Der späte Ausgleich und der damit gewonnene Punkt sind gar nicht hoch genug einzuschätzen. Aufgrund der besseren Tordifferenz kann Saarbrücken uns realistisch betrachtet nur noch überholen, wenn es selbst zweimal gewinnt und wir mindestens eine Partie verlieren und die zweite maximal unentschieden spielen. Da müssen also mehrere Begebenheiten an beiden Spieltagen auf verschiedenen Plätzen zusammentreffen. Klar. Bei Arminia ist alles möglich, aber die Ausgangslage ist durch diesen einen Punkt bedeutend besser, als wenn Saarbrücken mit einem Sieg gleichziehen könnte.
Ansonsten sind mir Traditionsvereine wie Dynamo zwar auch grundsätzlich lieber als die kleinen uninteressanten neureichen Investoren-Unternehmungen, aber deswegen muss man nicht alle pauschal mögen.
Dieser Sammelraum an der Uni mit einem Fanmarsch über die Anfahrtswege muss wirklich nicht sein. Dass die Dynamos im Stadion Feuer mit geraubten Gegenständen (Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr) veranstalten und sich auch sonst aufführen als hätten sie Narrenfreiheit trägt auch nicht zur Sympathie bei. Wie die bei einem Platzsturm auf dem Rasen gewütet hätten kann man sich vorstellen. Kein Weltuntergang, aber Schäden wären wohl nicht ausgeblieben.
Man kann sich daher einer gewissen Schadenfreude nicht entziehen, wenn man in die enttäuschten Gesichter der Dynamos blicken konnte.
Eines muss man den Dresdnern allerdings lassen. Spiele gegen Dynamo haben immer eine besondere Note und sind nie ereignisarm. Ich schaue sie mir gerne an und genieße es, wenn Arminia der SGD wieder mal einen einschenken konnte.
Der Verein könnte einfach um ein Vielfaches sympathischer sein, wenn da nicht die teilweise sehr asozialen Fans wären.
Tolle Stadt, tolle Stimmung, riesiges Fanpotenzial, sehr treue Fans, die überall hinfahren und ordentlich Tradition.
Und dann haben wir da den asozialen Pöbel. Gewaltbereit, rechtsgerichtet und extrem negativ gegenüber dem Westen eingestellt.
Da werden Kinder und Rentner überfallen, die Polizei wird diffamiert, Pyrotechnik gezündet und Fanartikel angezündet. Das ganze Auftreten hat etwas von einer Wehrsportgruppe (erinnert ihr euch noch an Karlsruhe vor ein paar Jahren, wo die alle in Militäruniformen aufgelaufen sind...).
Und dann darf man sich von diesen Primaten noch teilweise anhören, dass wir doch die Unsympathen wären, weil wir uns über den Ausgleich in der Nachspielzeit gefreut haben.
Da wird auch überhaupt nicht reflektiert, woran das wohl liegen könnte, dass man sich so gefreut hat...
Vergleiche solche Vereine gerne mit Sankt Pauli, obwohl ich überhaupt kein Sankt-Pauli-Sympathisant bin. Aber dort wirst du halt nicht angepöbelt, wenn du mit einem Arminia-Schal zum Stadion läufst.



