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  4. Fußball allgemein

Mein-Solarlampion

VfB Fichte: Bielefelder Traditonsverein droht das Aus

  • Hitchcock
  • 6. Januar 2007 um 10:10
  • Hitchcock
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    • 6. Januar 2007 um 10:10
    • #1

    Mein-Solarlampion

    Ich war entsetzt, als ich die Nachricht vernahm, dass der VfB Fichte seinen Hauptsponsor und damit möglicherweise seine sportliche Zukunft verlieren wird.

    Wie bitter für den VfB Fichte, der vor 3 Jahren mit einem Fuß fast in der Regionalliga stand. Und wie bitter für Bielefeld, der damit seinen Vorreiterverein im Amateurfussball verliert. Auch Amateurfussball braucht Sponsoren. Hier gräbt aber wohl unser DSC Arminia alles ab und darüber hinaus scheint die Wirtschaft kein Interesse am Amateursport zu haben. Schon traurig :(

    Zitat

    Quelle: nw-news.de

    GAU auf der Rußheide

    FUSSBALL: Verbandsligist VfB Fichte verliert seinen Hauptsponsor - und seine Zukunft

    Bielefeld. Der Fußball-Abteilung des VfB Fichte droht zum 1. Juli diesen Jahres das Aus. Grund für diesen möglichen Größten Anzunehmenden Unfall (GAU) sind der Abschied von Abteilungsleiter Rainer Goldmann, der zum 30. Juni sein Amt niederlegen wird, und die Goldmann AG, die über dieses Datum hinaus nicht mehr als Hauptsponsor zur Verfügung stehen möchte.

    Rainer Goldmann begründete diesen Schritt "einzig und allein" mit einem neuen EU-Gesetz, das das Unternehmen von der Schillerstraße künftig mächtig in den Schwitzkasten nehmen werde. "Es wird dramatische Veränderungen geben, die uns für jedes unserer Produkte Kosten in einer Größenordnung von 100.000 bis 400.000 Euro aufdrücken könnten. Aus diesem Grund sehe ich es als meine unternehmerische Verpflichtung an, mich für die Firma, meine 60 Mitarbeiter und meine Familie zu entscheiden und das Sponsoring meines Hobbys einzustellen", sagte Goldmann. Er betonte jedoch, dass "sämtliche Verpflichtungen bis zum Ende der Spielzeit eingehalten werden." Damit fehlen dem Verein ab dem Sommer jährlich rund 150.000 Euro, die eine Zukunft in der Verbandsliga über das Saisonende hinaus unmöglich machen. Selbst eine erste Mannschaft in der Landesliga scheint Wunschdenken. Bei einem Treffen am Donnerstagabend zwischen Goldmann, dem Vereinsvorstand und Marketing-Geschäftsführer Dirk Starke gingen alle Beteiligten auseinander, ohne zu wissen, wie "wir die angestrebten 80.000 Euro für die Landesliga zusammen bekommen sollen" (Goldmann). In den nächsten Wochen will der Vorstand alle Hebel in Bewegung setzen, um "nach dem letzten Strohhalm zu greifen" (Goldmann).


    Ansonsten droht die Abmeldung der ersten Mannschaft und der Verein müsste mit seiner Reserve in der Kreisliga am künftigen Spielbetrieb teilnehmen. Ferner ist auch der Nachwuchsbereich, der von Goldmann bisher mit einer fünfstelligen Summe unterstützt wurde, von dem Rückzug betroffen. "A- und B-Junioren in der Landesliga sowie ein C-Jugendteam in der Bezirksliga wird es wohl nicht mehr geben", orakelt Goldmann.

    Dennoch bezeichnete er die Zeit mit dem VfB Fichte, in die er durch seinen Vater quasi hineingeboren wurde, als "sehr schönen Abschnitt" - ohne zu verhehlen, dass die letzten beiden Jahre "auch extrem hart" waren. In dieser Phase des sportlichen Niedergangs und des schwindenden Zuschauer- wie Sponsoren-Zuspruchs habe er die Erkenntnis gewonnen, dass es in Bielefeld kein Interesse und keine Akzeptanz für höherklassigen Sport gebe.

    Mit der Entscheidung von Rainer Goldmann endet ein beinahe 50-jähriges Mäzenatentum der Familie. Der VfB Fichte, 1999 aus dem VfB 03 und der SpVg. Fichte gegründet, verliert nach fünf Jahren Oberliga seine Vorreiterrolle im Amateurbereich. Im schlimmsten Fall bedeutet dieser Entschluss sogar das Aus des Fußballs für den VfB Fichte auf der Rußheide.

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    ---
    "Du bist ein Genie!" - "Nenn mich bloß nicht so, ich bemühe mich lediglich, die mir angeborene Intelligenz durch ständiges Üben voll zu entfalten."
    (Justus Jonas)

  • Bennobarkeeper
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    • 6. Januar 2007 um 10:31
    • #2

    Moinsen,

    das ist echt bitter für Fichte und könnte durchaus den beschriebenen Gau bedeuten. An Arminia liegt das aber sicherlich nicht, das der VfB keinen Hauptsponsor mehr haben wrid, bzw. keinen neuen mehr bekommt.

    Ich könnte mir vorstellen, das Arminia für Fichte ein Benefizspiel auf der Alm vornehmen wird, wo die Einnahmen dann zu 100 % an den VfB Fichte gehen wird, womit sie dann die nächste Saison bestreiten können, denn die Existenz von Fichte kann Arminia eigentlich nur recht sein.

    Warten wir mal ab, was passieren wird.


    SWB Gruß
    Bennobarkeeper

    Behandel jeden so, wie Du selbst behandelt werden möchtest.

  • Gönner
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    • 6. Januar 2007 um 10:48
    • #3

    Hallo!

    So ein Spiel von Seite unserer Arminia wäre wohl mehr als angebracht, wenn man sieht welche Geschichte die beiden Clubs langezeit verbunden hat. Es wäre auch ohne große Probleme vorstellbar, daß der VfB heute in der ersten Liga kickt und die Arminia am taumeln wäre.

    Es ist erstaunlich, wie wenig sich überhaupt in Sachen höherklassigen Fußball im Raum Minden-Lübecke-Herford-Lippe und jetzt Bielefeld tut. Schauen wir mal in die Keise PB und GT, da wird einem als "Ost-Ostwestfale" ganz anders. Ist vermutlich mit Arminia und Handball einfach zuviel Interesse an Zuschauern und damit auch Sponsoren für den hohen Ammateurfußball verloren gegangen.

    Schade. Ein Pool an Ober- und Verbandligisten in der Umgebung sind auch für Bundesligisten immer wieder eine Fundgrube in Bezug auf Talente. Gerade jene Talente werden es dann in dem Raum auch wieder etwas schwerer haben.

    Gruß Gönner

    Arminia Bielefeld - Stadion Alm
    Tradition & Identität erhalten!

    Einmal editiert, zuletzt von Gönner (6. Januar 2007 um 11:16)


  • Mein-Solarlampion
  • Engeraner
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    685
    • 6. Januar 2007 um 12:12
    • #4

    Hoffentlich können sie ihre Mannschaft halten und bekommen einen neuen guten Sponsor, der ähnlich viel Geld in den Verien steckt.

    Verba volant, scripta manent - Das Gesprochene vergeht, das Geschriebene besteht.

  • Hitchcock
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    9.466
    • 6. Januar 2007 um 13:18
    • #5
    Zitat

    Original von Engeraner
    Hoffentlich können sie ihre Mannschaft halten und bekommen einen neuen guten Sponsor, der ähnlich viel Geld in den Verien steckt.

    So leicht wird sich kein Sponsor wie Goldmann finden. Die Goldmanns sind seit gut 50 Jahren mit dem Verein verbunden.

    Übrigens: Wenn muss man auch bedenken, dass seinerzeit ja der VfB 03 und der Fichte 06/07 fusioniert sind. Also geht hier möglicherweise gerade die Geschichte ZWEIER Bielefelder Traditionsvereine aus dem Osten der Stadz zu Ende.

    @Benno: Ich glaube schon, dass Arminia einiges an Sport-Sponsoring Geldern aus Bielefeld und Umgebung bindet und somit vom grossen Kuchen weniger für die kleinen Vereine der Region bleibt. Gönner hat die Lage ganz gut analysiert, wie ich finde.

    Noch ein Artikel aus der NW:

    Zitat

    Quelle: nw-news.de

    "Ich bin platt"

    STIMMEN ZUR SITUATION: Viele haben den Schritt erahnt, überraschend kam er dennoch

    Bielefeld (efe). Nach Bekanntwerden der neuen Entwicklung beim VfB Fichte äußerten sich mittelbar und unmittelbar Betroffene zur Lage an der Rußheide.

    Mario Ermisch, der den VfB Fichte nach der Fusion viele Jahre als Trainer betreute und in dieser Funktion zuvor schon beim VfB 03 tätig war, hat die Entwicklung vorausgesehen: "Ich bin deshalb nicht geschockt, aber es tut trotzdem unheimlich weh, wenn man solch einen Niedergang mit ansehen muss." Beim Blick auf die letzten Jahre in "seinem" Verein meinte der jetzige sportliche Leiter des SC Verl: "Das war viel Flickschusterei mit vielen Trainern in kürzester Zeit."


    Zuletzt hatte Ermisch intensiven Kontakt mit der Mannschaft und den Funktionären bei der Endrunde der Hallenfußball-Stadtmeisterschaften: "Da habe ich mich maßlos geärgert wie sie im Viertelfinale gegen Brackwede ausgeschieden sind."

    Gut informiert war Yorck Bergenthal (32), Torhüter und Trainer des VfB Fichte. Er hatte ein Gespräch mit Rainer Goldmann geführt, in dem er in etwa erfuhr, was am Freitag offiziell bekannt gegeben wurde: "Das war und ist für mich natürlich ein Schock, schließlich stehe ich seit acht Jahren im Tor des Fusionsvereins". Für seine persönliche Karriere sieht er aber nicht unbedingt schwarz: "Es kann auch woanders weitergehen." Sorgen macht sich "Jockel" eher darüber, wie es in den letzten verbleibenden Verbandsligaspielen weiter geht. "Ich werde bis zum Schluss dem Verein die Stange halten und dafür sorgen, dass auch die Spieler weiter durchhalten." Schließlich wolle man sich aus der Verbandsliga erhobenen Hauptes verabschieden.

    Carsten Block (30) hatte nach eigenen Worte "etwas munkeln gehört", mehr aber nicht. Von daher war er auch nicht unbedingt begeistert via Presse von den zu erwartenden Auflösungserscheinungen beim VfB Fichte erfahren zu müssen: "Vielleicht hätte man zuerst uns Spieler informieren sollen." Für ihn persönlich sei der zu erwartende Zwangsabstieg kein Beinbruch: "Zu 80 Prozent kicke ich demnächst bei einem Oberligisten", verriet er, ohne allerdings einen Vereinsnamen zu nennen.

    Recht cool reagierte Jens Reitemeier (34), der zusammen mit Block und Bergenthal ebenfalls seit acht Jahren im Klub ist: "Das ist sehr bitter für den Verein." Er selbst habe ohnehin vorgehabt, mit Beginn der neuen Saison kürzer zu treten. "Aber irgendwo möchte ich schon noch ein wenig spielen."

    Völlig überrascht war Bernd Behrends, Vorsitzender des Gesamtvereins: "Ich bin platt", meinte er. Ihm gehe es jetzt in erster Linie darum, seine Vorstandskollegen zu informieren. "Und dann müssen wir sehen, wie es mit der Fußballabteilung weitergeht." Andererseits legte Behrends, der den Verein seit der Verschmelzung führt, Wert auf die Feststellung, dass der Verein nicht nur aus der Fußballabteilung bestehe.

    Dirk Starke, Geschäftsführer Marketing, betonte, dass "wir nicht die Nummer von Enger-Westerenger machen". Der Verbandsliga-Konkurrent, der seine Mannschaft erst kürzlich vom Spielbetrieb zurückzog, wird mit dem VfB Fichte keinen Nachahmer finden. "Bis zum 30. Juni läuft alles weiter", sagte Starke. Allerdings wagte auch er keine Prognose für die Zeit danach. Starke wirkte spürbar desillusioniert, nachdem am vergangenen Donnerstag im Gespräch mit den Sponsoren Geldmeier und Goldmann kein taugliches Konzept für eine mögliche Landesliga-Spielzeit zustande gekommen war. Keine guten Aussichten.

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    Es sollten wirklich Schritte unternommen werden, den Untergang der Fussballabteilung des VfB Fichte zu verhindern. Zum einen, um einen traditionsreichen Bielefelder Club in den oberen Amateurligen halten zu können. Zum anderen, um auch weiterhin die wirklich gute Jugendarbeit in dem Verein fortführen zu können.

    Nicht zu vergessen ist auch, dass bei VfB Fichte immer auch viele Jugendliche mit Migrationshintergrund eine sportliche Heimat gefunden haben. Der Verein hat immer auch gute Dienste im sozialen Bereich und bei der Integration geleistet.

    ---
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  • Fichte
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    • 6. Januar 2007 um 15:23
    • #6

    Als ehemaliges Vereinsmitglied bin ich auch sehr über die Entwicklung erstaunt.
    Ich stelle mir schon seit längerem die Frage, wie es überhaupt zu so einem Abstieg kommen kann.
    Zu der super Spielzeit und dem Fastaufstieg vor 3 Jahren, sowie dem Abstieg aus der Oberliga und einem eventuell folgenden kompletten Aus, gehört schon eine ganze Menge Negatives dazu.
    Entgegen des sehr pessimistischen Presseartikels bin ich aber davon überzeugt, dass der Verein auch weiterhin existiert und zumindest in der Landesliga spielen kann.
    Irgendwo wird es bestimmt Sponsoren geben, die nun auch mit weniger Kapital ihre Chance sehen. Immerhin hat der Verein Tradition und so unbedeutend ist die Russheide als sehr große Anlage nun auch nicht.
    Mal schauen, wie es weitergeht.

  • Hitchcock
    Erleuchteter
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    • 6. Januar 2007 um 21:10
    • #7

    Der Verein wird sicher weiter existieren. Nur was aus der Fussballabteilung wird, das steht wohl derzeit in den Sternen.

    Es wäre wünschenswert, wenn sich auch die einen oder anderen Sponsoren fänden, die sich mit kleinerem Kapital betätigen. Derzeit stemmen Geldmeier und Goldmann den Verein nämlich mehr oder weniger ganz alleine.

    Das den derzeitigen Geldgebernt ihre eigenen Firmen und Mitarbeiter wichtiger sind ist nur sehr gut nachzuvollziehen. Anderswo gibt es diesbezüglich allzu große Missverhältnisse... dort werden auf der einen Seite Millionen in Sport-Sponsoring gepustet und auf der anderen Seite Tausende von Mitarbeiter abgebaut.

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