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Fast ein Super-Gau ind Europa?

  • Kai
  • 5. August 2006 um 12:02
  • Kai
    Erleuchteter
    Beiträge
    6.357
    • 5. August 2006 um 12:02
    • #1
    Zitat

    Am 25. Juli 2006 wurde der Reaktor Forsmark-1 nach einem Kurzschluss in der Umspannstation, über die das AKW seinen Strom ans allgemeine Netz abführt, von der Stromversorgung automatisch getrennt. Dadurch konnte die Leistung, die im Reaktor produziert wird, nicht mehr abgeleitet werden und der Reaktor musste sich von selber abschalten. Die zur Steuerung des Kernkraftwerkes und insbesondere zum Betrieb der Kühlpumpen, die die Nachzerfallswärme abführen müssen, existenziell wichtige Stromversorgung sollte ersatzweise durch vier Diesel-Notstromaggregate sichergestellt werden. Jedoch sprangen zwei der vier Generatoren nicht an. Zusätzlich versagte die Stromversorgung der Messgeräte in der Leitwarte. Nach 23 Minuten konnten die beiden anderen Dieselaggregate manuell gestartet werden. Obwohl die Versorgung und die Sicherheit des Reaktors auch mit einem funktionierenden Aggregat sichergestellt war und die Automatikfunktionen der Reaktorregelung funktionierten, bestehen grundlegende Konstruktionsmängel in der elektrischen Ausrüstung, weil zwei Notstromaggregate zugleich nicht angesprungen sind und die Information des Bedienpersonals der Leitwarte unterbrochen wurde.[3]

    Das Ausfallen der zwei Aggregate hat auch in anderen Ländern Fragen nach der Sicherheit ihrer kerntechnischen Anlagen aufgeworfen. Der Störfall von Forsmark wurde vom deutschen Bundesumweltministerium am 3. August 2006 als „sicherheitstechnisch ernstes Ereignis“ eingestuft – mit dem Ergebnis, dass auch in Deutschland alle Kernkraftwerke nochmals überprüft werden sollen.[4]

    Als Konsequenz aus dem Vorfall bleiben der betroffene Reaktorblock in Forsmark und der baugleiche Block 2, der zum Zeitpunkt des Störfalls bereits zur alljährlichen Inspektion und zum Brennelementwechsel heruntergefahren war, bis auf Weiteres abgeschaltet und ebenfalls zwei baugleiche Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Oskarshamn. Die Strompreise in Schweden stiegen dadurch auf Rekordniveau.[5]

    Die schwedische Strahlensicherheitsbehörde SKI bewertete den Fehler als Störfall (Stufe zwei) auf der von null bis sieben reichenden International Nuclear Event Scale (INES). Der Störfall blieb in den deutschen Medien bis zum 3. August 2006 weitgehend unbemerkt. Erst durch die Aussage eines ehemaligen Konstruktionsleiters des Kraftwerks, Lars-Olov Höglund, entstand durch die Medien bald der Eindruck, das Kraftwerk habe kurz vor einem GAU durch Kernschmelze gestanden.[6]

    Die schwedische Strahlenschutzbehörde SKI und die finnische Strahlenschutzbehörde STUK halten diese Aussage allerdings für wesentlich übertrieben. Eine akute Kernschmelze sei zu keiner Zeit des Störfalls zu erwarten gewesen, dennoch sei der Zwischenfall sehr ernst zu nehmen.

    Der Störfall weist Parallelen zum Unfall des Blockes A im deutschen Gundremmingen am 13. Januar 1977 auf. Auch dieser Reaktor musste wegen eines Kurzschlusses im Stromnetz schnell abgeschaltet werden. Dabei versagten einige Regelungen und dieses erste kommerzielle deutsche Großkernkraftwerk erlitt einen Totalschaden.

    Alles anzeigen

    Ich weiß nicht wie man den Störrfall einschätzen muss. Aber ich bin mri sicher, dass mit diesen Kraftwerken irgendwann einmal was schief geht. Das kann in 5 Min sein, kann aber auch in 100 Jahren passieren und in einem solchen Fall kann man nur noch hoffen, dass der Wind günstig steht!

    Never argue with an idiot, he'll just drag you down to his level and beat you with experience

    Managerspiele haben Menschen glauben lassen sie könnten einen Bundesligaverein führen.

  • matzekatze
    Profi
    Reaktionen
    41
    Beiträge
    624
    • 5. August 2006 um 15:57
    • #2

    Stufe 2 von 7 kommt da wohl hin, da ja nichts ernsthaftes, sprich, gefährliches, passiert ist... jedoch wäre wohl ein Gau eingetreten, wenn nicht 2 der 4 Aggregate noch angesprungen wären. Nach dem Bericht im Spiegel hörte es sich soweit ich mich erinnern kann zumindest danach an, als ob auch die beiden funktionsfähigen Aggregate erst verpätet angesprungen wären...

    Sehr witzig sind übrigens die Aussagen der Atomindustrie, dass ihre Meiler sicher wären, da mit einem Gau statistisch nur alle schätzungsweise 33000 Betriebsjahre zu rechnen ist. Was sich ja auch zuerst nach einer halbwegs sicheren hohen Zahl anhört. Wenn man jedoch bedenkt, dass dies für jedes einzelne der schätzungsweise 450 weltweiten AKWs gilt, relativiert sich diese Zahl sehr schnell... vor allem, da in diesen Statistiken stressbedingte Fehlbedienungen des Personals, wie sie etwa bei den beiden bekanntesten Fällen in Harrisburg und Tschernobyl geschehen sind, gar nicht berücksichtigt sind.
    Atomstrom ist übrigens zudem, entgegen den Behauptungen der Atomlobby, nicht der billigste Strom, sondern der mit Abstand teuerste... wenn man die Kosten für Entwicklung, Bau, Abbau und Lagerung des Atommülls miteinberechnet, die bis jetzt größtenteils vom Steuerzahler getragen werden... sodass die Konzerne sich mit dem von obigen Posten abgesehenen billig zu erzeugenden Atomstrom die Taschen voll machen können. Das nur mal nebenbei erwähnt...

    ;) :D ;)

    Einmal editiert, zuletzt von matzekatze (5. August 2006 um 15:59)

  • Anturios
    Erleuchteter
    Beiträge
    4.585
    • 13. August 2006 um 20:49
    • #3

    AKWs haben die dumme Angewohnheit, dass bereits kleine Pannen ernstzunehmende Folgen haben können. Kein menschliches Produkt ist perfekt und ein kleiner Fehler potentiert sich sehr schnell zu einem GAU. Dann müssen nur mal ein oder zwei Sicherungssysteme ausfallen und das ganze geht in die Hose.

    Die ganze "friedliche Nutzung der Kernkraft" ist Müll. Wie sagte Brecht: "Wer mit dem Teufel frühstücken will, braucht einen langen Löffel" (Gut, er meinte die Nazis, aber die Atomkraft ist nicht gerade ungefährlicher und leichter zu bändigen ;))

    Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muss sie zum Angriff übergehen.

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