Alles anzeigenOsnabrück und v.a. der südliche Landkreis Osnabrück - wo ich ja aufgewachsen bin - ist landschaftlich, aber auch kulturell (Bauernhaus-, Kirchenarchitektur) und vom Dialekt her deutlich eher westfälisch als norddeutsch.
Historisch wurde der Friede von 1648 in Münster und Osnabrück ja nicht zufällig Westfälischer Friede genannt.
Vom Dialekt her liegt die Grenze, wo man noch Käääääse und nicht Keeeese sagt, deutlich nördlich von Osnabrück. Da wurde ich mal von Leuten aus dem nördlichen Niedersachsen herzhaft ausgelacht, als ich um das Reichen des Käääääses bat. Ach ja, ich heiße natürlich Micha-Äl und nicht Micha-El.
Landschaftlich fängt die norddeutsche Tiefebene erst deutlich nördlich von Osnabrück an. Direkt nördlich von Osnabrück gibt es das Wiehengebirge. Südlich von Osnabrück einen der schönsten Teile des Teutoburger Waldes. Die Hügelkette von Musenberg und Dörenberg gibt der Landschaft in Georgsmarienhütte ein unvergleichliches Panorama. Wer mal im Emsland und in Ostfriesland war, weiß genau wie das "echte Norddeutschland" landschaftlich aussieht. Alles flach.
Bauernhäuser, aber auch Kirchenbauten sehen im Raum Osnabrück auch eher wie in Westfalen aus. Der Osnabrücker Dom sieht dem Dom in Münster wirklich täuschend ähnlich - was aber vermutlich nicht nur was mit Westfalen zu tun hat, sondern auch mit der Epoche.
Grünkohl-geographisch
ist der Raum Osnabrück noch mit am ehesten norddeutsch. Ich weiß aber nicht, wie sehr die Grünkohlkultur ins Westfälische reinreicht.
Jawohl. Der Süden des Landkreises OS ist auf jeden Fall kultur-westfälisch. Ganz im Norden des recht großen und weit nach Norden reichenden Kreises, am Alfsee und in Quakenbrück, sieht das schon anders aus. Das ist dann schon eher norddeutsch mit fließendem Übergang Richtung Emsland und Vechta. Da hört man schon einen norddeutschen Dialekt. Moin ist weit verbreitet, auch im Wittlager Land. Bei uns eher nicht so.