Am Ende ein Punkt, mit dem man zufrieden sein kann. Verdient hat man ihn sich durch die deutliche Leistungssteigerung in Halbzeit zwei, nachdem man die erste Halbzeit allerdings komplett vermasselt hat. Das war für mich mit Abstand die schwächste Heim-Halbzeit in dieser Saison.
Rochelt im zentralen Mittelfeld hat aus meiner Sicht überhaupt nicht funktioniert. Die Auswechslung zur Halbzeit fand ich daher folgerichtig. Min im Sturm für mich wie ein Phantom – die meiste Zeit komplett untergetaucht und ohne wirkliche Anbindung ans Spiel. Das wurde deutlich besser, als Grodowski auf die Neun gezogen wurde.
Leon Jensen kann ich noch nicht so richtig einschätzen, aber er scheint das Spiel im Mittelfeld stabilisiert und vor allem defensiv gestärkt zu haben. Marius Wörl war für mich von denen, die von Anfang an auf dem Platz standen, heute der Beste. An zahlreichen Aktionen beteiligt, sicher auch nicht immer glücklich, aber auf jeden Fall mit dem richtigen Einsatz.
Was man ebenfalls hervorheben muss: Die Einwechslungen von Boakye und Young haben ziemlich gut funktioniert. Beide haben richtig Dynamik und Flexibilität ins Spiel gebracht und auch häufiger mal die Seiten gewechselt. Vorher war mir das mit Momuluh und vor allem Grodowski auf links oft zu statisch.
Grodowski auf links zu stellen, nur um Min vorne drin zu haben, ist für mich ziemliche Verschwendung. Grodowski muss vorne rein. Und Min ist in der Verfassung von heute für mich dann eben nur einer, der mal von der Bank kommen kann.
Die Länderspielpause muss man definitiv nutzen, um die Abläufe viel, viel sicherer und routinierter zu bekommen. Insbesondere in der ersten Hälfte war heute schon erschreckend, wie selten man es geschafft hat, den Ball überhaupt mal über drei oder vier Stationen laufen zu lassen.
Und was mir ebenfalls ganz wichtig wäre: Man muss es Kersken endlich austreiben, diese flachen Bälle zentral zu seinen Mitspielern zu spielen. Da waren heute schon wieder drei, vier Situationen dabei, in denen ich kurz vorm Herzriss war.
Insgesamt also, wie gesagt, ein Ergebnis, mit dem man zufrieden sein muss, weil man einen Punktgewinn zur Halbzeit heute überhaupt nicht mehr erwarten durfte. Unterm Strich ist das aber natürlich trotzdem viel zu wenig, wenn man die Klasse halten möchte: Wenn man auswärts alle Spiele abschenkt und dann zu Hause auch nur noch Unentschieden holt, wird es auf Dauer verdammt schwierig.
P.S.: Extra Lob an Hagmann. Mit ihm kam die richtige Mentalität auf den Platz