Verwantwortlichen, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Es bleibt spannend, aber wir sind ja schließlich auch bei ARMINIA. Was anderes würden wir doch gar nicht wollen
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Sehr guter Beitrag, wie ich finde.![]()
Die jungen Wilden wie Richter, Lukas und Yasar würde ich aber auf jeden Fall weiter fördern und Einsatzzeiten in Aussicht stellen.
Kania nur bei entsprechendem Ersatz ausleihen/ verkaufen.
Mal schauen, wen Mutzel demnächst aus dem Hut zaubert.