"Auf und nieder - immer wieder !"
Was eigentlich der Slogan für Arminias Werdegang über Dekaden hinweg sein sollte, entpuppt sich in erschreckender Aktualität in dieser Saison. Nach teilweise euphorischen Heimsiegen wie unlängst gegen Darmstadt folgen teils unterirdische (Teil-)Auftritte wie letzte Woche in Karlsruhe. Alles und alle weiterspielen lassen wie bisher ? Torwart-Wechsel ? Die passenden Stellschrauben in Personal und Taktik finden ? Es gibt viel zu besprechen. Damit ohne weitere Umschweife
Vorhang auf für den
30. Spieltag_ Arminia Bielefeld - 1.FC Nürnberg
Der Gegner
aus dem Frankenland wird bei Radio-Kult-Moderatoren gerne auch die "Glubberer" (hochdeutsch:"Clubberer") genannt, was sowohl inhaltlich wenig aussagefähig ist als auch etwas niedlich daher kommt. Ebenso präsentiert sich der Club vom Weltmeister-Trainer Miro Klose über weiter Strecken dieser Saison: ganz nett anzuschauen, aber am Ende auch nicht sonderlich spektakulär. Das reicht aber in dieser verrückten Saison zu einem der heiß begehrten Plätze im Niemandsland des Tableaus. Platz 9 mit 37 Punkten sollte reichen, um sich aller Abstiegssorgen entledigt zu wissen. Erfolgsgaranten sind dabei der nur 1,74 kleine Sturm-Wiesel namens Zoma mit 10 Toren sowie der bundesligaerprobte Mittelfeldregisseur Justvan mit insgesamt 14 (!) Scorern. Im Defensivbereich sorgen u.a. die Ex-Verler Gruber und Baack für Ordnung während Keeper Reichert das macht, was man von einem Keeper erwartet: seriöse Leistungen ohne größere Patzer. In der Auswärtstabelle rangiert der Club mit mageren 12 Punkten im unteren Mittelfeld.
Die Arminia
hat es versäumt, nach einer ordentlichen ersten Halbzeit einen Bonuspunkt aus dem Baden-Land mitzubringen und steht nun wieder unter dem Druck, viel Zählbares aus den Heimspielen zu generieren. Boakye hat seine Gelbsperre abgesessen und steht ebenso wieder zur Verfügung wie "Isi" Young, der in Karlsruhe ein Kurz-Comeback gab. Es wird also ein ordentliches Gedrängel geben für die Kaderplätze. Ob und wo es in der Startelf zu Veränderungen kommt, dürfte ein gut gehütetes Geheimnis des Trainer-Teams bleiben. Leider konnte sich am letzten Spieltag von den Einwechslern auch niemand nachhaltig für ein Startelf-Mandat bewerben. Letztmalig fehlen wird Marcel Mehlem.
Kommen & Gehen
Zumindest werden zwei Arminia-Spieler am Samstag eine Extra-Portion Motivation aufbringen. Robin Knoche und Semir Telelovic waren beim Club im Winter "über" und wechselten leihweise zur Arminia. Nachdem Knoche technisch anspruchsvoll am letzten Samstag trag und damit schon zwei Treffer für die Arminia aufweist ist es nun an Telelovic, seinem Premierentreffer gegen Darmstadt weitere folgen zu lassen und damit seine Optionen auf eine Weiterbeschäftigung bei der Arminia zu steigern.
His-TOR-ie
Die Bilanz in Liga 2 ist klar negativ: in 17 Spielen setzte es 9 Niederlagen bei nur 4 Siegen. Das Hinspiel in Nürnberg reihte sich ein in unsägliche Austritts-Auftritte und ging 0:2 verloren. Das letzte Heimspiel in Liga 2 liegt fast genau 3 Jahre zurück. Nach einer frühen 2:0 Führung besiegelte der Last-Minute Ausgleichstreffer der Nürnberger eine "gefühlte 2:2 Niederlage". Der letzte Heimsieg liegt gar 8 Jahre zurück. Im März 2018 traf Kerschbaumer zum umjubelten 1:0 Sieg.
Es wird also höchste Eisenbahn für den nächsten Heimsieg gegen Nürnberg. A propos: die Arminia hat sich auch zu diesem Heimspiel wieder ein Motto überlegt und betet allen Fans ausgedehnte Wander- und Radtouren für den beschwerlichen Weg hin zur Alm an. Das Ganze nennt sich dann "autofreier Spieltach" und ist nicht nur aufgrund des Blicks auf die Tankstellen - Preisschilder eine gute Sache. Egal ob per pedes, mit dem Drahtesel oder sonst wie: auf der Alm wird eingekehrt mit Speis und Trank und anschließend die Clubberer vernascht. Am Samstag erwartet und T-Shirt Wetter. Also: Wampe einziehen, sich in das viel zu enge Trikot gezwängt und dann nur noch
"Auf geht`s Arminia - kämpfen und Siegen !"![]()