Ich hatte letztens nach den Berufungen in der Presse einen Artikel gelesen, in den erkennbar ein paar Inneneinsichten eingeflossen sind. Es müsste dieser hier gewesen sein (Spiegel Paywall):
https://www.spiegel.de/sport/fussball…72-dfaa0afc9b28
Schlüssel war da der Begriff der "Kohäsion", d.h. es wurde v.a. Wert darauf gelegt, eine homogene Mannschaft aufzustellen, die nachweisbar gut miteinander harmoniert. Dies wurde durch Statistiken usw. erneuert, was den Ausschlag bspw. für Sané gab, trotz der eher schwachen Liga-Leistungen.
Meiner Meinung nach ist das aber im Endeffekt nur eine statistisch und wissenschaftlich verbrämte Variante von: "Wir setzen auf die alten Recken und ihre Netzwerke und brechen deren Wohlfühloasen nicht auf." Damit outet sich Nagelsmann in meinen Augen als schwache Trainerpersönlichkeit. Tuchel hat in England das Gegenteil getan, indem er ein paar verdiente Spieler mit großem Namen aber schwachen Saisonleistungen zuhause gelassen hat. Ich halte das für die richtige Herangehensweise. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass man mit einer überalterten und satten Mannschaft auftritt und dabei den nötigen Generationswechsel verschläft. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte unserer Nationalelf.
Jordan Letchkov wird uns nicht raus köpfen. Ansonsten, alles genau richtig. Wobei es ‘94 schlimmer war. Am Ende kommt es draus an, wer die bessere Idee hatte. Nagelsmann, der mit Stars nicht so richtig umgehen kann, oder Tuchel, der manchmal auch überzieht. Kommen beide nicht ins Finale, war’s dann auch egal. Was mit Harmonie gemeint ist, bleibt auch unklar. Spricht für Sané, aha. Und gegen wen spricht das dann genau? Also den der statt dessen zuhause bleibt? Und Rüdiger und Neuer sind auch die superempathischen, supersympathischen Gute Laune Bären, oder wie? Da hätte es auch Podolski getan. Oder Müller.
