Ich erlaube mir mal den Kommentar aus der WZ von Heute zu diesem Thema einzustellen. Passt vielleicht um die Diskussion zu versachlichen...
Von Olaf Kupfer
Obwohl jeder Vergleich zwischen Männer- und Frauenfußball unpassend und nutzlos ist, sei dieser erlaubt: Hätte da die Männer-Nationalmannschaft ein solches EM-Viertelfinale gegen Frankreich gespielt, wie es den Frauen am Samstagabend mit einem Sieg im Elfmeterschießen trotz elend langer Unterzahl gegen starke Französinnen gelungen ist, spräche man von einem epischen Spiel und trüge allerhand Vergleiche mit den dramatischsten Spielen der letzten 50 Jahre an. Tatsächlich ist den DFB-Frauen mit diesem Krimi und allerhand Merkmalen eines Dramas mit Höhepunkten, Rückschlägen, heroischem Kampf, individuellen Heldinnen und Teamsinn eine Art Emanzipation gelungen. Eben heraus aus diesen elendigen Vergleichen, hinein in eine ganz eigene Ästhetik des Frauenfußballs, der durch seine erkennbare Qualitätssteigerung ganz viel Potenzial für weiteres Wachstum hat, ohne dafür wieder Maßstäbe anlegen zu wollen, die sich der Männerfußball setzen kann.
Jedenfalls ist vor mehr als zehn Millionen TV-Zuschauern ein außergewöhnlicher Moment gelungen, den es braucht für die Entwicklung dieses Sports. Der ist bei den Frauen auch dadurch gekennzeichnet, dass Spielzüge sehr viel besser zur Geltung kommen, weil sie nicht durch überbordende Athletik so schnell unterbrochen werden. Das wissen offenbar immer mehr zu schätzen: Laut einer Studie von Nielsen Sports ist der Frauenfußball auf dem besten Weg, bis 2030 zu einer der fünf wichtigsten Sportarten weltweit zu werden, mit Wachstum der Fangemeinde von 500 auf 800 Millionen bis 2030. Ein erkanntes Marktpotenzial, das auch bei den hiesigen Top-Vereinen dafür gesorgt hat, mit komplementären Frauenteams das Angebot ihrer immer größer werdenden Unternehmen zu erweitern. Zumal inzwischen fast eine Million Frauen und Mädchen in Deutschland in einem Verein Fußball spielen. Tendenz steigend. Das alles schließt aber nicht aus, dass die Frauen-Bundesliga als täglich Brot dieser Entwicklung noch nicht standhalten kann. Und sich damit auch Vergleiche von Gehältern und Prämien mit den Fußball-Männern erledigen.
Sofern das Zitieren nicht zulässig ist, bitte löschen...



